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Aus: Ausgabe vom 19.09.2020, Seite 2 / Inland
Klimastreik

Für mehr Busse und mehr Pausen

Verdi und FFF protestieren für bessere Arbeitsbedingungen im ÖPNV
Von Nina Jeglinski
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Für eine »Verkehrswende« müssen die Arbeitsbedingungen im ÖPNV besser werden (Köln, 18.9.2020)

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und die Klimaaktivisten von »Fridays for Future« (FFF) haben am Freitag den ersten gemeinsamen Aktionstag veranstaltet. In 20 deutschen Städten haben mehrere tausend Menschen für bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) demonstriert. Mehr als 87.000 Beschäftigte sind bundesweit als Bus-, S- oder U-Bahnfahrer tätig und fordern mehr Pausen, bessere Überstundenregelungen und mehr Urlaub. »Wir brauchen gute Arbeitsbedingungen für alle ÖPNV-Beschäftigten«, erklärte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Christine Behle am Freitag.

Die Beschäftigten des ÖPNV wollen mit ihrer Aktion Druck auf die Unternehmerseite machen. Am Sonnabend werden in Potsdam die Tarifverhandlungen für die rund 2,3 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen in zweiter Runde fortgeführt. Neben mehr Lohn geht es auch um mehr Freizeit.

Dieser Aspekt wird vor allem bei jungen Beschäftigten immer wichtiger. »Die Jungen interessieren sich kaum mehr für einen Job beim ÖPNV«, sagte Markus Hamann von »Fridays for Future« gegenüber jW. Der 25jährige hatte die Aktion in Hamburg mitorganisiert. Rund 500 Menschen versammelten sich dort vor dem Rathaus. Das Durchschnittsalter von Angestellten des ÖPNV in Hamburg beträgt 49 Jahre, viele quittieren den Dienst Jahrzehnte vor dem Renteneintritt. »Doch wenn die Klimawende gelingen soll, müssen ÖPNV-Jobs vor allem für junge Menschen attraktiv sein«, sagte Hamann.

Für die Erreichung des Ziels, dass die Klimaerwärmung 1,5 Grad Celsius nicht übersteigt, brauche es eine sofortige sozial gerechte Mobilitätswende, die den ÖPNV in den Fokus stellt, heißt es in einer Stellungnahme von Verdi und FFF. »Ziel ist es, dass das Auto als Verkehrsmittel in der Stadt von der Regel zur Ausnahme wird«, fordert Hamann.

Die FFF-Aktivisten wollen mit der Aktion vor allem auch Real- und Hauptschüler ansprechen. Damit sollen auch Vorbehalte entkräftet werden. Der Paritätische Wohlfahrtsverband hatte Anfang September bekanntgegeben, die Aktivisten nicht mehr unterstützen zu wollen. Verbandschef Ulrich Schneider sagte dem Spiegel, ihm missfalle, dass die soziale Frage bei FFF keine Mehrheit mehr habe. »Wir wollen eine sozial-ökologische Wende«, so Schneider.

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