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Aus: Ausgabe vom 19.11.2020, Seite 1 / Titel
Mobilisierung gegen Gesetzentwurf

Entschlossen irrational

Berlin: Tausende demonstrieren gegen Änderung des Infektionsschutzgesetzes. Polizei löst Kundgebung am Brandenburger Tor auf
Von Nico Popp
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Mit Jesus gegen die »DDR 2.0«: Teilnehmerin der Demonstration am Brandenburger Tor in Berlin

Am Mittwoch hat der Bundestag die von der Bundesregierung gewünschten Änderungen des Infektionsschutzgesetzes mit 415 gegen 236 Stimmen gebilligt. Ungeachtet des Verbots der zuvor angemeldeten Kundgebungen haben parallel zwei größere Demonstrationen von Gegnern der Maßnahmen zur Bekämpfung der Coronapandemie stattgefunden. Die Hauptkundgebung auf der Straße des 17. Juni wurde nach einer Anmeldung von der Polizei zunächst toleriert. An den Zugängen wurde von Polizeibeamten dazu aufgefordert, einen Mund-Nase-Schutz anzulegen. In den allermeisten Fällen verschwand der kurz darauf wieder in der Tasche.

Bis zum Mittag hatten sich auf der Straße des 17. Juni vom Brandenburger Tor bis zur Höhe Yitzhak-Rabin-Straße etwa 10.000 Menschen versammelt. Gleichzeitig fand auf und an der Marschallbrücke in Sichtweite des Reichstagsgebäudes eine weitere Kundgebung statt, an der rund 3.000 Menschen teilnahmen. An beiden Veranstaltungen beteiligten sich erneut als solche erkennbare Neonazis und Mitglieder faschistischer Kleinparteien. Die AfD war als einzige Bundestagspartei mit Fahnen und einzelnen Abgeordneten präsent. Weniger sichtbar als bei der »Querdenken«-Demonstration Ende August waren diesmal die seinerzeit zahlreich und gut organisiert aufgetretenen »Reichsbürger« sowie die damals auffällige »Q-Anon«-Sekte.

Falsch wäre es indes, zu suggerieren, Neonazikader hätten das Bild dieser Demonstrationen geprägt oder gar den Ton angegeben. Wie schon bei der Demo Ende August bleibt der vorherrschende Eindruck, dass sich die Masse der Teilnehmenden aus Esoterik- und Alternativmilieus rekrutiert, die in erster Linie ein entschlossener Irrationalismus und in zweiter Linie ein erschreckend niedriges politisches Niveau verbindet.

Impfgegner, Hippies, Evangelikale, Gegner des 5G-Netzausbaus, Veganer, dazu die AfD-Klientel, »Reichsbürger«, Neonazis und Leute, die die Ideologie von Grundgesetz, »Freiheit«, »Demokratie« und »Rechtsstaat« so gründlich geschluckt haben, dass sie glauben, diese Schönheiten gegen Merkel und die »DDR 2.0« verteidigen zu müssen: Das war in der Hauptsache das Spektrum, das am Mittwoch in Berlin demonstriert hat. Es ist ohne Zweifel mobilisierungsfähig; nicht ausgeschlossen ist, dass hier eine »Pegida«-Bewegung neuen Typs Gestalt annimmt.

Von innen wirkte die Demonstration erneut unorganisiert und konfus; stellenweise ähnelte sie einer Geisterbahn. Zu sehen waren Aluhüte, süddeutsche Trachten und schwarz-weiß-rote Fahnen mit Symbolen der Friedensbewegung. Das sowjetische Ehrenmal im Tiergarten, das zugleich eine Kriegsgräberstätte ist, war mit Kreideherzchen beschmiert; auf einem der für Helden der Sowjetunion errichteten Sarkophage saßen Hippiegestalten, die, einen qualmenden Aschenbecher neben sich, ihre Trommeln bearbeiteten. Auf der unweit errichteten Lkw-Bühne erläuterte ein Redner den Weg zu »Menschlichkeit und Demokratie«: »Vor Jahrhunderten« bereits sei die »väterliche Liebe« verlorengegangen; die »Brahma-Kultur« sei der Weg, um sich »von diesem System« unabhängig zu machen. Auf der Marschallbrücke rief ein Redner dazu auf, die »Stasizentralen« zu besetzen.

