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Aus: Ausgabe vom 16.09.2020, Seite 16 / Sport

Hart in die Mitte

Von André Dahlmeyer
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Nicht die Wiege des kolumbianischen Fußballs: Das Estadio Olímpico Pascual Guerrero

Einen wunderschönen guten Morgen! Nach sechs Monaten Zwangspause wegen der Pandemie wird in Kolumbien wieder Fußball gespielt. Die Meisterschaft der División Mayor del Fútbol Colombiano, auch Superliga genannt, war am 8. Spieltag unterbrochen worden. Zu diesem Zeitpunkt waren noch nicht mal die beiden Finals der Meisterschaft 2019 zwischen den Gewinnern von Torneo Apertura und Torneo Clausura ausgekickt worden. Mit diesen Partien ging es nun wieder los.

Zunächst empfing der Junior FC im Estadio Romelio Martínez im siedend heißen Barranquilla das Team von América de Cali. Das Stadion gilt als Wiege des kolumbianischen Balltretens, ist aber nicht das von Junior, sondern beheimatet aktuell einen Zweitligisten. Erst wenige Tage zuvor hatten Gesundheitsministerium und Fußballverband (FCF) das Mannschaftstraining wieder zugelassen. Auf den Ersatzbänken durften jeweils sieben statt fünf Spieler Platz nehmen, fünf Wechsel waren zugelassen. Journalisten oder Fotografen blieben außen vor, mit Ausnahme der für die Liveübertragung zuständigen Fernsehheinis.

Gerade mal zwei Minuten waren gespielt, als der Tormann der Gäste, Eder Chaux, nach einem hohen Ball Miguel Borja im Strafraum von den Beinen holte. Juniors Neuner Borja ließ sich den Strafstoß nicht nehmen, traf hart in die Mitte – 1:0 für den Titelverteidiger und Vizemeister der Copa Sudamericana 2018! Borja, einer der besten südamerikanischen Angreifer der letzten Dekade, präsentierte nach seinem Treffer ein T-Shirt für die Opfer der Pandemie.

Zehn Minuten vor Schluss glich Linksverteidiger und Edelirokese Gabriel Fuentes mit einem dusseligen Eigentor in Mittelstürmermanier aus. Im Stadionrund blieb es still. Wie auch sonst bei null Zuschauern. Allerdings stimmten die Fernsehheinis ein mittelalterlich anmutendes Zeter und Mordio an.

Kurz nach Wiederanpfiff machte Linksaußen Duván Vergara auf der rechten Seite Ingemar-Stenmark-mäßig vier Verteidiger zu Slalomstangen und lochte unter Zuhilfenahme des eingewechselten Willer Ditta sowie des Innenpfostens zum 2:1-Siegtreffer für die Gäste aus Cali ein. So hatte man in Barranquilla, wo das größte Vereinsidol Fußballgott Carlos »El Pibe« Valderrama ist, gar nicht gewettet. Gut, dass da noch ein Rückspiel kam.

Am Freitag wurde es im Estadio Olímpico Pascual Guerrero ausgetragen. In die Spielstätte von América passen normalerweise 35.000 Zugucker, die Akustik ist exzellent. Ein Masseur hatte offenbar zuvor pfundweise Bohnen eingeschmissen, wie man deutlich vernehmen konnte. Wir sind keine Kameradenschweine, also verraten wir nicht, von welcher Mannschaft.

Zehn Minuten gespielt. Mittelfeldstratege Didier Moreno steckt einen Pass in die Tiefe zu Miguel Borja auf die rechte Seite durch, und dem gelingt im Fallen eine zauberhafte Flanke auf Linksaußen Fredy Hinestroza, der Tormann Eder Chaux keine Chance lässt und zum 0:1 einlocht. América versucht die Kontrolle über das Spiel zurückzugewinnen, aber mit dem Willen hatte es sich auch schon. Auch nach der Pause sehen die Caleños keine Sonne mehr. In Minute 82 macht Uru-Tormann Sebastián Viera einen langen Abschlag, Teófilo Gutiérrez leitet die Kugel per Kopf weiter, und der eingewechselte Carmelo Valencia lupft das Ballgerät über Keeper Chaux zum 0:2 Meistertor für den Haifisch ein.

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