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Aus: Ausgabe vom 16.09.2020, Seite 8 / Ansichten

Die Volksrepublik holt auf

Chinas Wirtschaft wächst wieder
Von Jörg Kronauer
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Lame Ducks USA und EU: Während in China die Wirtschaft wieder an Fahrt gewinnt, hat der Westen einen Wirtschaftseinbruch historischen Ausmaßes zu verkraften. Essenslieferanten in Beijing, China, am 14. Mai 2020

Nein, im freien Westen wäre das, was die chinesische Regierung da treibe, völlig unmöglich: So äußerten sich hierzulande, als die Volksrepublik im Januar mit harten Mitteln gegen die Covid-19-Pandemie durchzugreifen begann, nicht wenige, damals noch in dem irrtümlichen Glauben, sicher zu sein vor der Seuche, gleichzeitig stolz auf die vermeintliche moralische Überlegenheit des liberalen Westens gegenüber dem angeblich autoritären Ostasien. Heute zeigt sich immer klarer, welche Weltregion im Kampf gegen die Pandemie erfolgreich ist und welche eher nicht. Den jüngsten Beleg liefern aktuelle Wirtschaftsdaten, die aufs neue bestätigen, dass der Westen dieses Jahr ökonomisch krass abstürzen wird, während China wieder auf Wachstumskurs ist: Laut am Dienstag präsentierten Prognosen der Asiatischen Entwicklungsbank darf das Land einen Anstieg seiner Wirtschaftsleistung um 1,8 Prozent erhoffen; zuvor hatten bereits US-Institute, etwa JP Morgan oder die Ratingagentur Fitch, ein Plus von sogar 2,5 respektive 2,7 Prozent vorausgesagt. Die Volksrepublik holt in der Krise gegenüber Europa und den USA weiter auf.

Was tun? In einem sind sich die westlichen Mächte einig: Chinas Aufstieg erfordert, will man ihn noch bremsen, stärkeren Druck auf Beijing, lauteres Krakeelen in Sachen Hongkong und Xinjiang, wohl auch neue militärische Schritte etwa im Südchinesischen Meer. Ökonomisch setzen Deutschland und die EU allerdings noch auf Kooperation: Die Volksrepublik ist für Europas Industrie unverzichtbar, um den eigenen Absturz zu dämpfen. Daher das Drängen auf den möglichst schnellen Abschluss eines Investitionsabkommens mit Beijing; soviel Zusammenarbeit muss – allein aus blankem Eigeninteresse – sein.

Einen anderen Weg geht die Trump-Administration: Chinas Aufholen auf dem Feld der Ökonomie beantwortet sie mit stets neuen Feldzügen in ihrem Wirtschaftskrieg gegen Beijing, um die chinesische Industrie doch noch sturmreif zu schießen. Huawei? Muss weg. Tik Tok? Wegkaufen oder verbieten. Jüngstes Beispiel: Washington zieht Sanktionen gegen Chinas Chiphersteller SMIC in Betracht. Trump spielt va banque. Klar: Derlei Sanktionen schaden der Volksrepublik schwer. Nur: US-High-Tech-Konzerne klagen schon lange, der Boykott beraube sie ihres bedeutendsten Absatzmarkts, senke also den Profit. Und vor allem: Washingtons stets neue Willkürsanktionen motivierten die Konkurrenz nicht nur in China, auf US-Produkte zu verzichten, Alternativen zu ihnen zu entwickeln, um den unberechenbaren Launen des Weißen Hauses – man weiß ja nie, wen es als nächsten trifft – nicht mehr ausgeliefert zu sein. Die Zwangsmaßnahmen gegen China, mit denen Washington den in der Krise schneller als zuvor schrumpfenden Vorsprung der US-Wirtschaft vor der chinesischen Konkurrenz zu wahren sucht, könnten ihrem Urheber mittel- bis langfristig den Garaus machen: Trump geht mit den Sanktionen ein hohes Risiko ein.

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Leserbriefe zu diesem Artikel:

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