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Aus: Ausgabe vom 15.09.2020, Seite 8 / Ansichten

Alter Freund des Tages: Terry Branstad

Von Matthias István Köhler
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Chinas Vizepräsident Wang Qishan (l.) und Noch-US-Botschafter in China Terry Branstad im Juni 2019 in Beijing

Terry Branstad will nicht mehr. Der US-Botschafter in der Volksrepublik China schmeißt hin. Vor einigen Tagen noch hatte er der Tageszeitung der KP Chinas, Renmin Ribao, einen Artikel geschickt, in dem er anprangerte, dass Beijing in den vergangenen Jahrzehnten die »Offenheit« der USA »ausgenutzt« habe. Die Zeitung lehnte dankend ab. Zur Begründung hieß es, der Beitrag »widerspreche gravierend den Tatsachen« und erfülle nicht die Standards der Zeitung.

Selbstverständlich wurde angeboten, den Artikel zu bringen – sollten »substantielle Änderungen« vorgenommen werden, »fußend auf den Tatsachen und im Grundsatz der Gleichheit und des gegenseitigen Respekts«. Das wurde von US-Seite abgelehnt. Wäre ja noch schöner.

Fühlte sich Seine Exzellenz Branstad also in seiner Schriftststellerehre verletzt und nahm deswegen seinen Hut? Unwahrscheinlich, denn an seinem Schreibstil kann es nicht gelegen haben. Die Zeitung hat in den vergangenen Jahren mehrere Beiträge von ihm veröffentlicht. Mehr noch, als er 2017 von US-Präsident Donald Trump zum Botschafter gemacht wurde, begrüßte das chinesische Außenministerium ihn als »alten Freund des chinesischen Volkes«. Branstad kennt Staats- und KP-Chef Xi Jinping noch aus seiner Zeit als Gouverneur von Iowa. Der junge Xi hatte den Bundesstaat 1985 besucht, die beiden Männer sollen bis heute freundschaftlich verbunden sein. Branstad wird es satt gehabt haben, in der Schusslinie zu stehen.

US-Außenminister Michael Pompeo jedenfalls machte eine große Welle wegen des abgelehnten Artikels. Antwort der KP-Zeitung: »Die USA behaupten einerseits, dass Renmin Ribao und andere chinesische Medien die ›Propagandamaschinen‹ der KP Chinas sind, fordern jedoch, dass die ›Propagandamaschinen‹ Propaganda für die Vereinigten Staaten betreiben. Das ist unlogisch, anmaßend und unvernünftig.« Klappe zu, Affe tot.

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