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Aus: Ausgabe vom 21.11.2020, Seite 2 / Ausland
Gipfel

Gerechte Verteilung gefordert

US-Präsident desinteressiert an APEC-Gipfel. Appelle an Industrienationen vor G-20-Treffen, Coronapolitik und Impfstoffe sind Hauptthemen
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Die Rede von Chinas Präsident Xi Jinping beim APEC-Gipfel am Freitag wird im Hauptquartier in Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur verfolgt

Der Kontrast war auffällig: Während Chinas Präsident Xi Jinping auf dem Asien-Pazifik-Gipfel über den Kampf gegen die Pandemie sprach, erschien auf dem Twitter-Konto von US-Präsident Donald Trump eine Mitteilung nach der anderen über angeblichen Wahlbetrug. Schon zum Auftakt der Videokonferenz der 21 Staats- und Regierungschefs der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) wirkte der vom Weißen Haus zugeschaltete Trump auffällig abgelenkt, fast desinteressiert. Gastgeber Malaysia unterbrach die Live-TV-Übertragung nach den einleitenden Worten von Ministerpräsident Muhyiddin Yassin – noch bevor Trump seine Rede hielt.

Xi sprach sich in seiner Rede für eine weltweit gerechte Verteilung von Impfstoffen gegen das Coronavirus aus. Vakzine müssten ein »öffentliches Gut« sein. Trotz des Abschlusses des RCEP genannten Freihandelspaktes zwischen China und 14 anderen asiatisch-pazifischen Ländern vor knapp einer Woche betonte er, die Idee »positiv in Erwägung zu ziehen«, auch dem anderen Freihandelsabkommen in der Region, der »Umfassenden und fortschrittlichen Vereinbarung für eine transpazifische Partnerschaft« (CPTPP), beizutreten.

An diesem Sonnabend wird ebenfalls virtuell der Gipfel der Gruppe großer Industrienationen (G 20) unter dem Vorsitz von Saudi-Arabien beginnen. Es ist das erste Treffen der Staats- und Regierungschefs seit Beginn der Pandemie. Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wird an den zweitägigen Beratungen teilnehmen. Im Zentrum stehen der Kampf gegen die Pandemie sowie deren Folgen für die Weltwirtschaft und Arbeitsplätze.

Am Freitag forderten die Entwicklungsorganisationen One und Oxfam, die reichen Länder müssten für eine gerechte Verteilung von bezahlbaren Impfstoffen an alle Menschen in der Welt sorgen. Merkel sei besonders gefordert, sagte der Direktor von One in Deutschland, Stephan Exo-Kreischer. Da mehr als 200 Millionen Menschen durch die Coronakrise zusätzlich in extreme Armut abzurutschen drohten, müssten die G-20-Staaten auch gegen die verschärfte Armuts- und Ungleichheitskrise vorgehen, sagte Tobias Hauschild von Oxfam Deutschland der dpa. Ein umfassender Schuldenerlass für arme Länder und eine gerechte Verteilung künftiger Impfstoffe auch in Ländern des Südens seien notwendig. (dpa/jW)

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