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Aus: Ausgabe vom 23.11.2020, Seite 1 / Ausland
Internationale Politik

Virtuelles Gipfeltreffen

G 20: Diskussion um Zugang zu Coronaimpfstoffen – Trump attackiert UN-Klimaabkommen
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Alle auf einen Blick: Länderchefs der G-20-Staaten bei ihrer Videokonferenz

Die Gruppe der großen Industrienationen (G 20) will angeblich »keine Mühe scheuen«, einen gerechten und erschwinglichen Zugang zu Coronaimpfstoffen in der Welt sicherzustellen. Das geht aus dem jüngsten Entwurf der Abschlusserklärung des G-20-Gipfels hervor, der der Deutschen Presseagentur am Sonntag vorlag. Auch wollen die reichen Länder alles unternehmen, um die Konjunktur der schwer angeschlagenen Weltwirtschaft wieder in Gang zu bringen. Der virtuell stattfindende, zweitägige Gipfel unter dem Vorsitz Saudi-Arabiens ging am Sonntag nachmittag nach jW-Redaktionsschluss zu Ende.

US-Präsident Donald Trump wollte die Erklärung offensichtlich mittragen, obwohl er in der G-20-Arbeitssitzung am Sonnabend Diplomaten zufolge noch einmal seinen »America first«-Kurs auch bei Impfungen propagiert hatte. Als einziges mögliches Hemmnis für eine Verabschiedung galten demnach Vorbehalte der Türkei. Diese wollte den Angaben zufolge bis zuletzt erreichen, dass sie beim Klimaschutz als weniger entwickeltes Land eingestuft wird, um Anrecht auf finanzielle Unterstützung und weniger strenge Emissionsziele zu haben.

Trump nutzte seinen vielleicht letzten öffentlichen Auftritt auf großer internationaler Bühne zu einer Attacke auf das UN-Klimaabkommen. Er hat die Wahl vom 3. November gegen den Demokraten Joseph Biden verloren und soll am 20. Januar als US-Präsident abgelöst werden. Als »sehr unfair und einseitig« bezeichnete Trump die von fast allen Staaten der Welt unterzeichnete Vereinbarung. Ziel sei es gewesen, »die amerikanische Wirtschaft zu töten«, behauptete er. Biden hatte bereits angekündigt, dem Klimaabkommen wieder beitreten zu wollen.

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping bekräftigte hingegen sein im September verkündetes Ziel, dass die Volksrepublik bis zum Jahr 2060 Klimaneutralität erreichen wolle. Das Land werde seine Verpflichtungen im Rahmen des Pariser Klimaschutzabkommens erfüllen. »Lasst uns zusammenarbeiten für eine saubere und wunderschöne Welt«, sagte Xi. (dpa/jW)

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Leserbriefe zu diesem Artikel:

  • Hellmut Kapfenberger, Panketal: Es darf nicht sein Im ZDF-Videotext war am Sonnabend nachmittag zu lesen, dass der russische Präsident Wladimir Putin auf dem G-20-Videogipfel angeboten hat, »Sputnik-V« und einen weiteren in russischen Laboren entwicke...

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