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Aus: Ausgabe vom 23.10.2020, Seite 3 / Schwerpunkt

Hintergrund: Vom Bürgerkrieg zum Faschismus

Die Daten zur neueren Geschichte Griechenlands zeigen den Weg der Gesellschaft vom verlorenen Bürgerkrieg der kommunistischen Partisanen, die sich den deutschen Faschisten entgegengestellt hatten, bis hin zur Gründung der Chrysi Avgi im Jahr 1985.

13. Oktober 1944: Die britische Armee landet in Athen. Griechenland ist von den siegreichen Alliierten zum britischen Interessengebiet erklärt worden.

3. Dezember 1944: Die Dekemvriana (Dezemberereignisse). Ein Demonstrationszug der griechischen Befreiungsfront EAM wird auf dem Syntagma-Platz von Polizei und britischen Soldaten zusammengeschossen.

12. Februar 1945: Die kommunistischen Partisanen unterzeichnen den Vertrag von Varkiza und geben damit nicht nur ihre Waffen, sondern auch ihre politischen Möglichkeiten aus der Hand.

16. Oktober 1949: Nach vier Jahren endet der Bürgerkrieg. Die besiegten Kommunisten werden auf Folterinseln wie Makronissos deportiert und gezwungen, ihre politische Vergangenheit schriftlich zu »bereuen«.

1. Januar 1952: »Im Namen der heiligen, wesensgleichen und unteilbaren Dreifaltigkeit« beschließt das Parlament eine neue Verfassung. Sie verbietet die politische Linke.

21. April 1967: Eine Gruppe von Offizieren unter Führung von Georgios Papadopoulos übernimmt mit einem Staatsstreich die Macht. König und Kirche stehen auf seiten der Putschisten.

23. Juli 1974: Die Militärjunta verliert die Unterstützung der USA und tritt ab.

Januar 1985: Griechische Faschisten bilden die Formation Chrysi Avgi.

1. November 1993: Chrysi Avgi wird unter dem sozialdemokratischen Regierungschef Andreas Papandreou als politische Partei anerkannt und darf an Wahlen teilnehmen.

9. Oktober 2020: Der Areopag erklärt die Chrysi Avgi zur »kriminellen Organisation«. (hgh)

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