Kurz nach 12 Uhr beendete die Polizei mit Verweis auf zahlreiche Verstöße gegen die Hygienebestimmungen die Versammlung im Tiergarten. Teilnehmer, die den Versammlungsort nicht räumten, wurden mit Wasserwerfern »beregnet«. Die Polizei meldete bis zum Nachmittag 191 Festnahmen.

Unverzichtbar!

»Mit ihrer umfangreichen Berichterstattung in der Rubrik Betrieb und Gewerkschaft ist die junge Welt bei meiner Tätigkeit in einer betrieblichen Tarifkommission unverzichtbar – sie motiviert und stärkt in der Argumentation!« – Claudia K., Angestellte in einem IT-Unternehmen

Eine prinzipienfeste, radikal kritische Tageszeitung im Netz ist durch nichts zu ersetzen für all diejenigen, die dem real existierenden Kapitalismus und Faschisten etwas entgegensetzen wollen.

Diese Zeit braucht eine starke linke Stimme – gedruckt und online!

Debatte

  • Beitrag von Joel K. aus G. (18. November 2020 um 22:25 Uhr)
    Der eigentliche Skandal ist, dass ungeeignete Pandemiemaßnahmen in Gesetzesform gegossen werden. Dieses Gesetz ist ein Handbuch des Scheiterns und Versagens. Beim nächsten Mal werden wir also genau das gleiche, unsägliche Elend haben. Statt dessen müssten in einem solchen Gesetz geeignete Maßnahmen stehen, die eine Pandemie effektiv verhindern oder schnellstmöglich beenden. Das wäre sachgerecht und die mit Abstand günstigste Lösung nach Zeit, Geld und Menschenleben. Alle anderen Lösungen, die eine Interessenabwägung mit Wirtschafts- und Freiheitsrechten vornehmen, sind faktisch schlechter. Eine ansteckende Krankheit floriert in einer freiheitlichen Gesellschaft. Ihr sachgerecht zu begegnen, ist keine Diktatur, sondern ein Gebot der Stunde. Entweder man lässt die Krankheit durchmarschieren mit unzähligen Todesopfern, oder man flacht die Kurve ab, so dass eine überaus belastende Dauerkrise mit Tausenden Toten und Billionenkosten entsteht, oder man macht der Krankheit früh, kurz und effektiv den Garaus. Die letzte Option ist der Preis-Leistungs-Sieger und der Pandemiebesieger, wie eine Handvoll asiatisch-pazifischer Staaten uns in diesem Jahr vorgeführt hat. Die neuseeländischen Wähler*innen haben ihre Regierung (»Go hard, go early«) mit einem Erdrutschsieg bei der Wahl im vergangenen Oktober dafür belohnt. Hätten alle so gehandelt, wäre Covid-19 seit einem halben Jahr Geschichte. SARS-1 wurde so besiegt. Ohne Impfung. Die unzähligen Folgeprobleme wie unterlassene Behandlungen, Arbeitsplatzverlust, Firmenaufgaben, Depressionen, Selbstmorde usw. wären nicht entstanden. Im übrigen würde eine Koppelung der Pandemiekosten an eine Kapitalsteuer dafür sorgen, dass eine Pandemie tatsächlich so schnell und effektiv wie möglich beendet würde.
    • Beitrag von Conrad G. aus D. (19. November 2020 um 08:01 Uhr)
      Genau dies, und das Versagen der gesellschaftlichen Linken (in die PdL braucht man keine Hoffnungen diesbezüglich setzen) besteht darin, diese Position nicht massenwirksam zu verbreiten.
  • Beitrag von Torsten Andreas S. aus B. (19. November 2020 um 00:21 Uhr)
    Tja, Herr Popp – willkommen im Faschismus! Sie schreiben aber auch so Sachen, die Dirk, Mike, Joel und Karl-Ulrich nicht in den Bann ziehen wie eine Demo oder zwei. Stellt sich die Frage: Liegen Sie schief oder die vier Genannten? Wobei noch ungeklärt ist, ob diese vier Leute gar nicht eine Sprache sprechen.

