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Online Extra
10.01.2021, 12:33:52 / Inland

Polizei attackiert LL-Demo

Berlin. Die diesjährige Luxemburg-Liebknecht-Demonstration in Berlin konnte am Sonntag vormittag erst mit erheblicher Verzögerung starten. Am Sammelpunkt am Frankfurter Tor sind Bereitschaftspolizisten mehrfach mit Gewalt gegen die etwa 2.000 Teilnehmer vorgegangen. Trupps von behelmten Beamten stürmten am Frankfurter Tor in die Menschenmenge, die sich unter Beachtung der Infektionsschutzregeln versammelt hatte. Eine Augenzeugin sagte gegenüber jW, die Polizisten hätten »richtig zugelangt«. Ein via Twitter verbreitetes Video zeigt, wie ein Polizeibeamter unvermittelt hinter einem Fahrzeug hervorstürmt, ohne erkennbaren Anlass mit ausgestrecktem Bein in einen Demonstranten hineinspringt, diesen mit einem Tritt gegen Kopf oder Hals niederstreckt und sich dann sofort wieder entfernt. Ein Augenzeuge sprach gegenüber jW von mindestens 10 zum Teil schwerer verletzten Demonstranten und etwa 35 Festnahmen. Auf im Internet verbreiteten Aufnahmen ist zu sehen, wie Sanitäter mehrere verletzte Demonstranten behandeln.

Vorwand für das aggressive Vorgehen der Polizei sollen dem Vernehmen nach FDJ-Symbole sein, die im Aufzug zu sehen waren. Wie Augenzeugen berichten, habe die Polizei behauptet, das Symbol der Freien Deutschen Jugend – des Jugendverbands der DDR – sei illegal. Die Polizei prügelte auch auf Demonstrationsteilnehmer ein, die sich mit den FDJ-Demonstranten solidarisierten. Nach Angaben einer Augenzeugin ist auch eine 14jährige Jugendliche festgenommen worden, die einen Mundschutz mit FDJ-Symbol trug. Ein anderer Augenzeuge berichtete von einem Rollstuhlfahrer, der von Polizisten »über den Gehweg geschleift« worden sei.

Der Demonstrationszug bewegte sich nach den Übergriffen ohne weitere größere Zwischenfälle zur Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Friedhof Friedrichsfelde. Trotz der aufgrund der Pandemielage in diesem Jahr deutlich geringeren Teilnehmerzahl war der Zug weit auseinandergezogen, da die Demonstrierenden sich bemühten, die Abstandsregeln einzuhalten. (jW)

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