Die junge Welt drei Wochen gratis testen
Gegründet 1947 Sa. / So., 23. / 24. Januar 2021, Nr. 19
Die junge Welt wird von 2464 GenossInnen herausgegeben
Die junge Welt drei Wochen gratis testen Die junge Welt drei Wochen gratis testen
Die junge Welt drei Wochen gratis testen
Aus: Ausgabe vom 15.12.2020, Seite 1 / Inland
Faschisten in Europa

Waffen für Neonazis

Nach Fund in Österreich: BKA war informiert. Zwei weitere Verdächtige in BRD festgenommen
Schlag_gegen_Rechtse_67672130.jpg
Oberst Michael Mimra, Österreichs Innenminister Karl Nehammer, Landespolizepräsident Gerhard Prüstl (v. l. n. r.) auf der Pressekonferenz in Wien am Sonnabend

Das Bundeskriminalamt (BKA) ist bereits seit Oktober über die Ermittlungen zu der Gruppe informiert, die womöglich für eine faschistische Miliz in der BRD Waffen beschafft haben soll. Das teilte das Bundesinnenministerium am Montag in Berlin mit. Die Sicherheitsbehörden in Österreich hatten in der vergangenen Woche ein großes Waffenarsenal beschlagnahmt und fünf Verdächtige festgenommen.

In Bayern und Nordrhein-Westfalen wurde nach Angaben des Ministeriums je ein weiterer Verdächtiger festgenommen. Gegen die beiden Deutschen werde bislang wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt, teilte die Staatsanwaltschaft Duisburg am Montag auf Anfrage mit.

Der Fund einer so großen Menge an Kriegswaffen, Munition und Sprengstoff sei alarmierend, sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). Die Tathintergründe würden jetzt aufgeklärt, »das gilt besonders vor dem rechtsextremistischen Hintergrund des Tatverdächtigen in Österreich«. Hauptverdächtiger ist ein 53jähriger vorbestrafter Österreicher. Der bekannte Neonazi soll mit mehreren Komplizen einen Drogenhandel aufgezogen haben, um mit dessen Erlös die nun gefundenen Waffen zu finanzieren.

Bündnis 90/Die Grünen forderte im Deutschen Bundestag Aufklärung. »Die erneut zutage getretene Militanz von Rechtsextremisten in Deutschland und Österreich ist in hohem Maße besorgniserregend«, sagte Fraktionsvize Konstantin von Notz dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Montag). Notz kündigte an, die Razzia in Österreich und die Bezüge nach Deutschland am Mittwoch im Innenausschuss und im Parlamentarischen Kontrollgremium besprechen zu wollen.

Bei Durchsuchungen am Wochenende hatten Ermittler in Österreich nach Angaben der Behörden mehr als 70 automatische und halbautomatische Schusswaffen, Handgranaten sowie Sprengstoff und große Mengen an Munition entdeckt. Den Ermittlern sei ein »massiver Schlag« gegen die »rechte Szene« gelungen, hatte der österreichische Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) erklärt. (dpa/jW)

Teste die beste linke, überregionale Tageszeitung.

Kann ja jeder behaupten, der oder die Beste zu sein! Deshalb wollen wir Sie einladen zu testen, wie gut wir sind: Drei Wochen lang (im europ. Ausland zwei Wochen) liefern wir Ihnen die Tageszeitung junge Welt montags bis samstags in Ihren Briefkasten – gratis und völlig unverbindlich! Sie müssen das Probeabo nicht abbestellen, denn es endet nach dieser Zeit automatisch.

Mehr aus: Inland