    Insgesamt.

    Zwar hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass ein Virus als Pantokrator auftritt. Zwar kam diese Einsicht nicht bei allen Erdenbewohnerinnen und -bewohnern an, doch ein Rundumblick wäre sinnvoll, um die Lage zu verstehen: Hier reden wir nicht über diese oder jene Einschränkung im alltäglichen Ablauf, sondern davon, dass eine Krankheit sich ausbreitet, die wir bisher nicht eindämmen konnten. Das Reden und Schreiben über die zukünftigen Erfolge können Sie ja gerne zur Kenntnis nehmen, doch diese Krankheit schreitet unbegrenzt voran. Bitte nehmen Sie diese Lage endlich zur Kenntnis! (Sie sind nicht gemeint, Herr Popp.)

    Ich führe mal ein Beispiel an: mich. Nach einem Unfall wurde in meinem Hirn ein Aneurysma erkannt. Ich darf also nicht mehr nach draußen gehen. Warum? Ich könnte mich anstecken und daran sterben. Meine Frau und unsere Tochter sind aber vollkommen normal unterwegs – zur Arbeit, in die Schule, zum Einkaufen etc. Was wäre für uns also angesagt? Eine Demo, die die Abschaffung der Schutzmaßnahmen fordert? Familie, Freunde, Nachbarn, die daran teilnehmen?

    Jetzt behaupten Sie mal, dass Sie niemanden kennen, den Sie in Gefahr bringen. Es reicht ein kurzer Blick in die Runde, und sofort können wir begreifen, dass die Einschränkungen viele Leben retten können. Ganz zu schweigen von den Langzeitfolgen, die bisher noch nicht erschöpfend erforscht worden sind. Halten Sie sich fest: Da kommt noch einiges auf uns zu.
  • Beitrag von astrid s. aus f. (19. November 2020 um 07:34 Uhr)
    Es wird aktuell Menschen aus der linken Bewegung unmöglich gemacht, sich gegen die derzeitigen Coronamaßnahmen bzw. des IfSG innerhalb der linken Bewegung auszusprechen oder gar sich öffentlich zu empören. Die Empörung würde bestraft, indem man sofort klar festlegt, auf wessen gemeinsame Stufen man sich stellt.

    »Masse der Teilnehmenden aus Esoterik- und Alternativmilieus rekrutiert, die in erster Linie ein entschlossener Irrationalismus und in zweiter Linie ein erschreckend niedriges politisches Niveau verbindet.«

    »Impfgegner, Hippies, Evangelikale, Gegner des 5G-Netzausbaus, Veganer, dazu die AfD-Klientel, ›Reichsbürger‹, Neonazis und Leute, die die Ideologie von Grundgesetz, ›Freiheit‹, ›Demokratie‹ und ›Rechtsstaat‹ so gründlich geschluckt haben ...«

    Man unterstützt lieber, auch mit Artikeln in der jungen Welt, die aktuelle politische Lähmung der linken Bewegung, anstatt völlig selbstbewusst mit diesem Thema umzugehen und kritische Fragen zu den Maßnahmen der Bundesregierung zu stellen. Und davon gäbe es mehr als genug. Nur weil eine »nichtlinke« Szene eine bestimmte Meinung vertritt, muss man nicht aus Prinzip anderer Meinung sein. Eine linke Bewegung, die so agiert, ist phantasielos, dumm und unfähig, einen Beitrag auf dem Weg in eine bessere Gesellschaft zu leisten.

    Die rechte Bewegung gemeinsam mit AfD und allem, was dazugehört, bietet einem großen Teil der kritischen Demonstranten eine Plattform und ein offenes Ohr. Etwas, was die linke Bewegung ihnen aktuell verweigert. Es werden weitere Einschränkungen kommen, und die Menschen werden dieser müde werden. Die Mehrheit sieht nicht den »Wolf im Schafspelz«, und so bleibt ihr nur, sich der »Herde« anzuschließen. Man mag sich gar nicht ausmalen, wie groß der Zulauf noch werden könnte.

