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Gutachten: Niederlande sollten koloniale Raubkunst zurückgeben

Foto: Wikimedia Commons
Niederländische Kaufleute der Ostindien-Kompanie gingen im 17. Jahrhundert auf Beutezug in Südostasien

Den Haag. Die Niederlande sollen nach einem Gutachten des Kulturrates die aus früheren Kolonien geraubten Kulturschätze zurückgeben. Das Unrecht müsse anerkannt und den ursprünglichen Eigentümern die Rückgabe der Objekte zumindest angeboten werden, empfiehlt die im Auftrag der Regierung eingesetzte Sachverständigenkommission, die am Mittwoch in Den Haag ihr Gutachten vorlegte. Die Kommission schätzt, dass es um Hunderttausende Objekte in Museen und Sammlungen geht.

Das Kulturministerium hatte das Gutachten in Auftrag gegeben, um über den Umgang mit Objekten aus den ehemaligen Kolonien zu entscheiden. Es geht um Kulturgüter vom Anfang des 17. Jahrhundert bis 1975, als die letzte niederländische Kolonie Surinam unabhängig wurde. Kaufleute hatten seit dem 17. Jahrhundert von ihren Handelsreisen nach Asien viele Kultur- und Kunstobjekte mitgebracht – in der Regel ohne Zustimmung der Bevölkerung. Die Niederlande besitzen zum Beispiel eine der weltweit größten Sammlungen indonesischer Kulturschätze. Das müsse nach Ansicht der Kommission die Verantwortung für die koloniale Vergangenheit übernehmen. »Das historische Unrecht ist sichtbar in den kolonialen Sammlungen, die bis zum heutigen Tag in den niederländischen Museen zu sehen sind.« Im Gespräch mit den betroffenen Staaten solle entschieden werden, wie am besten mit den Objekten umzugehen sei. (dpa/jW)

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Erschienen am 08.10.2020, Feuilleton

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