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Aus: Ausgabe vom 13.10.2020, Seite 5 / Inland
Industrieller Umbau

Stahlindustrie in Dauerkrise

Prognose: Branche wird sich nur langsam von Corona erholen – IG Metall fordert Staatseinstieg
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Schon längst kein »zukunftssicherer Job« mehr: Stahlkocher beim größten deutschen Produzenten Thyssen-Krupp (Duisburg, 28.8.2020)

Die Stahlindustrie hierzulande wird sich nach Einschätzung des RWI-Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung nur langsam von der Coronakrise erholen. Im kommenden Jahr sei deshalb noch einmal mit der Streichung von rund 3.000 Arbeitsplätzen in der Branche zu rechnen, prognostizierten die Konjunkturexperten in ihrem am Montag veröffentlichten »Stahlbericht«.

Nach Einschätzung der Analysten wird die Rohstahlerzeugung in Deutschland in diesem Jahr bedingt durch die Pandemie und den damit verbundenen Einbruch der deutschen Industrieproduktion um 15 Prozent sinken. Im nächsten Jahr werde die Produktion zwar wieder um 10,9 Prozent auf 37,5 Millionen Tonnen steigen. Damit werde das Vorkrisenniveau aber auch 2021 noch deutlich verfehlt.

Doch ist es nicht nur die Pandemie, die die deutsche Stahlindustrie vor große Probleme stellt. Der Stahlbedarf werde voraussichtlich auch deshalb sinken, weil deutsche Automobilhersteller im Übergang zur E-Mobilität ausländische Märkte verstärkt durch Produktionsstätten vor Ort bedienen. »Für die deutsche Stahlindustrie könnten dadurch strukturelle Überkapazitäten entstehen«, warnte das RWI.

Die Stahlindustrie muss aus Sicht der Bundesregierung ihre Position gegenüber internationalen Konkurrenten verbessern. Dafür seien neue »Wettbewerbsmodelle« nötig, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums am Montag in Berlin. Sie verwies auf Aussagen von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) aus der vergangenen Woche. Das Problem sei nicht in erster Linie über Staatsbeteiligungen zu lösen.

Aber genau diese hatte die IG Metall gefordert. »Der Staat muss einsteigen«, sagte etwa IG-Metall-Vorstandsmitglied Jürgen Kerner, der auch stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats des Gesamtkonzerns bei Thyssen-Krupp ist. Hierbei sei vor allem die Landesregierung in NRW gefordert. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) lehnte unterdessen eine Staatsbeteiligung ab. Unterstützung erhalten die Metaller von Die Linke aus dem Landtag. Christian Leye, NRW-Landessprecher, erklärte: »Die Weigerung von Ministerpräsident Laschet, über einen staatlichen Einstieg bei Thyssen-Krupp zu reden, ist ein Reflex aus der Mottenkiste des Kalten Krieges.« Natürlich müsse man jetzt an die Eigentumsverhältnisse bei Thyssen-Krupp heran, so der Linke-Politiker. (dpa/Reuters/jW)

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