    Im weiteren Verlauf der Geschichte könnte sich das »Stillhalten« der linken Bewegung als fataler Fehler herausstellen.

    Positiv überrascht hat mich, dass die Partei Die Linke im Bundestag gegen das Gesetz gestimmt hat und sich nicht aus Angst, wegen ihres Abstimmungsverhalten sich mit der AfD und der FDP gemein zu machen, für Enthaltung entschieden hat.

    Ich habe wieder ein wenig Hoffnung.
  • Beitrag von Hagen R. aus R. (19. November 2020 um 09:19 Uhr)
    Wenn man sich fragt, wie scharf die Analyse der gesellschaftlichen Situation durch die Coronademonstranten wohl ist, muss man sich vor Augen führen, dass es dieselben sind, die Ende August, als die Infektionszahlen wieder deutlich stiegen, das Ende der Pandemie gefeiert haben.

    Auch allein die Idee, dass Union und SPD eine Diktatur errichten wollten, zeigt große Lücken in der politischen Bildung. Denn die bürgerliche Demokratie mit ihren wechselnden Regierungen gibt es ja nicht ohne Grund, sie erfüllt ja eine Funktion für das Kapital: die wirklich Mächtigen aus der Schusslinie zu nehmen und begrenzte politische Wechsel ohne Systemwechsel zu ermöglichen. Das wird doch nicht ohne Not geopfert. Damals 1933 bestand dank starker KPD diese Not für das Kapital, aber heute doch nicht!

    In der Tat muss eine linke Kritik am Infektionsschutzgesetz wohl auf anderem Wege artikuliert werden als im Schulterschluss mit solch weltfremden Demonstranten, wenn sie sich nicht der Lächerlichkeit preisgeben will.
    • Beitrag von Silvia L. aus B. (19. November 2020 um 13:31 Uhr)
      Die Not für das Kapital ist heute entscheidend größer, ihr Geschäftsmodell steht am Abgrund. Das Finanzsystem steht vor dem Aus, der Kapitalismus hat die Vernichtung der Lebensgrundlagen der Menschen fast abgeschlossen. Seit Jahren wartet man auf ein Virus, das den Vorwand liefert, das System radikal umzustellen, mit noch mehr Macht für die »Eliten«, mit noch mehr Profit. Es gibt auch in dieser Krise wieder Gewinner, wer wohl?

      Der PCR-Test kann kann keine Infektionen feststellen, infiziert heißt nicht krank. In den Nachrichten wird von Toten im Zusammenhang mit Corona gesprochen! Selbst die WHO spricht dem Virus inzwischen die vorhergesagte Gefährlichkeit ab.

      Die mutigen Demonstranten haben unsere Unterstützung verdient!
      • Beitrag von Hagen R. aus R. (19. November 2020 um 15:22 Uhr)
        Ich fürchte, da täuschen Sie sich. Das Geschäftsmodell des Kapitals läuft rund wie eh und je, dank des bestehenden Systems. Es steht keinesfalls am Abgrund, obwohl es Lebensgrundlagen zerstört. Es gibt Gewinner der Krise, eben innerhalb dieses Systems. Es besteht seitens des Kapitals nicht der Hauch einer Notwendigkeit, das System zu ändern, und es wird auch nicht geändert, diese Änderung wird nur von Verschwörungsideologen herbeifantasiert.
      • Beitrag der jW-Redaktion (20. November 2020 um 09:22 Uhr)
        Liebe Leserinnen und Leser, die Behauptung, die WHO habe »Corona« die Gefährlichkeit abgesprochen, stimmt nicht. Es gibt dazu diverse Faktenchecks, bitte googeln! (jt)
  • Beitrag von mike b. aus w. (19. November 2020 um 12:43 Uhr)
    Liebe Redaktion,

