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Aus: Ausgabe vom 12.10.2020, Seite 2 / Inland
Umgang mit der Pandemie

Einschränkungen nehmen zu

Neue Maßnahmen als Reaktion auf steigende Zahl an Coronainfektionen
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Auch im Stuttgarter Rathaus werden neue einschränkende Maßnahmen beraten

Angesichts der weiter steigenden Zahl von Coronaneuinfektionen haben Ministerpräsidenten der Länder schärfere Sanktionen und mehr Disziplin der Bevölkerung angemahnt. Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) plädierte in der Bild am Sonntag für ein bundesweit einheitliches Bußgeld von 250 Euro für Menschen, die das Tragen von Masken verweigern. Sein baden-württembergischer Kollege Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) forderte die Menschen auf, nicht mehr alles zu machen, »was sie noch dürfen«. Demgegenüber wandte sich der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff, gegen »Alarmismus«. »Wir sollten jetzt nicht Sanktionen in den Vordergrund stellen, sondern die eigentlichen Ursachen der Hotspots bekämpfen«, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Der in der Debatte stets bemühte Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wurde am Wochenende auch in Stuttgart und Essen überschritten. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag in Essen bei 57,3, wie das Landeszentrum Gesundheit in Nordrhein-Westfalen am Sonntag mitteilte. Am Samstag abend hatte Stuttgart den Wert von 50,5 erreicht. Auch Köln überschritt am Sonnabend diese Schwelle. Zuvor war dies bereits etwa in Berlin, Bremen und Frankfurt am Main der Fall. In Berlin trat am Wochenende eine nächtliche Sperrstunde in Kraft, Stuttgart bereitet diese vor, Köln schränkte das Trinken von Alkohol in der Öffentlichkeit stark ein.

Die Stadt Stuttgart mobilisiert zur Verfolgung von Kontaktpersonen im Zuge der Coronapandemie die ganze Stadtverwaltung. Zudem erbittet sie die Hilfe der Bundeswehr, wie Stefan Ehehalt, Leiter des Stuttgarter Gesundheitsamts, am Sonntag mitteilte. »Die Zahlen steigen auf besorgniserregende Weise an, und zwar so stark, dass das Gesundheitsamt die für die Kontrolle der Pandemie so wichtige Kontaktpersonennachverfolgung nicht mehr gewährleisten kann«, so Ehehalt.

Bundesweit stieg die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Sonntag um 3.483, wie das Robert-Koch-Institut mitteilte. Von Mittwoch zu Donnerstag war der Wert von 2.828 auf 4.058 erheblich gestiegen. Am Sonnabend morgen waren es 4.721 neue Fälle. An Sonntagen sind die erfassten Fallzahlen erfahrungsgemäß meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI melden. (AFP/dpa/jW)

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