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Aus: Ausgabe vom 01.08.2020, Seite 1 (Beilage) / Wochenendbeilage
Ralf König wird 60

»Gefällige, harmlose Comics können andere zeichnen«

Über versaute Zeichnungen für Erwachsene, Coming-out in Westfalen, Humor und Tabus sowie »sechzig verdammte Jahre«. Ein Gespräch mit Ralf König
Interview: Markus Bernhardt
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»Konrad und Paul«: Seit dem 23. März veröffentlicht Ralf König täglich auf Facebook Comicstrips wie diesen ...

Sie gelten als der bekannteste deutsche Comiczeichner überhaupt und sind seit nunmehr über 40 Jahren erfolgreich im Geschäft. Aufgewachsen sind Sie im westfälischen Werl. Wie ist Ihr Coming-out dort verlaufen?

Spät, mit 19 erst. Vorher als Pubertierender war ich heimlich gleichzeitig in Horst Dieter verknallt und in Franz Josef verliebt, aber die knutschten mit den Mädchen hinter der Schulhofmauer. Diese Teenagerjahre waren ja schulmäßig komplett für’n Eimer, was erste Lieben anging. Mein Coming-out hatte ich nach »Homolulu«, 1979, eine der ersten großen Demos. Da war ich in Frankfurt dabei und sah zum ersten mal Schwule, abgesehen von dem einsamen alten Dorfschwulen, der immer einsam in der Kneipe saß und uns Jungs auf der Toilette auf den Pimmel schielte.

Die Zeiten damals waren andere. Im Gegensatz zu heute galt es damals keineswegs als – sagen wir einmal »schick« oder mondän – schwul zu sein. Und erst recht nicht in einer Kleinstadt wie Werl. Welche Erfahrungen haben Sie damals gemacht?

Ich hab’ nach »Homolulu« in der Holzfabrik, in der ich arbeitete, den Zettel an die Furnierschneidemaschine geklebt: »Schwul zu sein bedarf es wenig, ich bin schwul und heiß Ralf König«. Ich bin voll in die Offensive, dadurch waren die anderen verunsicherter als ich. Das klingt alles cool, aber es war natürlich eine heftige Zeit. Kurz darauf bin ich auch in Dortmund gestrandet, weil es da eine Schwulengruppe gab, und da ging’s erst mal los mit wirklich schwulem Leben, Sex und Tuntentheatergruppe und Beziehung und so.

Wie haben Ihre Familie und Ihr Freundeskreis Ihr Coming-out aufgenommen?

Meine Mutter wollte mit mir zum Arzt und hatte Angst vor der Reaktion meines Vaters, und der war zunächst auch nicht begeistert. Aber nicht aus sittlichen Gründen, dazu hatte er zu viele Pornos im Schrank. Sie hatten eher Angst, dass ich im Alter ohne Familie einsam werde, wie der besagte Dorfschwule in der Kneipe. Damals war Homosexualität ja abseits der Gesellschaft und schmuddelig. Und Freunde, ich war damals in der SDAJ, obwohl ich keine Ahnung von Sozialismus hatte. Ich war nur verknallt in den schönen Kommunisten.

Und wie sind Sie zum Zeichnen gekommen?

Na, das fing schon früh an. Als Kind habe ich stundenlang den Schnabel von Donald Duck geübt, bis ich den drauf hatte. Dann wurde man von den Erwachsenen gelobt, erste Comics in Schülerzeitungen … Als ich dann mit 11 nicht nur die Pornos meines Vaters entdeckte, sondern auch die amerikanischen Undergroundcomix von Crumb, Fritz the Cat und so, da war klar, dass ich so was auch machen wollte. Versaute Comics für Erwachsene zeichnen, mit 11 ein cooles Ziel, finde ich.

Ab 1984 haben Sie im Berliner Verlag Rosa Winkel Ihre »Schwul­comix« veröffentlicht. Was hat Sie daran gereizt, die schwule Subkultur auf diese Weise zu porträtieren?