    seit Beginn der Pandemie ärgere ich mich über die Berichterstattung der jungen Welt über die Coronademos. Zum einen halte ich die Artikel für unsachlich: Es hat für mich keinerlei Informationswert, wenn, wie im neuesten Artikel »Entschlossen irrational«, die Teilnehmer der Demo in einzelne Gruppen eingeteilt werden, denen durch die jW ein erschreckend niedriges politisches Niveau bescheinigt wird. Die Coronademos sind über das ganze Land verteilt und ziehen viele Menschen an, es handelt sich nicht nur um eine Handvoll Verrückter. Über die Maßnahmen, die die (kapitalistische) Regierung ergriffen hat und weiter ergreift, muss gestritten werden. Für viele Menschen, die prekär beschäftigt sind, bedeutete der erste Lockdown eine große finanzielle Notlage. Ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass sich auch diese Menschen auf den Demos haben blicken lassen? Die. denen das Wasser bis zum Hals stand? Und die bekommen von der einzigen sozialistischen Tageszeitung bescheinigt, dass sie verrückt, Impfgegner, Nazis, Verschwörungstheoretiker sind? Wenn ich Lenin richtig interpretiere, wäre unser Platz von Anfang an dort gewesen, wo Menschen die Widersprüche, die Ungerechtigkeiten des Kapitalismus, die in der Pandemiezeit noch deutlicher als gewöhnlich zu Tage traten, bemerkten und ihrem Unmut Luft machen. Dass dieses kein reiner linker Protest war und ist, ist logisch, gerade deshalb hätten wir Linke da sein müssen, um unsere Meinung laut und deutlich kund zu tun, anstatt diese Rolle den Nazis zu überlassen. Und wem es am meisten nutzt, dass der Unmut der Bevölkerung auch von linker Seite diskreditiert wird, muss ich euch nicht erzählen. 

    Ich gehe nicht so weit, mein Abo zu kündigen und mich von meiner Tageszeitung abzuwenden wie einige andere, bin aber wirklich erschüttert. Ich glaube, das könnt Ihr besser. Ich wünsche mir eine sachliche Auseinandersetzung mit Coronademos und auch mit den Schutzmaßnahmen und keine bloße inhaltsleere Beschimpfung von Demonstranten, seien sie auch noch so unpolitisch und verwirrt (obwohl Ihr diesen Beweis schuldig geblieben seid).

    Viele Grüße,

    Gesine
    • Beitrag von Manfred G. aus H. (19. November 2020 um 16:54 Uhr)
      Ich gebe dir recht.

      Politisch bewertet, ist die Linke samt junge Welt ziemlich isoliert, was die Coronapolitik angeht.

      Sie verstehen einfach nicht, dass das Volk hauptsächlich aus unpolitischen und laienhaften Menschen besteht.

      Diese Menschen politisch zu berühren und ihnen einen Gedanken mit nach Hause zu geben, der sie zum Nachdenken anregt, können sie nicht.

      Sie reden abstrakt und phrasenhaft. Sie sind nicht in der Lage, konkrete Antworten auf konkrete Fragen zu geben.

      Politische Kausalität einfach darzustellen, dass jeder die Zusammenhänge versteht, damit sind sie überfordert.

      Statt dessen Reiten sie das Pferd des Kapitalismus und beschimpfen jeden, der nicht auf ihren Karren springt.

      Der Artikel von N. Popp »Entschlossen irrational« beschimpft und beleidigt die Menschen, die nicht seinem Kauderwelsch folgen.
    • Beitrag von Tommy R. aus J. (19. November 2020 um 18:41 Uhr)
      Liebe Gesine,

      habe genau das ungute Gefühl und finde die Äußerungen oder Texte beinahe abgeschrieben von den Etablierten.

      Es ist dasselbe Vokabular oder derselbe Inhalt (Gabriel bezeichnete diese Leute vor Jahren als Pack).

      Was ist niedriges politisches Niveau, und welche Personen verstecken sich dahinter?

      Wenn die CDU-Weinkönigin Julia Klöckner einen Zweiklassenintellekt oder eine Zweiklassenideologie eröffnet und das Ganze in Schwarmintelligenz und Schwarmdumme einteilt?

      Interessant, wo man sich dann laut Irrationalität einzuordnen hat.

      Ganz schwacher Beitrag der Redaktion. Liebe Grüße!
  • Beitrag von Silvia L. aus B. (19. November 2020 um 13:39 Uhr)
    Eigentlich eine Antwort auf Hagen, aber sie sollte für jeden zu lesen sein.

