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Aus: Ausgabe vom 14.09.2020, Seite 2 / Inland
Arbeitskämpfe in der BRD

Warnstreiks bei Post

Verdi ruft Beschäftigte zu Arbeitsniederlegungen auf und fordert mehr Lohn
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Sie zeigen sich standhaft: Verdi und Beschäftigte bei der Deutschen Post AG organisieren Warnstreiks (Hannover, 10.9.20)

Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Post haben Beschäftigte auch am Sonnabend an vielen Orten die Arbeit niedergelegt. Nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi gingen bis zum Nachmittag rund 4.900 Post-Mitarbeiter an verschiedenen Standorten in 14 Bundesländern in den Ausstand. Nur in Sachsen und Sachsen-Anhalt habe es keine Warnstreiks gegeben, sagte ein Verdi-Sprecher in Berlin der dpa am selben Tag. Damit haben sich laut Gewerkschaft seit vergangenem Mittwoch bislang insgesamt mehr als 11.000 Beschäftigte an über 300 Standorten im Bundesgebiet an den Arbeitskampfmaßnahmen beteiligt.

Die ­Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Kocsis sprach von einem »deutlichen Zeichen unserer Mitglieder in Richtung Arbeitgeber und sagte laut einer am Sonnabend verbreiteten Mitteilung: »Eine 1,5-prozentige Erhöhung der Entgelte, wie zuletzt vom Arbeitgeber angedeutet, findet bei unseren Mitgliedern keinerlei Akzeptanz. Sie sorgen Tag für Tag für hervorragende Unternehmenszahlen und machen nun klar, dass sie im Gegenzug eine ordentliche Lohnerhöhung verdient haben.«

Ein Sprecher der Deutschen Post hatte am Sonnabend vormittag lediglich von »punktuellen Warnstreiks« gesprochen, an denen sich bundesweit rund 2.200 Beschäftigte beteiligt hätten. Aktuell seien etwa 160.000 Pakete und rund 1,6 Millionen Briefe betroffen. Das entspreche zwei bzw. drei Prozent der Tagesmenge. »In den stärker durch die Warnstreiks betroffenen Regionen werden die verzögerten Sendungen in den Folgetagen zugestellt, sagte der Sprecher.

Der Konzern konnte eigenen Angaben zufolge seine Gewinne deutlich steigern und »gestärkt aus der Krise« hervorgehen. Die Hauptversammlung hatte zuletzt eine im Vergleich zum Vorjahr unveränderte Dividendenausschüttung an die Aktionäre beschlossen.

Verdi fordert in der tariflichen Auseinandersetzung 5,5 Prozent mehr Geld für etwa 140.000 Beschäftigte und begründet dies unter anderem mit guten Geschäften dank des Paketbooms im Onlinehandel. Die Post hält eine derartige Tariferhöhung für zu hoch, sie verweist auf Einbußen bei Werbesendungen und auf die insgesamt schwächelnde Konjunktur während der Coronakrise. Am 21. September wollen die Unternehmerseite und die Beschäftigtenvertreter ihre Verhandlungen fortsetzen. (dpa/jW)

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