Die XXVI. RLK-Konferenz findet statt
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Aus: Ausgabe vom 19.10.2020, Seite 4 / Inland
Protest gegen Rodungen

Aktionsrallye gegen Abholzung

Statt Menschenkette dezentrale Aktionen gegen Ausbau der Autobahn A 49 und für Erhalt des Dannenröder Waldes. Auch Stopp von Polizeieinsatz gefordert
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Polizeieinsatz gegen Umweltaktivisten im Dannenröder Forst (13.10.2020)

Nachdem am Freitag wegen der Coronapandemie größere Protestversammlungen gegen die Abholzungen im Dannenröder Wald und im Herrenwald abgesagt worden waren, haben am Wochenende ersatzweise dezentrale Aktionen stattgefunden.

Damit wollten die Beteiligten nicht nur für den Erhalt der teils 200 bis 300 Jahre alten Bäume eintreten, die in dem mittelhessischen Waldgebiet für den Ausbau der Autobahn A 49 gerodet werden, sondern auch für eine bundesweite sozial-ökologische Verkehrswende. Im Rahmen der »Aktionsrallye«, die bereits ab Donnerstag lief, wurden auf Waldwegen Barrikaden errichtet und einzelne Bäume besetzt. Einige Musiker der Initiative »Lebenslaute« hatten zum Auftakt ein vierstündiges Blockadekonzert veranstaltet, ehe sie von der Polizei geräumt worden waren.

Eine geplante Menschenkette an dem Waldgebiet war am Freitag vom Aktionsbündnis »Keine A 49« der Organisationen Campact, BUND, Fridays for Future und Naturfreunde Deutschland abgesagt worden. Die Entwicklung der Coronazahlen lasse eine überregionale Mobilisierung zu der Protestaktion »nun nicht mehr verantwortungsvoll zu«, hatte das Bündnis erklärt – und zugleich einen Stopp des Polizeieinsatzes gegen die Aktiven, die das Waldstück besetzt halten, gefordert. »Die Räumung muss aus Verantwortung für die Polizistinnen und Polizisten und die Aktivistinnen und Aktivisten im Wald sofort beendet werden«, hatte der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt erklärt.

Neben Aktiven im direkt betroffenen Gebiet nahmen am Wochenende auch Gruppen und Initiativen in anderen Bundesländern an der Aktionsrallye unter dem Motto »Aktion Schlagloch« teil. Die Jugendbewegung »Fridays for Future« solidarisierte sich am Donnerstag abend mit streikenden Beschäftigten der Dresdner Verkehrsbetriebe. An mehreren Verkehrsknotenpunkten der sächsischen Stadt wurden Banner mit Parolen wie »Wälder brauchen Verkehrswende« und »Solidarität mit allen ÖPNV-Beschäftigten« aufgehängt. Auf einem der Transparente wurde auch Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) mit den Worten »Andi, bist du bescheuert?« direkt angesprochen.

Uwe Hiksch von den Naturfreunden Deutschland hatte bereits am Freitag weitere Proteste gegen die Rodung des Dannenröder Waldes angkündigt. Für den 25. Oktober werde erneut »zu dezentralen Aktionen am Wald und in vielen deutschen Städten« aufgerufen, erklärte er. (dpa/jW)

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