Ab 1980! Schwulcomix 1 ist genau vierzig Jahre alt. Aber ich hätte auch Comics gezeichnet, wenn ich hetero wäre, da ich aber nun mal schwul bin, ging’s schnell in die Richtung. Ich hab’ schon Comics in Schwulenkneipen spielen lassen, da war ich noch nie in einer drin. Meine Ängste und Sehnsüchte hab ich von Anfang an in diese Comics gesteckt, und da haben sich viele wiedererkannt und fanden das Zeug gut, obwohl es aus heutiger Sicht echt schlecht gezeichnet war.

Wie reagierte die Homoszene auf Ihre Comics? Gab es auch Leser, die sich veralbert oder vorgeführt fühlten?

Nein, nicht dass ich wüsste. Oder die haben sich nicht gemeldet. Es gab ja noch kein Internet und kein Shitstormgezeter, zum Glück.

Persönlich sind mir Ihre Comics in Erinnerung geblieben, weil sie mir als jungem Schwulen eine gewisse Normalität meines Daseins und meiner Sexualität vermittelten, obwohl die Homoszene – für Comics ganz natürlich – selbstverständlich etwas überzeichnet vorkam. Trotzdem erkannte man sich in den Geschichten immer wieder. Wieviel davon beruht auf Ihren eigenen Erlebnissen?

Viel, klar. Sicher ist nicht alles 1:1, was in den Comics steht, aber wenn ich durch die alten Sachen blättere, ist das wie eine Art Tagebuch. Die Idee für die eine oder andere Story lieferte sicher das Leben, auch wenn ich’s dann oft überspitzt und pointiert habe.

Mit »Kondom des Grauens« und »Der bewegte Mann«, der später auch mit Til Schweiger verfilmt wurde, gelang Ihnen der absolute Durchbruch. Hätten Sie es jemals für möglich gehalten, mit Schwulencomics derart erfolgreich und berühmt zu werden?

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... und greift damit auch die widrigen Umstände der Coronapandemie auf

Darüber hab ich mir nie Gedanken gemacht, aber dass da jemand mit Humor an ein Tabuthema geht, war neu. Vorher gab es ja nur diese diskriminierenden Detlef-Witze. Es war nach dem »Bewegten Mann« eine Weile irritierend, dass auch viele Heteros mein Zeug lasen, die sonst mit Schwulen wenig zu tun hatten. Oder dass ich überhaupt zu einem bekannten Gesicht wurde. Ich hab dann beschlossen, das nicht weiter ernst zu nehmen und zum Beispiel auf dem Ledertreffen in Hamburg in der Ecke trotzdem die Hosen runterzulassen, auch wenn getuschelt wurde »Das ist doch Ralf König!« Ich sah nicht ein, mir durch irgendeinen Promistatus die Lebenslust abzubremsen.

Haben Sie nie gefürchtet, dass Heteros Ihre Comics lesen könnten, um sich über die schwule Community lustig zu machen?

Nein. Ich dachte immer, wenn ich mir und meiner Umgebung gegenüber ehrlich bleibe, passiert das nicht. In den 1990ern, als AIDS das fürchterliche Problem war, da hab ich zum Beispiel in »Superparadise« gezeichnet, wie Paul auf eine Fetischparty geht und was da so passiert. Da dachte ich, vielleicht verrate ich da was, ist vielleicht zu intern. Aber auch da hab ich mich entschlossen, ehrlich zu bleiben. Hat mir dann auch nie jemand vorgeworfen.

Was glauben Sie, warum haben vor allem auch viele Frauen derart großes Gefallen an Ihren Veröffentlichungen gefunden?

