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Aus: Ausgabe vom 14.01.2021, Seite 16 / Sport
Bob

Formel 1 im Gokart. Die Weltcuppremiere des Damen-Monobob

Die Weltcuppremiere des Damen-Monobob
Von Thomas Behlert
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Plötzlich allein: Laura Nolte im Monobob beim Weltcup in Innsbruck

Bevor in vier Wochen die Weltmeisterschaft im Bobfahren durch die Bahn von Altenberg läuft, konnten sich die Mannschaften am vergangenen Wochenende noch einmal während eines Weltcups messen. Damit es in Winterberg noch etwas spannender wurde, ermittelten die Europäer außerdem ihre Besten. Und wie es dieser Winter so will, gewannen bei den Frauen wieder die Deutschen. Gold gab es im Zweierbob für Lokalmatadorin Laura Nolte mit Anschieberin Deborah Levi. Mit 0,42 Sekunden Rückstand landeten Kim Kalicki und Ann-Christin Strack auf Platz zwei und die Titelverteidigerin Mariama Jamanka vom BRC Thüringen, und ihre Anschieberin Leonie Fiebig, belegten gemeinsam mit den Österreicherinnen Katrin Beierl und Jennifer Onasanya den Bronzeplatz. Nolte und Levi konnten auf der nicht sehr schwierigen Bahn vor allem mit ihrer Schnellkraft am Start punkten.

Bei der kommenden Weltmeisterschaft werden die Bobdamen erstmals eine zweite Disziplin ausführen müssen, nämlich Monobob. Die ist bei den etablierten Bobpilotinnen bislang wenig beliebt, da sie kaum Zeit hatten, sich auf deren Einführung vorzubereiten. Die Premiere beim Weltcup in Innsbruck verlief chaotisch und ähnelte eher einem Mietwagenverleih: Die Bobs wurden in die Bahn gehoben, die Pilotinnen setzten sich rein und fuhren einfach mal los. Die Höchstgeschwindigkeit ähnelt einem alten Käfer, sie liegt bei 114 »Sachen«. Mariama Jamanka meinte denn auch: »Das ist, als würde man einen Formel-1-Piloten in ein Gokart setzen.« Im Monobob müssen zudem andere Fahrlinien gefahren werden. Die Bobpilotinnen werden sich wohl oder übel mit dem Gerät beschäftigen, denn nur wer es durch die Bahn lenkt, darf auch bei Olympia in Beijing starten.

Bei der Einführung des Monobobs hatte Wolfgang Hoppe großen Anteil. Der Frauenbundestrainer hat Vorteile bei dem neuen Eisrinnengefährt festgestellt: »Für Anfänger ist es perfekt, und Behinderte können damit bei den Paralympics starten.« Da nun das Internationale Olympische Komitee (IOC) mehr Gleichberechtigung in den olympischen Disziplinen forderte, musste eine zweite für die Frauen her. Schlecht ist die Monobob-Idee nicht, doch die Einführung hakt gewaltig. Bisher ist nicht vorgesehen, Spezialistinnen auszubilden und dabei auch Frauen aus weniger finanzstarken Ländern an die Lenkseile zu lassen. Monobob ist Pflicht für die Zweierpilotinnen und fertig. Bei Olympia sollen zwar viele Frauen, aber nicht mehr Athleten an den Start gehen.

Die Australierin Bree Walker spezialisiert sich seit zwei Jahren auf Monobob und ist Favoritin in Beijing. Auch die Weltcuppremiere in Igls konnte sie für sich entscheiden. Jamanka kam nur als Vorletzte ins Ziel. Chancenlos ist Walker dann allerdings beim Zweierbob, den sie fahren muss, was sie aber kaum trainiert.

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