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Aus: Ausgabe vom 12.09.2020, Seite 1 / Ausland
China und Inden

Kooperation statt Konfrontation

China und Indien einigen sich auf gemeinsames Vorgehen in Grenzkonflikt
Von Matthias István Köhler
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Eine Tafel am Bum-La-Pass an der chinesisch-indischen Grenze wirbt für Freundschaft zwischen den beiden Staaten

China und Indien haben sich auf einen Weg zur weiteren Entwicklung der bilateralen Beziehungen und zur Beilegung des Grenzkonflikts geeinigt, wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Freitag berichtete. Einen Tag zuvor waren die Außenminister der beiden Staaten am Rande eines Treffens der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) in Moskau zusammengekommen. In einer Vereinbarung der Chefdiplomaten hieß es, China und Indien sollten sich an die Vielzahl von gemeinsamen Beschlüssen halten und »Differenzen nicht zu Streitigkeiten« werden lassen.

In den vergangenen Monaten war es an der Grenze der beiden Staaten wiederholt zu Zwischenfällen gekommen. Laut Medienberichten sollen dabei das erste Mal seit 45 Jahren auch Soldaten ums Leben gekommen sein.

Chinas Chefdiplomat Wang Yi und sein indischer Amtskollege Subrahman­yam Jaishankar betonten laut Vereinbarung, die angespannte Situation in den Grenzgebieten liege nicht im Interesse der beiden Staaten. Die Truppen müssten »ihren Dialog fortsetzen, sich schnell voneinander lösen, angemessenen Abstand halten und die Spannungen abbauen«. Beide Seiten müssten sich zudem an die bestehenden Protokolle über bilaterale Grenzangelegenheiten halten, Frieden und Ruhe in den Grenzgebieten aufrechterhalten und alle Handlungen vermeiden, die die Angelegenheiten eskalieren lassen könnten. Die Außenminister drückten den Wunsch aus, »vertrauensbildende Maßnahmen« zu beschleunigen, sobald die Lage dies zulasse.

Wang betonte im Anschluss, dass China und Indien als zwei große »Entwicklungsländer« auf Kooperation und nicht Konfrontation setzen müssen. Die Beziehungen der beiden Länder seien zwar »wieder am Scheideweg«, aber es gebe keine »Herausforderung«, die »nicht überwunden werden kann«.

Jaishankar merkte an, dass Neu-Delhi die Entwicklung der beiderseitigen Beziehungen nicht von der Lösung der Grenzfragen abhängig mache. »Die Wahrheit ist, dass die indisch-chinesischen Beziehungen im Laufe der Jahre stetigen Fortschritt gemacht haben«, so der indische Außenminister.

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