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Aus: Ausgabe vom 17.10.2020, Seite 8 / Ansichten

Extremismusesoteriker des Tages: Uwe Backes

Von Claudia Wangerin
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Uwe Backes

Seit mehr als 20 Jahren lehrt Professor Uwe Backes den politikwissenschaftlichen Nachwuchs in Dresden sinngemäß, dass der Unterschied zwischen »Links- und Rechtsextremismus« unwesentlich und der Faschismus im Prinzip nicht schlimmer gewesen sei als der Realsozialismus. Als westdeutscher Anhänger der »Hufeisentheorie« von den extremen Rändern, die sich nahekommen, hat er seinen Teil dazu beigetragen, dass die Rechtsentwicklung nicht effektiv bekämpft werden konnte.

Geboren wurde Backes 1960 in Rheinland-Pfalz, studiert hat er in Trier und Bayreuth. Stipendien führten ihn dann nach Paris, London und Washington und eine kurze Gastprofessur an die Katholische Universität Eichstätt – bevor er 1999 eine außerplanmäßige Professur für vergleichende Diktaturforschung an der Technischen Universität Dresden erhielt und stellvertretender Direktor des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung (HAIT) wurde. Sein Thema ist seither die »doppelte Diktaturvergangenheit«. Angriffskrieg und Holocaust wirken in diesem Geschichtsbild wie kleine Besonderheiten am Rande. Ostdeutsche mit bewussten Erinnerungen an die DDR können von Backes lernen: Der Faschismus war ungefähr wie das, was ihr kanntet, bevor es hier Coca-Cola, Markenjeans und Massenerwerbslosigkeit gab – damals, als Geheimdienste noch Menschen bespitzelten.

Beim sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) geht Backes als »Experte für Rechtsextremismus« durch. Es sei wichtig, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, sagte Kretschner am Freitag bei der Vorstellung des von Backes und dem HAIT-Mitarbeiter Steffen Kailitz herausgegebenen Buchs »Sachsen – eine Hochburg des Rechtsextremismus?«. Das Bundesland ist demnach nicht uneingeschränkt als »Hochburg« anzusehen. Das Problem ist nach Meinung der Herausgeber eher der Osten insgesamt – und die »doppelte Diktaturvergangenheit«.

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Debatte

  • Beitrag von Josie M. aus J. (18. Oktober 2020 um 18:10 Uhr)
    Glückwunsch an Claudia Wangerin nicht nur für die Bezeichnung »Extremismusesoteriker« für einen Uwe Backes, der seit 20 Jahren seinen wohlfeilen »Glauben« an die »Hufeisentheorie« im Gewand der politischen »Wissenschaften« ausgerechnet in Dresden vermitteln darf, sondern für den gesamten Artikel.

    Er ist wieder einmal ein »leuchtendes« Beispiel für die Hybris der westlichen »Abwickler« der ehemaligen DDR, die glauben, aber nicht wissen wollen, die die fatalen Wechselwirkungen des Kalten Krieges auszublenden scheinen sowie natürlich auch den Terror, dem die Menschen, wo auch immer, auf dieser kapitalistisch dominierten Welt, ausgesetzt waren und sind, die den Finger auf die Wunden des bis heute nachwirkenden Faschismus legten oder noch legen.

    Aktuellstes Beispiel: Julian Assange.

    Josie Michel-Brüning, Wolfsburg

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