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Aus: Ausgabe vom 08.09.2020, Seite 1 / Inland
Landwirtschaftspolitik

Streit um Agrarfabriken

Regierungskommission zur Zukunft der Landwirtschaft nimmt Arbeit auf
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Dicht an dicht: Bullenmastbetrieb in Hopsten in Nordrhein-Westfalen (29.5.2020)

Die Zahlen sind eindeutig: Zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel landen hierzulande jedes Jahr im Müll. Dies schätzen das Landwirtschaftsministerium und die Welthungerhilfe laut eines Beitrags der FAZ vom Montag. Nach langem Streit über die Ausrichtung der Landwirtschaft in Deutschland soll eine Regierungskommission einen breiten Konsens suchen: mehr Naturschutz und bessere Bedingungen in den Ställen, weniger Preiskampf bei Lebensmitteln.

Das Auftakttreffen ging am Montag über die Bühne. Kanzlerin Angela Merkel, Agrarministerin Julia Klöckner (beide CDU) und Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) luden zur »Zukunftskommission Landwirtschaft«. Merkel hatte das beratende Gremium Ende 2019 angesichts bundesweiter Bauernproteste vorgeschlagen. Vorsitzender der Kommission mit 32 Mitgliedern ist der ehemalige Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Peter Strohschneider. Der Kommission gehören Vertreter von Landwirtschaft, Handel und Ernährungsbranche, Verbraucher-, Umwelt- und Tierschützer sowie Wissenschaftler an. Ein Zwischenbericht soll noch im Herbst vorlegt werden, der Abschlussbericht mit Empfehlungen im Frühsommer 2021.

Der Bauernverband erwartet eine konstruktive Zusammenarbeit in der Kommission. Zentrale Aufgabe sei es, Empfehlungen zu erarbeiten, mit denen eine nachhaltige, wirtschaftliche und zukunftsfähige Landwirtschaft am Standort Deutschland möglich bleibe. »Außerdem erwarten wir tragfähige Kooperationsmodelle zwischen Landwirtschaft und Umweltpolitik«, sagte ein Sprecher am Montag. Für Empfehlungen der Kommission müsse es dann auch Folgenabschätzungen geben.

Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Die Linke, teilte am Montag in einer Stellungnahme mit: »Eine soziale und ökologische Landwirtschaft mit kostendeckenden Erzeugungspreisen im Interesse des Gemeinwohls ist möglich und nötig«. Doch dazu müssten alle an der Lebensmittellieferkette Beteiligten in die Verantwortung genommen und bestehende Machtverhältnisse in Frage gestellt werden. (dpa/jW)

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