Die XXVI. RLK-Konferenz findet statt
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Aus: Ausgabe vom 19.10.2020, Seite 16 / Sport
Schwimmen

Die Angst schwimmt mit

Wegen Corona: Die deutschen Schwimmeisterschaften wurden abgesagt. ISL-Event in Budapest soll weiter stattfinden
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Lieber Vorsicht als Nachsicht: Florian Wellbrock geht nicht ins Risiko

Florian Wellbrock ist nachdenklich geworden. »Eine Ansteckung könnte mehr kosten als meinen Olympiatraum«, sagte der Doppelweltmeister nach der coronabedingten Absage der für Ende des Monats geplanten deutschen Meisterschaft im Schwimmen (DM) in Berlin: »Angesichts der aktuellen Unsicherheiten ist mir Vorsicht definitiv lieber als Nachsicht.«

Der Deutsche Schwimmverband (DSV) hatte die Meisterschaften als Comeback des Sports verkauft, als »Zeichen des Aufbruchs und Rückkehr zur Normalität« in schwierigen Zeiten. Am Sonnabend wurde das Event ersatzlos gestrichen – die Infektionszahlen steigen rasant, die Meldezahlen sanken. Ursprünglich waren die Titelkämpfe schon für April vorgesehen gewesen. »Dann erst mal lieber nur Wettkämpfe im kleineren Rahmen an den Bundesstützpunkten«, kommentierte Wellbrock.

Die Absage wirft nochmals ein grelles Licht auf die Profiserie ISL, die für ein fünfwöchiges Event Schwimmstars aus der ganzen Welt in den Coronahotspot Budapest einfliegen ließ. Der DSV hatte seine Athleten wegen »nicht kalkulierbarer Risiken« ausdrücklich vor einer Teilnahme gewarnt. Wellbrock wollte bei der DM starten, in Budapest aber nicht. Die Angst vor einer Ansteckung mit Covid-19 und möglichen Spätfolgen selbst bei jungen Topsportlern ist groß. »Niemand weiß bislang genau, welchen Einfluss das auf die künftige Leistungsfähigkeit hat«, mahnte der 23jährige: »Wenn die Lunge dadurch künftig nur ein Prozent weniger leistet, gefährdet das die Karriere.«

Auf das ISL-Event in der Duna-Arena von Budapest wird das wohl keinen Einfluss haben, acht deutsche Schwimmer gehen dort ins Wasser. Zu verlockend sind das üppige Startgeld und die Aussicht auf hochklassige Wettkämpfe. Exweltmeister Marco Koch (30), Brustschwimmer und einer der DSV-Stars ist dabei und sieht die Lage nicht kritisch: »Das ist der Grund, dass wir zu Hause zwei Tests machen mussten und hier für weitere Tests gleich weggesperrt wurden«, sagte er am Sonntag. »Ich habe noch von keinem Vorfall hier innerhalb der Blase gehört.« (sid/jW)

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