Ich bin sehr froh, dass ich schwul bin. Wenn ich all die Geschichten mit Männchen und Weibchen erzählt hätte, wäre ich heute wie Robert Crumb als Sexist am Pranger. Frauen finden es lustig zu lesen, wie Männer untereinander funktionieren, da ist ja einiges anders. Die ganze Herangehensweise an Sexualität, das Treueding, der Geschlechterkrieg, Unterdrückung, Belästigung, das fällt alles so gut wie weg. Ich glaube, Heteros, Männer wie Frauen, hätten es sexuell auch gern etwas einfacher, aber sie kommen halt schwer raus aus ihrer Natur.

Ihre Comics waren nie unpolitisch. Sie haben sich – wie bereits erwähnt – mit AIDS oder auch der Homo-Ehe auseinandergesetzt, also mit Themen, die angstbesetzt oder auch umstritten waren. Ist Ihnen das nicht schwer gefallen, derart harte politische Themen in Comics aufzugreifen?

Ich hab mich nie als politischen Zeichner gesehen, schon gar nicht als »Aktivist«, wie manchmal gesagt wird. Ich bin einfach Comiczeichner, aber ich guck schon mehr aufs Leben als meinetwegen in Superheldencomics oder Science-Fiction-Zeug. Wenn ich schwules Alltagsleben wiedergeben möchte, komme ich um gewisse Themen nicht rum. AIDS war natürlich ein Riesenproblem, das Massensterben der Jungs war alles andere als lustig. Darum hab ich’s auch ernstgenommen und meine Figur Paul hat’s erwischt, er wird in »Superparadise« positiv getestet.

Wie waren die Reaktionen darauf?

Berührt und emotional. Paul ist eine Sympathiefigur, wie ein Freund, den man schon lange kennt, und der soll bitte nicht sterben! Überhaupt, dass in so einem Knollennasencomic auch jemand krank werden und sogar sterben kann, hat mich erzählerisch einen Riesenschritt nach vorn gebracht. In »Herbst in der Hose« werden die Figuren älter, das ist auch nicht wirklich komisch. Der körperliche Verfall ist Scheiße, da hilft nur Humor. Nicht die Hoffnung stirbt zuletzt, sondern der Humor.

Es gab in den 1990er Jahren jedoch auch Versuche, manche Ihrer Comics auf den Index setzen zu lassen. 1996 kam es auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Meiningen sogar zu Beschlagnahmungen in über 1.000 Buchhandlungen. Was war der Grund?

Ein durchgeknallter Staatsanwalt und das bayerische Landesjugendamt. Die haben die fünfseitige Arschleckszene in »Bullenklöten« gesehen und meinten, das sei Porno! Ich sag’ dann immer, meine Nasen sind dicker als die Pimmel, aber es landete bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften in Bonn und die hat es als Kunst eingestuft. Es sei ja schwarzweiß, das würde Kinder und Jugendliche gar nicht interessieren, fand ich ’ne coole Begründung.

Hat sich die bundesrepublikanische Gesellschaft in Sachen Prüderie seitdem zum Guten verändert oder täuscht dieser Eindruck?

Jedenfalls zeichne ich heute in meinem Science Fiction »Barry Hoden« Kerle mit drei Riesenpimmeln, und es regt keinen mehr auf. Religion ist der neue Porno! Als ich damals in der FAZ den Comicstrip »Prototyp« gezeichnet hab, gab’s wütende Abokündigungen! Das Buch Genesis sei den Juden und Christen heilig, das dürfe man nicht veräppeln. Dabei geht’s nur um Adam und Eva! Von muslimischen Empfindlichkeiten ganz zu schweigen, die Morde bei Charlie Hebdo waren auf jeden Fall eine Zäsur. Heute wird Emma-Cartoonistin Franziska Becker von jungen Feministinnen als »rassistisch« beschimpft, weil sie mal schariakritisch Frauen mit Kopftuch gezeichnet hat! Da fasst man sich an den Kopf.

Tatsächlich sind Sie vor ein paar Jahren aufgrund eines von Ihnen gestalteten Wandbildes ins Visier vermeintlich linker Tugendwächter und Moralapostel geraten. Worum ging es damals?

