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Aus: Ausgabe vom 23.09.2020, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Gegen Vorurteile

Campus-Cinema | Mo., 22.45 Uhr, ARD-alpha
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Keine Furcht vor Terroristen: Der Lehrer Salah Farah (Abdiwali Farrah) in dem auf tatsächlichen Ereignissen beruhenden Kurzfilm »Watu Wote«

Walter Benjamin, dessen Todestag sich am Wochenende zum 80. Mal jährt, meinte einmal, dass das Ideal beim Rundfunk nicht eine Vielzahl von Programmen sei, wie sie seinerzeit in der heutigen Form noch gar nicht absehbar war, sondern ein einziges, und alle müssten daran teilnehmen und darüber diskutieren können. Wie recht er doch hatte, wenn man bedenkt, zu welchen Zeiten und auf welchen Sendern mitunter die hervorragendsten Beiträge laufen: so der Kurzfilm »Watu Wote« von Katja Benrath, der von einem Überfall der Schabab-Miliz auf einen Reisebus 2015 in Kenia erzählt, bei dem die muslimischen Fahrgäste mit Mut und Opferbereitschaft ein Massaker an ihren christlichen Mitreisenden verhinderten. Den Film müsste angesichts der zahlreichen Vorurteile über Muslime eigentlich jeder sehen, er könnte hervorragend im Hauptprogramm laufen – aber schon am heutigen Mittwoch verschwindet er wieder aus der ARD-Mediathek. Schade. Ach ja: Warum müssen eigentlich Deutsche »afrikanische Filme« drehen? (jt)

Unverzichtbar!

»Kapitalismus und intakte Umwelt sind wie Feuer und Wasser. Die junge Welt benennt hier Ursachen und Verursacher und liefert damit die Basis für die Arbeit in der Klimagerechtigkeitsbewegung.« Jupp Trauth, Klimaaktivist bei Ende Gelände

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Leserbriefe zu diesem Artikel:

  • Peter Richartz, Solingen: Auftrag missachtet Es ist eine Unsitte der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender, brisante Recherchen lediglich im Internet zu präsentieren anstatt zur besten Sendezeit im Programm. So bleibt die Öffentlichkeit weitgehen...

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