Kontra Klimakiller, Protest-Abo!
Gegründet 1947 Montag, 28. September 2020, Nr. 227
Die junge Welt wird von 2356 GenossInnen herausgegeben
Kontra Klimakiller, Protest-Abo! Kontra Klimakiller, Protest-Abo!
Kontra Klimakiller, Protest-Abo!
Aus: Ausgabe vom 04.09.2020, Seite 8 / Ansichten

Mann für alle Fälle des Tages: Claas Relotius

Von Sebastian Carlens
Claas_Relotius_59826828.jpg
Hoch gestapelt, krachend gefallen: Claas Relotius

Ein Relotius kommt selten allein. Das muss sich Alexander von Stahl, ehemaliger Bundesanwalt und jetziger Autor der Rechtsgazette Junge Freiheit, gedacht haben, als der Betrugsskandal des Claas Relotius beim Spiegel bekanntwurde. Der preisgekrönte Texter, jahrelang im schwülen Dickicht des Elitejournalismus herumgereicht, hatte sich seine Reportagen aus den Fingern gesogen. Peinlich für ihn, noch peinlicher für das Magazin. Eine gute Nachricht für alle, die eine Rechnung mit dem selbsternannten »Sturmgeschütz der Demokratie« offen haben – wenn es, was selten genug geschah, einmal »im Zweifel links« gestanden hat.

Hier tat es das Blatt: Von Stahl war 1993 über den Todesschuss auf den RAF-Mann Wolfgang Grams in Bad Kleinen, der – nicht zuletzt aufgrund eines Berichts des Spiegel-Autors Hans Leyendecker – einem GSG-9-Polizisten zugeordnet worden war, gestürzt. Nun, nachdem das Blatt blamiert worden war, konnte von Stahl Satisfaktion einfordern. Die »Relotius-Kommission« des Spiegel, vorher mit den Verirrungen des Jungreporters befasst, nahm sich des Bad-Kleinen-Falls an. Ein Bericht soll demnächst erscheinen, so die Welt am Donnerstag.

Ob die Spiegel-Kommission ihren Autor 27 Jahre später als eine Art frühen Claas R. identifizieren wird, ist also noch nicht bekannt. Wohl aber die Möglichkeit, auf diese Art historische Gerechtigkeit einzufordern.

Augsteins Erben haben viel zu erklären. Wie war das damals, mit dem Reichstagsbrand? Der Spiegel hat maßgeblichen Anteil daran, dass eine Alleintäterthese die Nazis bis heute von dem Verbrechen entlastet. Oder mit dem früheren Gestapo-Chef Rudolf Diels, einem der ekelhaftesten Subjekte des 20. Jahrhunderts – er nahm »erheblichen Einfluss auf die politische Ausrichtung« des Blattes, so sein Biograph. Oder, oder, oder.

Alsdann, Kommission mit dem seriösen Namenspatron: In die Hände gespuckt und nur die Wahrheit, bitte!

Wann, wenn nicht jetzt?

Die letzten Tage, um das stark vergünstigte und zeitlich begrenzte Aktionsabo der Tageszeitung junge Welt zu bestellen, sind angebrochen: Bis Montag, 28. September gibt es das Protest-Abo, um die junge Welt drei Monate lang für 62 € zu lesen!
 
Eine gute Gelegenheit, um die Tageszeitung gegen Kapitalismus kennenzulernen. Auf zum Endspurt!

Mehr aus: Ansichten

Letzte Chance: drei Monate junge Welt  für 62 €. Nur noch bis 28. September bestellbar!