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Aus: Ausgabe vom 17.09.2020, Seite 8 / Abgeschrieben

Zweitägige Protestaktion in Schnellroda

Zu den zweitägigen Protesten gegen das rechte »Institut für Staatspolitik« am 18. und 19. September 2020 teilte das Kollektiv »IfS dichtmachen« am Mittwoch mit:

Vom 18. bis 20. September 2020 findet die »Sommerakademie« des faschistischen »Instituts für Staatspolitik« (IfS) in Schnellroda statt. Gegen das Treffen, zu dem Teilnehmer*innen der extremen Rechten aus dem ganzen Bundesgebiet anreisen, gibt es diesmal sogar an zwei Tagen antifaschistischen Protest vom »Kollektiv IfS dichtmachen«.

Dazu erklären die Organisator*innen: »Die letzten Monate waren für das Spektrum der sogenannten neuen Rechten von einer Vielzahl kleinerer und größerer Rückschläge geprägt. Erst verlieren sie das Haus der ›Identitären Bewegung‹ in Halle, dann prügelt man sich bei der AfD gegenseitig ins Krankenhaus, und jetzt hat das IfS offensichtlich sogar Angst davor, überhaupt noch eine Liste seiner Redner*innen zu veröffentlichen. Während man sich in Schnellroda früher mit den Stars der faschistischen Szene brüstete, verheimlicht man der Öffentlichkeit nun das Programm der Sommerakademie. Für uns gilt es jetzt, weiterhin konsequent gegen das IfS zu kämpfen und die dortige Vernetzung militanter Faschist*innen offensiv zu thematisieren. Denn auch wenn die »neue Rechte« am Boden liegt, sie bleibt doch äußerst gefährlich. Wir dürfen nicht vergessen, dass nicht nur der Attentäter von Christchurch ein Anhänger des auch beim IfS verbreiteten Mythos vom »großen Austausch« war, sondern auch der Attentäter von Halle. Die Konsequenz aus diesen Taten kann nur sein, die Zentren der extremen Rechten dichtzumachen.« (…)

Kundgebungen: Freitag, 18.9., 17–19 Uhr; Sonnabend, 19.9., 13–16 Uhr, Infostand und Kundgebung vorm Gasthof »Zum Schäfchen«

ifsdichtmachen.noblogs.org

Für Sonntag ruft das antifaschistische Bündnis »Düsseldorf stellt sich quer« zu Protesten gegen eine Demonstration der »Coronarebellen« und »Querdenken 771« auf:

Die augenscheinlich bunte und friedliche Masse der »Corona-Rebellen« und Querdenker*innen ist durchsetzt mit (…) »Reichsbürger*innen«, Antisemit*innen und Nazihooligans. Die selbsternannten Kämpfer*innen gegen eine angebliche »Coronadiktatur« äußern reaktionäre bis extrem rechte Widerwärtigkeiten. Sie verbreiten Verschwörungsmythen mit teils antisemitischen Bezügen, die bis zu geschlossenen rechten Weltbildern reichen.

Eine breitere Öffentlichkeit hat dies endlich wahrgenommen, als am 29. August ein (…) Mob unter Beteiligung der »Coronarebellen Düsseldorf« versuchte, ins Reichstagsgebäude zu kommen. Die damalige Demonstration in Berlin wurde von »Querdenken 711« organisiert und angemeldet. Nun mobilisiert ein örtlicher Ableger des Bündnisses unter der Leitung von Michael Schele am Sonntag nach Düsseldorf. Gerechnet wird mit mehreren tausend Teilnehmer*innen. »Wir fordern die Düsseldorfer Zivilgesellschaft dazu auf, sich diesen Leuten entschlossen entgegenzustellen und zu zeigen, dass in Düsseldorf kein Platz für Antisemitismus und rechte Verschwörungserzählungen ist«, erklärt Oliver Ongaro vom Bündnis »Düsseldorf stellt sich quer«.

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