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Aus: Ausgabe vom 15.10.2020, Seite 15 / Medien
Marktmacht

Google weiter im Visier des Staates

Medienbericht: US-Regierung erwägt Zwangsverkauf des Browsers Chrome
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Eine der Stützen von Googles Marktdominanz: Icon des Browsers Chrome

Die US-Regierung will anscheinend weiterhin die gewaltige Marktmacht der großen Techkonzerne begrenzen, insbesondere die von Google. Nun erwägt Washington offenbar, der Tochter des US-Multis Alphabet Inc. einen Zwangsverkauf des populären Internetbrowsers »Chrome« zu verordnen. Entsprechende Überlegungen hätten das Justizministerium und Ermittler im Zusammenhang mit möglichen Kartellrechtsverstößen angestellt, berichtet das Fachportal Golem (golem.de) am Dienstag unter Berufung auf das US-Magazin Politico. Diese Überlegungen in Verbindung mit einem Kartellrechtsverfahren könnten zur ersten Zerschlagung eines US-Konzerns seit Jahrzehnten führen, hieß es weiter.

Dem Politico-Bericht zufolge seien die internen Diskussionen zum Regierungsvorgehen noch nicht abgeschlossen, so Golem. Allerdings hätten sich die Ermittler bereits mit Experten für Onlinemarketing sowie Vertretern von Internetkonkurrenten und Verlagen beraten, um Googles Kontrolle über einen großen Teil des Werbemarktes im Internet zu schwächen.

Darüber hinaus bereite das US-Justizministerium eine Klage gegen Google vor, die schon in dieser Woche eingereicht werden könnte. Dabei soll es unter anderem darum gehen, dass Google seine Marktmacht bei dem konzerneigenen Smartphone-Betriebssystem »Android« ausnutzt, um seine eigenen Suchdienste gegenüber der Konkurrenz zu bevorzugen. Aus diesem Grund hatte bereits die EU-Kommission im Juli 2018 eine Milliardenstrafe gegen Google verhängt.

Ein Verkauf von Chrome sei möglicherweise dazu geeignet, die Marktmacht von Google zu reduzieren, glauben die Regierungsjuristen. Verwiesen wurde dabei auf die Entscheidung des Konzerns vom Januar 2020, wonach Chrome keine Tracking-­Cookies (Miniprogramme zur »Erforschung« des Nutzerverhaltens) von Drittanbietern mehr zulassen soll. Das könnte zu starken Einnahmeverlusten bei den Verlagen führen. Auch wenn andere Browser ebenfalls Cookies von Drittanbietern blockierten, seien die Auswirkungen bei Chrome größer: Dessen Marktanteil liege bei 60 Prozent auf Desktop-Rechnern und 37 Prozent auf mobilen Geräten.

Eine mögliche Zerschlagung der großen IT-Konzerne war in der vergangenen Woche auch in einem Unterausschuss des US-Repräsentantenhauses ins Gespräch gebracht worden (jW berichtete). Google wurde im entsprechenden Bericht unter anderem vorgeworfen, die Startseite der Suchmaschine oder das Betriebssystem Android dazu eingesetzt zu haben, den Chrome-Browser populär zu machen. (jW)

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