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Aus: Ausgabe vom 18.12.2020, Seite 16 / Sport
Nordische Kombination

Wurde ja auch Zeit

Nordische Kombination in Ramsau: Seit Donnerstag läuft der erste Weltcupwettbewerb für Damen
Von Gabriel Kuhn
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Endlich fliegen sie, die Nordischen Kombiniererinnen: Tara Geraghty-Moats (USA) mit einem Trainingsflug

Langsam, aber sicher fallen die letzten Männerbastionen im Sport. Diesen Winter an der Reihe: die Nordische Kombination. Heute findet in Ramsau in Österreich der erste Weltcupwettbewerb für Damen statt. Die Entwicklung ist logisch. Einen Weltcup für Langläuferinnen gibt es seit 1981, einen für Skispringerinnen seit 2011. Warum also keinen für Athletinnen, die beides tun?

2014 beschloss der Internationale Skiverband FIS, Damenwettbewerbe in der Nordischen Kombination zu fördern. Noch im selben Jahr wurden erste FIS-Wettbewerbe veranstaltet. In der Saison 2017/18 wurde die Nordische Kombination für Damen in den Continental Cup aufgenommen, die Vorstufe des Weltcups. Wettbewerbe in der Nordischen Kombination für Damen standen auch im Programm der Nordischen Junioren-WM 2019 und der Olympischen Jugendwinterspiele 2020.

Die ersten Weltcupwettbewerbe sollten Anfang Dezember in Lillehammer in Norwegen stattfinden. Aufgrund der Coronapandemie wurden sie jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben. Als zweiter Veranstaltungsort war Anfang Januar Otepää in Estland vorgesehen. Auch dort wurden die Wettbewerbe aufgrund der Coronapandemie abgesagt. Daraufhin sprangen die Veranstalter in Ramsau ein, wo für den 19. und 20. November bereits Weltcupwettbewerbe der Herren geplant waren. Ob es in diesem Winter für die Damen zu weiteren Wettbewerben kommen wird, steht in den Sternen. Fix eingeplant ist nach wie vor der Wettkampf bei den am 23. Februar beginnenden Nordischen Skiweltmeisterschaften in Oberstdorf.

Der Skisprung und die Nordische Kombination sind im Frauensport eng miteinander verbunden. Die Skispringerinnen kämpften lange Jahre um Anerkennung. Mit dem Internationalen Olympischen Komitee waren sie in einen Rechtsstreit verwickelt, bis sie 2014 erstmals bei Olympischen Spielen antreten durften. Aufgrund der mangelnden Nachwuchsförderung in der Nordischen Kombination kommen fast alle der heute besten Kombiniererinnen aus dem Skisprunglager. Die US-Amerikanerin Tara Geraghty-Moats, die in Ramsau als Favoritin ins Rennen geht, hat als Spezialspringerin Weltcupplazierungen in den Top Ten vorzuweisen. In der Nordischen Kombination dominierte sie die letzten beiden Saisons im Continental Cup. 2014 gewann sie die ersten US-Meisterschaften in der Nordischen Kombination für Damen – in Lake Placid setzte sie sich gegen eine Konkurrentin durch.

Mit 27 Jahren ist Geraghty-Moats Veteranin in einem Sport, der ansonsten von Teenagern dominiert wird. Darunter die 18jährige Jenny Nowak vom SC Sohland, ausgebildet im Nordischen Skisportzentrum Klingenthal. Im März 2020 gewann sie den Titel bei der Nordischen Junioren-WM. Sieben Monate später wurde sie in Oberstdorf zur ersten deutschen Meisterin.

Besonderes Augenmerk gilt auch den Norwegerinnen Marte Leinan Lund (19) und Gyda Westvold Hansen (18), Zweite und Dritte des letztjährigen Continental Cups. Im Gastgeberland Österreich ruhen die Hoffnungen auf der 17jährigen Lisa Hirner, Siegerin der Olympischen Jugendwinterspiele, und der 16jährigen Sigrun Kleinrath, der Vierten des Continental Cups 2019/20. Aus dem japanischen Team kommt Ayane Miyazaki, Juniorenweltmeisterin 2019, für eine Spitzenplazierung in Frage. Die Russin Stefanija Nadymowa sammelte ebenso wie Geraghty-Moats bereits als Spezialspringerin Weltcuperfahrung. Mit 26 Jahren gehört auch sie zu den erfahrensten der Athletinnen, die in Ramsau an den Start gehen.

Im deutschen Team steht eine besonders erfolgreiche ehemalige Spezialspringerin. Svenja Würth vom SV Baiersbronn gewann bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 2017 in Lahti gemeinsam mit Carina Vogt, Markus Eisenbichler und Andreas Wellinger die Goldmedaille im Mixed-Team-Wettbewerb. Erst Anfang 2020 wechselte sie ins Lager der Kombiniererinnen. Ob ihre Langlaufleistung eine Spitzenplatzierung zulassen wird, ist fraglich. Sophia Maurus (19, TSV Buchenberg) und Maria Gerboth (18, WSV Schmiedefeld) vervollständigen das deutsche Aufgebot.

Insgesamt sind in Ramsau 32 Athletinnen aus neun Nationen am Start. Das ist beachtlich, zieht man in Betracht, dass beim Teamwettbewerb der Herren bei den Olympischen Winterspielen 2018 ganze zehn Teams aufgeboten wurden. Vielfalt kann der Nordischen Kombination nur gut tun.

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