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Aus: Ausgabe vom 10.09.2020, Seite 15 / Medien
Entertainment und Media

Buch als Krisengewinner

Unterhaltungsbranche 2020 mit starkem Umsatzeinbruch – Erholung bereits im nächsten Jahr erwartet
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Wann die nächste Buchmesse hierzulande wieder Besucher zulässt, ist unklar – Bücher und Hörbücher indes sind gefragt (Leipzig, 19.3.2019)

Der Fall ist tief: Laut des am 2. September von der Unternehmensberatung PWC vorgestellten Berichts »Global Entertainment and Media Outlook 2020–2024« muss die Unterhaltungsbranche im Jahr 2020 weltweit im Vergleich zum Vorjahr mit einem Umsatzrückgang von 5,6 Prozent rechnen. In absoluten Zahlen sind dies mehr als 120 Milliarden US-Dollar; der stärkste Umsatzrückgang in der 21jährigen Geschichte der PWC-Marktanalyse.

Grund für den starken Einbruch sind die Auswirkungen der Coronapandemie, die in erster Linie zu einer grundlegenden Veränderung des Konsumverhaltens geführt haben. »Die Digitalisierung, (…) die alle Branchen prägt, wurde durch soziale Distanz und Einschränkungen der Mobilität verstärkt«, heißt es bei PWC. Infolgedessen sei die Entertainment- und Mediawelt im Jahr 2020 »mehr auf Remote, virtuell, Streaming, Personalisierung und – zumindest vorläufig – stärker auf das Home-Erlebnis ausgerichtet als zu Anfang des Jahres erwartet«.

Die gegenwärtigen Einbußen im Unterhaltungs- und Mediasektor treffen nicht alle gleichermaßen. Besonders spürbar ist der Einbruch dort, wo der Veranstaltungsbetrieb coronabedingt regelrecht lahmgelegt wurde: Livemusik, Kino und Messen. »Gleichzeitig wurde der seit langem andauernde Übergang im Zeitungsbereich von Print auf digital mehrere Jahre vorverlegt, wodurch beispielsweise die Printerlöse der Zeitungen zurückgehen«, schreibt PWC.

Nach Ansicht der Branchenkenner gebe es aber auch Licht am Ende des Tunnels: In der Pandemie zeige sich gleichfalls, dass die Nachfrage der Verbraucherinnen und Verbraucher nach vielfältigen Medienangeboten weiter steigt, so PWC. Krisengewinner ist beispielsweise der traditionelle Buchmarkt, insbesondere während der Lockdownphasen. Damit zusammenhängend sei die Akzeptanz von Hörbüchern, die vermehrt auf Smartphones geladen werden, deutlich gestiegen. Und noch etwas haben die Analysten ermittelt: In den Jahren zuvor lag das Wachstum der Medien- und Unterhaltungswirtschaft regelmäßig über dem des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Die Prognose sieht wie folgt aus: Bereits 2021 rechnet PWC mit einer Steigerung der Umsätze um bis zu 6,4 Prozent. Bis 2024 geht das Unternehmen von einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 2,8 Prozent pro Jahr für diesen Sektor aus. Konkret: Für die Musikbranche erwartet PWC einen Umsatz von bis zu 119,4 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024, weiterhin vor allem angetrieben durch das sogenannte Musikstreaming. Im Livemusiksektor befürchten die Analysten eine Konsolidierung der »großen Player« durch Übernahmen kleinerer Veranstalter, die coronabedingt sonst vor dem ökonomischen Aus stünden. (jW)

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