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Aus: Ausgabe vom 13.01.2021, Seite 16 / Sport

Wenn der Postmann zweimal klingelt

Von André Dahlmeyer
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Immer rein mit dem Bombazo: River Plate vs. Palmeiras (5.1.2021)

Einen wunderschönen guten Morgen! In der Copa Maradona, dem einzigen Ligapokal Südamerikas, wurde am Weekend der elfte und letzte Spieltag vor drei Finalspielen ausgetragen. In der Zona Campeonato hatten mit den Boca Juniors, River Plate und den Argentinos Juniors noch drei Teams Chancen auf den Sieg in der Gruppe A. River Plate empfing im Stadion von Banfield (das eigene wird modernisiert) die Roten Teufel des Club Atlético Independiente, der gerade seinen Trainer Lucas Pusineri in die Wüste gejagt hat. 17 Kicker hatten den Copa-Libertadores-Rekordgewinner Independiente wegen des Coronavirus verlassen, da konnte auch Pusineri, der 2002 das Meistertor für die Roten Teufel erzielte (letzter nationaler Titel), nichts Außerirdisches mehr bewerkstelligen. Zeitgleich spielte Boca im Estadio Diego Armando Maradona von La Paternal bei den Argentinos Juniors, jenem Verein also, bei dem der beste Fußballspieler aller Zeiten einst in jedem Spiel Wunder vollbrachte. Die Chancen darauf, dass beide Schwergewichte des silberländischen Balltretens nach diesem Spieltag punkt- und torgleich sein würden und wegen des Unentschiedens im direkten Vergleich ein Losentscheid den Finalisten bestimmen würde, waren groß.

River hatte unter der Woche das Halbfinalhinspiel der Copa Libertadores daheim gegen Palmeiras mit 0:3 in den Sand gesetzt und war angeschlagen. Dennoch oder gerade deshalb bot Trainer Marcelo Gallardo praktisch seine beste Garde auf. Zu Beginn trabten beide Elfen auf Augenhöhe. Nationaltormann Franco Armani parierte einen Einlochversuch von Alan Velasco, und auf der anderen Seite verhinderte der uruguay­ische Keeper der Teufel, Sebastián ­Sosa, eine Jubelarie des Kolumbianers Rafael Santos Borré. In Minute 24 lief der 18jährige Teufel Velasco dann in den mittleren Steppenregionen dem 38jährigen Leo Ponzio auf und davon und hämmerte ein Bombazo in den Kasten Armanis.

Jetzt bliesen die Riverplatenses zum Angriff. Jorge Carrascal, der »kolumbianische Neymar« (so wird er allerdings auch nur in Kolumbien genannt), vertändelte eine Chance. In Europa wäre er für soviel Infantilität mannschaftsintern gesperrt worden. Nach 40 Minuten klingelte der Postmann das zweite Mal bei den Millonarios. Der Rädelsführer der Roten, Silvio Rosmarin, leitete einen Todeskonter ein, gab ab auf Velasco, und der Jungspund überraschte den balltretmental nicht ganz bei sich weilenden Armani mit einem Rechtsschuss zum 0:2. Unterdessen war Ramón »Wanchope« Ábila in La Paternal bei einem Strafstoß ausgerutscht und hatte das Geschoss in den Orbit gesetzt. Mit dem 0:0 war Boca zur Pause Finalist.

Nach dem Wiederanpfiff warf River alles nach vorne. 64 Prozent Ballbesitz, doppelt so viele effektive Schüsse aufs Tor wie Independiente und eine Eckenausbeute von 9:2. Rechtsverteidiger Fabricio Bustos katapultierte Borrés Kastaniengelüste aus dem Feuer. Der FC Bayern war mal hinter Bustos her. Dann debütierte der Teufel vor der Russland-WM beim 1:6 gegen Julen Lopeteguis Spanien in der Albiceleste, und die waidwunde Bazischildkröte zog ihren Eurokopf wieder zurück. »Nacho« Fernández haderte mit dem Aluvollpfosten. Sosa klärte zweimal gegen die für Borré respektive Carrascal eingewechselten Federico Girotti und Cristian Ferreira. Die Minuten rannen dahin, das Urteil für den Millo war gesprochen. Boca spielte am Ende mit mehr Schwein als Balltretsachverstand 2:2 bei den anderen Juniors und trifft am Sonntag im Finale in der Andenprovinz San Juan auf C. A. Banfield, das Papstklub San Lorenzo de Almagro mit einem 4:1 in die Steinzeit zurückschoss.

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