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Aus: Ausgabe vom 16.12.2020, Seite 16 / Sport
Biathlon

Technobeats im Zielbereich

Norwegische Dominanz und eine Überraschung aus Belarus: Stand der Dinge im Biathlonweltcup
Von Gabriel Kuhn
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Beinahe-Auftaktsiegerin Denise Herrmann (r.) am Wochenende in Hochfilzen (links Anais Chevalier-Bouchet, Frankreich)

Die Wintersportsaison unter Pandemiebedingungen hat ihre Unwägbarkeiten. Während Alpine, Skispringer und Langläufer mit »Clustern«, Absagen und Startverzichtserklärungen hadern, ist es im Biathlonweltcup bislang fast wie am Schnürchen gelaufen. Zwar gab es vereinzelt positive Covid-Tests, diese hatten jedoch keine schwerwiegenden Auswirkungen auf die Wettbewerbe.

Ein Grund mag sein, dass die Internationale Biathlonunion IBU nicht unter der Ägide des Internationalen Skiverbandes FIS steht. Einst unter einem Dach mit dem Modernen Fünfkampf organisiert, machten sich die Biathleten 1993 unabhängig. Nicht alles lief seither rund. Im Jahr 2018 kam es im IBU-Hauptquartier in Salzburg zu einer Interpol-Razzia wegen Korruptionsverdachts. Anders Besseberg, erster und bis dahin einziger IBU-Präsident, sah sich nach 25 Jahren zum Rücktritt gezwungen. Kein Novum in der Welt der Sportfunktionäre.

Der IBU war es zuvor durch mehrere Änderungen in den Wettkampfformaten gelungen, den Biathlonsport für ein breites Publikum attraktiv zu machen. In Mitteleuropa entwickelte er sich gar zum Volkssport. Zehntausende Fans pilgerten zu den Weltcupveranstaltungen in Ruhpolding, Antholz oder Nove Mesto.

Heuer müssen die Fans zu Hause bleiben. Von der Volksfeststimmung sind nur Technobeats im Zielbereich übrig sowie Stadionsprecher, die von leeren Rängen unbeeindruckt die Einpeitscher geben. Den Fernsehübertragungen verleiht das immerhin eine humoristische Note.

Das von der IBU entwickelte Coronakonzept geht bisher auf. Die Wettkampforte wurden von elf auf sieben reduziert. Alle befinden sich in Europa. Die Olympiageneralprobe in Beijing findet nicht statt. In Deutschland wurden die Wettbewerbe von Ruhpolding nach Oberhof verlegt, wo es damit Anfang Januar zu zwei Wettkampfwochenenden kommt. Auch der Weltcupauftakt im finnischen Kontiolahti wurde zu einer Doppelveranstaltung (28./29.11., 5./6.12.). Dort übernahm man die ursprünglich im schwedischen Östersund geplanten Wettkämpfe.

Die Konzentration der Rennen soll es erlauben, die Biathlonblase den gesamten Winter über aufrecht zu erhalten. Charterflüge bringen die Teams gemeinsam von Wettkampfort zu Wettkampfort. Mittlerweile befindet sich der Tross in den Alpen. Am Sonnabend und Sonntag fand das erste von zwei Wettkampfwochenenden im österreichischen Hochfilzen statt.

Sportlich steht die Saison im Zeichen des Rücktritts von Biathlonikone Martin Fourcade. Der Franzose gewann in seiner Karriere 98 Weltcuprennen, 35 Medaillen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen sowie siebenmal in Folge den Gesamtweltcup, den er in seiner letzten Saison um ganze zwei Punkte verpasste. Vor Fourcade lag der Norweger Johannes Thingnes Bø, der in diesem Jahr als haushoher Titelfavorit gilt. Nach sechs Einzelrennen führt er die Weltcupwertung zwar an, doch zeigt er sich weniger überlegen als erwartet. Es reichte erst zu einem Sieg, im ersten Sprint von Kontiolahti.

Die härteste Konkurrenz kommt aus dem eigenen Lager. So gewannen die beiden jungen Norweger Sturla Holm Lægreid und Johannes Dale ihre ersten Weltcuprennen. Den ersten Weltcupsieg feierte auch die schwedische Nachwuchshoffnung Sebastian Samuelsson, der in der Gesamtwertung an zweiter Stelle liegt. Von den deutschen Herren kamen Erik Lesser als Dritter über die Langdistanz in Kontiolahti und Arnd Pfeiffer als Zweiter im ersten Sprint von Kontiolahti aufs Podest. Die Herrenstaffel wurde in den zwei bisher ausgetragenen Rennen jeweils Dritte.

Für die deutschen Biathletinnen gab es zum Auftakt beinahe einen Sieg durch Denise Herrmann. Über die Langdistanz in Kontiolahti musste sie sich der Vorjahrssiegerin des Gesamtweltcups, der Italienerin Dorothea Wierer, nur um 0,8 Sekunden geschlagen geben. Podestplatzierungen gab es auch für die Staffel in Kontiolahti und für Franziska Preuß im Sprint von Hochfilzen. Führende im Gesamtweltcup der Damen ist die Norwegerin Marte Olsbu Røiseland, gefolgt von Dsinara Alimbekawa aus Belarus, der bisherigen Überraschung der Saison.

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