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Aus: Ausgabe vom 04.01.2021, Seite 8 / Ansichten

Parole des Tages: #WirMachenAuf

Von Felix Jota
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Für Geflüchtete und Schutzsuchende: Seenotretter von der »Seebrücke«-Bewegung (Kassel, 29.10.2018)

Es ist immer erfreulich zu erleben, dass die guten alten Methoden der Kommunikationsguerilla nach wie vor in Gebrauch sind. Wie zum Beispiel das Kapern von Begriffen oder Parolen, um die Bedeutung umzudrehen und Verwirrung zu stiften. Am Wochenende setzten User des Kurzbotschaftendiensts Twitter diese Methode mit Erfolg ein. Sie kaperten mal eben den Hashtag #WirMachenAuf. Der war von einem offenbar von Coronaleugnern betriebenen Kanal des Messagingdienstes Telegram aus in die Welt gesetzt worden und sollte Ladeninhaber animieren, sich der erwarteten Verlängerung des Lockdowns zu widersetzen. »Deutschland – ich mache auf«, hieß es da und weiter: »Gewerbetreiber, Gastro, Einzelhandel, Kosmetik, Friseur – ab dem 11. Januar öffne ich die Tür.«

Von Leuten, die nicht quer, sondern geradeaus denken, wurde die Parole im Handumdrehen sinnvoll ausgebaut. »#WirMachenAuf die Grenzen für geflüchtete Menschen«, twitterte das »Seebrücke«-Bündnis – und viele Nutzer nahmen den Ball auf. »Schon am 10. Januar könnten wir aufmachen und endlich die Elendslager auf den griechischen Inseln oder in Bosnien evakuieren«, schrieb etwa der grüne Europaabgeordnete Erik Marquardt. Zuhauf teilten User mit der Parole versehene Fotos aus Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln oder aus Bosnien, wo Hunderte Menschen bei Minusgraden im Freien campieren, nachdem ihr Lager abgebrannt ist.

Ob die Coronaleugner überhaupt so schnell mitbekommen haben, was aus ihrem Hashtag wurde? Schwer zu sagen. Am Sonnabend präsentierten sie sich auf dem Berliner Alexanderplatz mit infantiler Fröhlichkeit. Eine Gruppe »Querdenker« tanzte dort ohne Maske eine Polonaise – auch auf Twitter zu bewundern – und sang: »Ein bisschen SARS muss sein.«

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