    Die Not für das Kapital ist heute entscheidend größer, ihr Geschäftsmodell steht am Abgrund. Das Finanzsystem steht vor dem Aus, der Kapitalismus hat die Vernichtung der Lebensgrundlagen der Menschen fast abgeschlossen. Seit Jahren wartet man auf ein Virus, das den Vorwand liefert, das System radikal umzustellen, mit noch mehr Macht für die »Eliten«, mit noch mehr Profit. Es gibt auch in dieser Krise wieder Gewinner, wer wohl?

    Der PCR-Test kann kann keine Infektionen feststellen, infiziert heißt nicht krank. In den Nachrichten wird von Toten im Zusammenhang mit Corona gesprochen! Selbst die WHO spricht dem Virus inzwischen die vorhergesagte Gefährlichkeit ab. Die Demagogie der Regierung und der etablierten Medien ist eines Propagandaministers würdig!

    Die mutigen Demonstranten haben unsere Unterstützung verdient! Richtig, die Linke muss die Maßnahmen kritisieren und darf sich nicht an der Verleumdung dieser Menschen beteiligen und den Protest den Rechten überlassen.
    • Beitrag von Rainer Z. aus B. (19. November 2020 um 14:05 Uhr)
      Erhebt sich für mich die Frage: Warum hat die WHO die von ihr ausgerufene Pandemie noch nicht aufgehoben? Es ist doch wohl eher bestenfalls die Meinung eines einzelnen WHO-Mitarbeiters und nicht der WHO als Organisation. Es scheint mir auch etwas weltfremd, aus dem in der BRD im internationalen Vergleich etwas günstigeren Pandemieverlauf auf eine angebliche Ungefährlichkeit zu schließen.
      • Beitrag von Silvia L. aus B. (19. November 2020 um 14:42 Uhr)
        Die WHO ist ein privater Verein, sie vertritt also klare Interessen. Sicher ist das einem Mitarbeiter nur rausgerutscht, das ändert aber nichts am Wahrheitsgehalt. Für die Toten in den verschiedenen Ländern gibt es viele Ursachen, auch falsche Therapien gehören dazu. Übergewicht ist ein Faktor, das Gesundheitssystem, das Durchschnittsalter der Bevölkerung u. a. m. Von Ungefährlichkeit habe ich nicht geschrieben, auch eine Grippe ist gefährlich. Dieser Vorwurf ist demagogisch. Es war von vielen Millionen Toten die Rede.
    • Beitrag von Hagen R. aus R. (19. November 2020 um 15:22 Uhr)
      Ich fürchte, da täuschen Sie sich. Das Geschäftsmodell des Kapitals läuft rund wie eh und je, dank des bestehenden Systems. Es steht keinesfalls am Abgrund, obwohl es Lebensgrundlagen zerstört. Es gibt Gewinner der Krise, eben innerhalb dieses Systems. Es besteht seitens des Kapitals nicht der Hauch einer Notwendigkeit, das System zu ändern, und es wird auch nicht geändert, diese Änderung wird nur von Verschwörungsideologen herbeifantasiert.
    • Beitrag von Jane Z. aus H. (19. November 2020 um 18:22 Uhr)
      Danke! Das fehlt schon lange in dieser Zeitung! Das Umsichschlagen gegen Bewegungen, die nicht von links kommen, aber aus der Bevölkerung, und die sofortige Abqualifizierung als Rechte und/oder Spinner führt nur zur Selbstisolation. Wozu sind Linke da? Dass sie die Regierungspolitik und -propaganda unterstützen? Seit wann hat diese Regierung die »Schwächsten der Gesellschaft« geschützt? Die Frage, wohin das Geld fließt und wer welche Interessen hat, wird in Coronazeiten in der jW gar nicht mehr gestellt. Da ist Jan Böhmermann »linker«! Ich wünsche mir die jW nicht als Regierungsorgan.

