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Aus: Ausgabe vom 21.11.2020, Seite 11 / Feuilleton

Die Traurigkeit im Blick

Von Andreas Paul

Die Traurigkeit im Blick; ein stetes Auge

Zu haben. Übern Rand fällt tote Zeit,

Ersehnt wird Tiefgang, der zu Großem tauge.

*

Container stehn verplombt am Pier bereit.

In den Tapeten stockt die Rebellion,

Man macht Figur im Biedermeierkleid.

*

Und jede Nacht ist irgendwo Salon.

Es ist zum Heulen, ach, so wunderschön.

Und alle wollen immer mehr davon.

*

In die Geschichten, die nach Gestern gehn,

Flort sich ein Samthauch ein aus stillem Weinen.

Hinter den Paravents, die bleiben stehn.

*

Noch geht die ganze Crew an langen Leinen.

Die Reißzahnoptik ist aufs Blau gestellt.

Ins Braun changierend, ruft’s nach schnellen Beinen,

*

Die sind wie festgeleimt am schnellen Geld.

Wenn das in Wert umschlägt, kann man nur staunen,

Am offnen Fenster, wie sich das verhält.

*

Und sich gefällt in angeschafften Launen

Als Lastenträger zäher Utopie.

Man hört verbrauchsbedingt nur mehr ein Raunen

*

Vor abgegessnen Tellern. Überzieh

Den Text nicht völlig: Laß es klein ausgehn!

Man bricht die Zukunft nicht so übers Knie!

*

Ein Trugbild ist mitunter wunderschön.

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