Gegründet 1947 Donnerstag, 22. Oktober 2020, Nr. 247
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Aus: Ausgabe vom 21.09.2020, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Mit Nazis reden

DLF-Kommentar | So., 6.05 Uhr
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Sind Antifaschisten »infantil«, weil sie nicht mit Nazis reden wollen? Demo in Düsseldorf gegen die Partei »Die Rechte« am 12. Oktober 2019

Drohbriefe mit dem Kürzel »NSU 2.0«, die aus Dienststellen kommen; Beamte, die ihre behördlichen Fähigkeiten nutzen, um Antifaschisten auszuspionieren; ganze Dienstgruppen, die sich Hitler-Bilder und Witze über Gaskammern hin- und herschicken: Die deutsche Polizei hat ein Problem. Doch was tun? Die Kommentatorin des Deutschlandfunks hat eine Idee: »Wer ›Nazis raus‹ fordert, ist infantil«, findet sie. Statt dessen: »Die, die irgendwie noch erreichbar sind, wieder zurück in die Mitte holen.« Ist die neonazistische Unterwanderung der Polizei ein Problem für Sozialarbeiter, wird einfach zu wenig miteinander geredet? Man kann es auch anders sehen: Beamte, die einen Eid auf das Grundgesetz ablegen, um sich anschließend in Kampfbünden zu dessen Abschaffung zusammenzurotten, sind – kriminell. Ihnen gehören die Uniformen ausgezogen, die Pensionsansprüche gestrichen, Prozesse gemacht. Und natürlich: Nazis raus. Auch aus den Behörden, selbst wenn das – zugegebenermaßen – unrealistisch klingt. (sc)

Unverzichtbar!

»Ich schätze die junge Welt wegen ihrer solidarischen Haltung und Berichterstattung zu Kuba. Dabei deckt sie Fake-News auf und schreibt über sonst totgeschwiegene Themen.« Samuel Wanitsch, Mitglied der nationalen Koordination der Vereinigung Schweiz-Kuba

Eine prinzipienfeste, radikal kritische Tageszeitung ist durch nichts zu ersetzen für all diejenigen, die dem real existierenden Kapitalismus und Faschisten etwas entgegensetzen wollen.

Diese Zeit braucht eine starke linke Stimme!

Debatte

  • Beitrag von Ralf S. aus G. (21. September 2020 um 03:05 Uhr)
    Hinter derlei zur Schau getragenen, großzügigen Toleranz gegenüber Faschisten im Mäntelchen der »besorgten Bürger«, oft verpackt in einen demokratischen Appell (weil Demokratie ist doch Toleranz und Diskurs! Da darf man niemanden grundsätzlich ausschließen, will man nicht in einer DDR 2.0 landen!), steckt wohl vielmehr die verborgene Einsicht, dass man bei einem konsequenten »Nazis raus!« die halbe Bevölkerung rauswerfen müsste.
    • Beitrag von Reinhard Carlo G. aus S. (21. September 2020 um 10:55 Uhr)
      Da hat er nicht recht, man müsste gut 80 Prozent rauswerfen

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