      Jane Zahn, Rheinsberg
    • Beitrag der jW-Redaktion (20. November 2020 um 10:17 Uhr)
      Liebe Leserinnen und Leser, hier noch einmal ein kleiner Kommentar: Es stimmt nicht, dass die WHO festgestellt hat, »Corona« sei so gefährlich wie eine normale Erkältung. Dazu gibt es diverse Beiträge, die im Internet leicht zu finden sind. (jt)
  • Beitrag von Tommy R. aus J. (19. November 2020 um 18:29 Uhr)
    Nico Popp ... Schön, dass Du geschrieben hast – traurig, dass sich der Verlag veranlasst sieht, es zu veröffentlichen.

    Die Masse der dortigen Demonstranten, das waren also nach klöcknerischer Definition die Schwarmdummen.

    Im Glaskuppelgebaude sitzen demzufolge die Schwarmintelligenten.

    Traurig ... Meinungspluralismus, Toleranz, Bürgernähe, Kommunikation, Mitbestimmung, Aufklärung, Rationalismus, Offenheit und Ehrlichkeit ... für das Kapital 2020 unerwünscht.

    Vielleicht würde niemand demonstrieren, wenn er seitens des Systems nicht das Gefühl hätte belogen, verunglimpft, verurteilt, unaufgeklärt, entkultiviert zu werden?

    Die Menschen sind ein Abbild ihrer Umgebung und ihrer Lebensverhältnisse.

    Wie hätte die Demo ablaufen sollen?

    Diszipliniert, organisatorisch perfekt, gutbürgerlich, auflagengemäß?

    Möglich schon – nur interessiert das die Mächtigen in keinster Weise mehr.

    Welche Bezeichnung verdienen in dieser Parallelwelt die Andersdenkenden auf den Straßen von 1989 ?

    Seit 1974 besitze ich jW-Abonnement, und ich bin Genosse der jW.

    Ihr befindet euch mit dieser Gleichschaltung im Fahrwasser des BRMainstream und seid auf dem Weg, wichtige Positionen des Klassenkampfes zu verlassen.

    Entschlossen irrational.
    • Beitrag von Joel K. aus G. (20. November 2020 um 13:40 Uhr)
      Wollen Sie sich im Namen des Klassenkampfes gegen Pandemiemaßnahmen stellen? Das wäre ein Schuss ins eigene Knie. Je leichter es einer Seuche gemacht wird, desto schwerer haben es insbesondere die Ausgebeuteten und Armen. China, Nordkorea, Vietnam und Kuba nehmen die Pandemie ernst. Haben die auch den Klassenkampf aufgegeben? Das Beste – für Risikogruppen, Lohnabhängige, Realwirtschaft, verantwortungsbewusste Menschen – wären effektive Maßnahmen, die konsequent durchgeführt werden, um eine Pandemie zu verhindern oder schnellstmöglich zu beenden. Sich dagegen auszusprechen, hilft nur ein paar Krisengewinnern und denen, die Dauerkrisen missbrauchen, um per Schockstrategie den neoliberalen Umbau hin zu mehr Kapitalschutz fortzuführen.
  • Beitrag von Hagen K. aus S. (19. November 2020 um 18:38 Uhr)
    Ich freue mich, dass ein Diskurs in der jW endlich stattfindet.

    Wenn auch nur im Leserforum.

    Ich schließe mich u. a. Silvia und Mike an.

    Habe einen netten Beitrag mit einem inhaltsschweren Musikvideo-Beitrag als Link beizutragen:

    https://hinter-den-schlagzeilen.de/wo-warst-du

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  • Sabine Hunger: Ohne Kompetenz Das, was Ihr unter der Überschrift »Entschlossen irrational« veröffentlich habt, gehört keineswegs auf Seite 1, da es sich mitnichten um Berichterstattung oder gar Information handelt. Die Be- bzw. eh...
  • Michael Mörtl: Irrationalität verbindet Ihr habt recht, da kommt ein Spektrum verschiedener Irrationalitäten zueinander, indem man sich auf die gemeinsame Ablehnung des Lockdowns fokussiert. Aber es sind auch viele dabei, die sich weder auf...
  • Roland Winkler, Aue: Jämmerlicher Zustand Theorie werde zur materiellen Gewalt, wenn sie die Massen ergreife, ist bei Marx zu lesen. Welche Theorien treiben aber heute die proletarischen Massen, ergreifen sie und werden zu materieller Gewalt?...
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