Gegründet 1947 Montag, 30. November 2020, Nr. 280
Die junge Welt wird von 2453 GenossInnen herausgegeben
Aus: Ausgabe vom 18.11.2020, Seite 1 / Kapital & Arbeit
Virus im Visier

Putin eröffnet BRICS-Gipfel

Treffen der führenden »Schwellenländer« zu Coronakrise und weiterer Zusammenarbeit
Russischer_Praesiden_67380765.jpg
Präsident Putin eröffnet am Dienstag in Moskau die Videokonferenz der BRICS-Staats- und Regierungschefs

Die weltweite Coronapandemie bestimmt auch maßgeblich den Inhalt eines Gipfeltreffens der sogenannten BRICS-Staaten. Am Dienstag rief Russlands Präsident Wladimir Putin als Gastgeber die Mitgliedsländer in Moskau zu mehr Anstrengungen für ein gemeinsames Impfforschungszentrum auf. Es sei wichtig, die Gründung des bereits geplanten Zentrums nun zu beschleunigen, erläuterte Putin zum Auftakt. Die Gruppe der wirtschaftlich mächtigsten »Schwellenländer« – Brasilien, Russland, Indien, China und die Republik Südafrika – hat die Zusammenkunft ihrer Staats- bzw. Regierungschefs erstmals in ihrer Geschichte als Videokonferenz organisiert.

Putin betonte, dass seine Regierung bereit sei, mit den anderen Ländern bei der Produktion russischer Coronaimpfstoffe zusammenzuarbeiten. Wissenschaftler der Russischen Föderation haben bereits zwei Impfstoffe gegen das Virus für eine Anwendung in der breiten Bevölkerung freigegeben. Im Westen wurde das von Medien und »Experten« im besten Falle als »bedenklich« bezeichnet – vor allem wohl deshalb, weil der Impfstoff schneller in die Praxis eingeführt worden war, als es westliche Pharmakonzerne vermochten. Putin betonte erneut, dass die Impfstoffe »Sputnik V« und »EpiVacCorona« effektiv und ungefährlich seien.

Zugeschaltet waren Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping, der indische Premierminister Narendra Modi sowie die Präsidenten Brasiliens und Südafrikas, Jair Bolsonaro und Cyril Ramaphosa. Auf der Konferenz soll es außerdem um die künftige Entwicklung der Gruppe, internationale Fragen und Strategien der wirtschaftlichen Partnerschaft bis 2025 sowie zur Antiterrorbekämpfung gehen. Die BRICS-Staaten repräsentieren mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung und fast ein Viertel der globalen Wirtschaftsleistung.

Das Kürzel »BRIC« war 2001 erstmals von James O’Neill, damals Chefvolkswirt der Großbank Goldman Sachs, verwendet worden. Die Gruppe, zu der 2010 auf Einladung Chinas auch Südafrika stieß, sieht sich selbst als eine Art Gegengewicht zu den alten kapitalistischen Machtzentren USA, EU und Japan. (dpa/jW)

Unverzichtbar!

»Mit ihrer umfangreichen Berichterstattung in der Rubrik Betrieb und Gewerkschaft ist die junge Welt bei meiner Tätigkeit in einer betrieblichen Tarifkommission unverzichtbar – sie motiviert und stärkt in der Argumentation!« Claudia K., Angestellte in einem IT-Unternehmen

Eine prinzipienfeste, radikal kritische Tageszeitung im Netz ist durch nichts zu ersetzen für all diejenigen, die dem real existierenden Kapitalismus und Faschisten etwas entgegensetzen wollen.

Diese Zeit braucht eine starke linke Stimme – gedruckt und online!

Debatte

  • Beitrag von Michael K. aus B. (18. November 2020 um 11:45 Uhr)
    »... vor allem wohl deshalb, weil der Impfstoff schneller in die Praxis eingeführt worden war, als es westliche Pharmakonzerne vermochten.« Entweder das – oder weil die internationalen Sicherheitskriterien, die auch die WHO vorschreibt, nicht eingehalten wurden. Phase-III-Tests haben halt schon ihre Berechtigung. Meine liebe jW, so ist das leider ganz schöner Quatsch.

Mehr aus: Kapital & Arbeit

»Gemeinsam statt alleinsam«: 3 Monate lang junge Welt im Aktionsabo lesen – für 62 €!