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Aus: Ausgabe vom 30.09.2020, Seite 15 / Antifa
Aufmarsch von »Der III. Weg«

Proteste und Blockaden in Berlin

Antifaschisten wollen sich Aufmarsch von Neonazis zum 3. Oktober entgegenstellen
Von Felix Schlosser
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Erfolgreiche Gegenwehr: Immer wieder konnten Anitfaschisten zum Protest mobilisieren (Chemnitz, 1.5.2018)

Am Rande der offiziellen Feierakte zum Tag der deutschen Einheit bereiten sich Nazigegner in Berlin auf einen für den 3. Oktober angekündigten Neonaziaufmarsch in Lichtenberg vor. Zu der Aktion mobilisiert die faschistische Kleinstpartei »Der III. Weg« bundesweit. Der Aufmarsch soll an diesem Sonnabend ab 14 Uhr am S-Bahnhof Wartenberg in Hohenschönhausen starten. Doch im Kiez regt sich bereits vielfältiger Protest.

»Der III. Weg« hat bundesweit rund 600 Mitglieder. Antifaschisten aus dem Bezirk schätzen, dass sich dementsprechend eine mittlere dreistellige Zahl von Neonazis am Aufmarsch beteiligen könnte. Dessen Ausgangsort ist nicht zufällig gewählt. So erklärte eine Sprecherin des antifaschistischen Bündnisses »Gemeinsam gegen Rassismus« (Hohenschönhausen) am Dienstag gegenüber junge Welt, dass die Route der Faschisten »durch die breiten Straßen schwer zu blockieren« sei. »Die Neonazis wollen in dieser Region Bürgernähe simulieren«. Doch die Kleinstpartei habe in Hohenschönhausen keine Basis in der Bevölkerung. »Die wenigen Kader in Berlin leben vor allem in Lichtenberg und Hellersdorf«, so die Sprecherin.

Am 3. Oktober größere Präsenz demonstrieren zu wollen, das sei nach Einschätzung der Antifaschisten aus Hohenschönhausen politisches Kalkül der Neonazis. »Während die regionalen Veranstaltungen der Partei oft nur wenige Teilnehmende haben, werden zu den bundesweiten Aufmärschen teilweise mehrere hundert Neonazis mobilisiert«, sagte die Sprecherin. Dabei konzentriere sich »Der III. Weg« auf historisch bedeutsame Termine. In diesem Jahr fiel die zentrale Versammlung am 1. Mai in Erfurt jedoch wegen der Auflagen zur Eindämmung der Coronapandemie aus. Deshalb würden die Neonazis nun versuchen, den bevorstehenden bundesweiten Feiertag zu instrumentalisieren.

In Hohenschönhausen sind bereits zahlreiche Proteste geplant. Bereits an diesem Freitag soll ab 18 Uhr eine Vorabenddemonstration unter dem Motto »Deutschland ist Brandstifter« am S-Bahnhof Frankfurter Allee stattfinden. Am darauffolgenden Tag ist als zentraler Anlaufpunkt das »Demokratiefest« am Prerower Platz vorgesehen. Daneben soll es antifaschistische Kundgebungen am Einkaufszentrum RIZ und an der Egon-Erwin-Kirsch Straße, Ecke Falkenberger Chaussee geben. Eine Demonstration soll ab 12 Uhr an der Ribnitzer Straße, Ecke Wustrower Straße starten.

Zusätzlich ruft das Bündnis »3. Weg versenken!« zu Blockaden auf. Treffpunkte zur gemeinsamen Anreise sind um elf Uhr am Bahnhof Ostkreuz und um zwölf Uhr am Alexanderplatz auf dem Bahnhofsvorplatz am Fernsehturm. Zudem ist eine Fahrradanreise ab 11.15 Uhr vom Velodrom aus geplant. Seitens der Bezirkspolitik hatten in der Septembersitzung der Bezirksverordnetenversammlung Lichtenberg alle Parteien außer der AfD eine gemeinsame Resolution »gegen Rassismus und extreme Rechte« verabschiedet. Dem Hohenschönhauser Bündnis gegen Rassismus zufolge hängt die Verhinderung des Aufmarsches jedoch vor allem vom entschlossenen Agieren der Antifaschisten vor Ort ab.

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