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Aus: Ausgabe vom 04.11.2020, Seite 16 / Sport

Alle gegen Brasilien

Von André Dahlmeyer
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Ecke ohne Publikum: Robinho von Brasiliens Gremio im Spiel gegen Kolumbiens America, Porto Allegre, 22. Oktober 2020

Einen wunderschönen guten Morgen! Bei der 61. Edition der Copa Libertadores ist mittlerweile die Gruppenphase abgeschlossen. Der Wettbewerb wird bis dato von den brasilianischen Teams dominiert, die vier der acht Gruppen gewannen. Zwei Gruppensiege gingen nach Argentinien und jeweils einer nach Uruguay und Bolivien. Die Drittplazierten wurden in die Copa Sudamericana abgeschoben, die Gruppenletzten als Versager abgestempelt.

Unter den Versagern befanden sich Topteams wie Colo-Colo (Santiago de Chile) und Olimpia (Asunción). Die größte Überraschung war wohl die Gruppe C, die der Club Deportivo Jorge Wilstermann aus Cochabamba (Bolivien) vor Athletico Paranaense (Curitiba/Brasilien) und Peñarol (Montevideo/Uruguay) für sich entschied. Beinahe hätten sich die Cochabambinos gar nicht qualifiziert. Am letzten Spieltag hatte Peñarol daheim gegen Paranaense kurz vor Schluss das Match gedreht. In Santiago stand es 0:0. Wilstermann musste nun gewinnen und in der 88. Minute gelang Moisés Villarroel Angúlo tatsächlich noch das wilde Qualifikationstörchen.

Unter den Abgeschobenen befanden sich der ruhmreiche FC São Paulo (chancenlos gegen River Plate Buenos Aires und die Liga de Quito aus Ecuador) sowie die Universidad Católica (Santiago de Chile), die Grêmio und Internacional, den beiden Teams aus Porto Alegre, den Vortritt lassen musste, aber am letzten Spieltag mit dem erst zweiten Sieg (2:1 gegen Inter) noch an América de Cali (Kolumbien) vorbeizog, weil die Cafeteros bei Grêmio nur 1:1 kickten. Zunächst hatte der Exwolfsburger Andrés D’Alessandro Inter mit einem Strafstoß in Führung gebracht. Im Gegenzug glich sein argentinischer Landsmann Fernando Matías Zampedri aus. Das Zittern für die UC ging bis zum Schluss weiter, denn erst in Minute 89 gelang wiederum Zampedri noch der Siegtreffer. Dann hieß es warten. Die roten Teufel von Cali führten in Porto Alegre seit der 53. Minute durch ein Eigentor von Walter Kannemann mit 1:0. Und der argentinische Schiri und Schwimmbeckenbauer Fernando Rapallini machten keinerlei Anzeichen, die Chose nach Ablauf der regulären Spielzeit ordnungsgemäß abzupfeifen. Man kann das natürlich verstehen. Seit es den VAR (Videobeweis) gibt, machen die Schiristämme in Südamerika, was sie wollen, schließlich sollen in Zeiten von ketzerischem Covid-19 nicht auch noch Wettbüros bluten müssen, irgendwo muss der Mammon hin. Aber da der VAR in der Copa Libertadores erst mit den Achtelfinals eingesetzt wird, war an Rapallinis Performance wohl nichts als ein Batzen Blitzdemenz (Ultraschleppmetal) schuld. In der 101. Minute gelang Mittelstürmer-Oldtimer Diego de Souza Andrade dann das 1:1 für Grêmio, die Trasandinos waren durch.

Die Teams, die in der Libertadores ihre Gruppen gewonnen haben, spielen das entscheidende Rückspiel der K.-o.-Runden immer im eigenen Stadion. Die Achtelfinals beginnen am 24. November ohne Teams aus Peru, Venezuela, Chile und Kolumbien. Noch dabei sind sechs Brasilianer, je drei aus Ecuador und Argentinien, zwei aus Paraguay und je ein Team aus Uruguay und Bolivien. Die verbliebenen silberländischen Teams müssen alle gegen Brasilianer ran. Au Backe! Am härtesten hat es den Racing Club getroffen, dessen Schicksal gegen Flamengo sich im Rückspiel im Maracanã entscheiden wird. River Plate entscheidet die Serie gegen Paranaense daheim, wenn auch nicht im eigenen Stadion, das wird umgebaut. Paranaense war letzte Saison Fünfter in Brasilien und gewann den Pokal der Brasucas, liegt im aktuellen Brasileirão aber mit vier Siegen aus 18 Spielen nur auf dem vorletzten Platz. Die Boca Juniors werden es gegen Internacional aus Porto Alegre sehr schwer haben.

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