Das gleiche. Junge Aktivistinnen vom Brüssler Rainbowhouse, die nie ein Buch von mir in der Hand hatten und nicht wissen, wofür ich seit 40 Jahren stehe, besprühten das Bild mit den Worten »rassistisch« und »transphob«, weil da eine schwarze Lesbe mit roten Lippen zu sehen ist und eine Trümmertunte, also eine Drag-Queen, wie ich sie oft und gern zeichne. Auf jedem CSD stöckeln sie rum und ich bin selbst jahrelang auf Travestiebühnen gestöckelt. Nun wird mir unterstellt, das sei aber kein Transvestit, sondern eine Transfrau, die traurig guckt, weil sie behaarte Schultern hat und dick ist. Ich hab geantwortet, wenn sich wirklich jemand beleidigt fühlt, sollen sie das Bild wegmachen, ist ja ihre Wand! Aber ich fange sicher nicht an, meine Figuren politisch korrekt zu verschönern! Okay, die Lippen der schwarzen Lesbe würde ich nicht nochmal so unbedarft zeichnen, aber sie trägt stolz knallroten Lippenstift, und ob Tunte oder Frau oder Pauls Schwester Edeltraut, wer Lippenstift drauf hat, hat bei mir dicke Lippen.

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Ralf König vor dem Comic »Karl der Große« zur Eröffnung seiner Ausstellung über »Echte Kerle!« (Hannover, 26.9.2014)

Das Brüsseler Getöse hatte auch zur Folge, dass das »Schwule Museum« in Berlin, das bizarrerweise mittlerweile von einer Frau geführt wird, auf Distanz zu Ihnen ging. Spricht das am Ende nicht vielmehr für Sie?

Nein, da hat das eine wohl nichts mit dem anderen zu tun. Es ist nur so, dass ich vor sechs Jahren mit den damaligen Leitern des Berliner Schwulen Museums klargemacht hatte, dass es zu meinem 60. Geburtstag, also jetzt, eine dicke Ausstellung geben sollte. Ich wollte die Originale danach dem Museum als Schenkung vermachen, alle waren erfreut. Aber es waren ja noch sechs Jahre Zeit, da ging man noch nicht ins Detail. Inzwischen gibt es einen anderen Vorstand, und als ich bei Mitarbeitern nachhakte, hieß es, das würde wohl nichts, denn ich hätte dort ja schon mal eine Ausstellung gehabt, was so nicht stimmt. Vor zehn Jahren war das eine kleine Ausstellung in den ehemaligen Räumen mit den Merchandising-Produkten meines Sammlers Mario Russo, da lagen nur Comicsocken und Kartenspiele und japanische Videocover von »Kondom des Grauens« etc. Von den Originalzeichnungen hing keine einzige an der Wand! Inzwischen waren meine Comics im Wilhelm-Busch-Museum in Hannover, im Caricatura Frankfurt und im Cartoonmuseum Basel, alles »heterosexuelle« Häuser, nur im Schwulen Museum nicht. Angeblich auch, weil meine Sachen frauenfeindlich seien.

Und dabei haben Sie sich doch stets als politisch links verstanden und sich gesellschaftlich für Gleichberechtigung, in der Präventionsarbeit der AIDS-Hilfen und gegen Rassismus engagiert. Hat es Sie da nicht irritiert oder auch verletzt, dass dieses realitätsferne Opfergehabe ausgerechnet aus Kreisen kam, die sich zumindest selbst politisch links verorteten?

Da ist man plötzlich der weiße alte schwule Mann, das kann schon verblüffen. Aber ich stemme mich ohnehin gegen diese Political Correctness, besonders im Humorbereich. Mir kommt das vor wie die neuen Zehn Gebote, solche Dogmen sind mir suspekt, egal ob von Gott oder sonst wem. Ich müsste den Stift zur Seite legen, wenn es ein Kriterium wäre, ob sich jemand beleidigt fühlt. Gefällige, harmlose Comics können andere zeichnen, das ist nicht so meins. Gerade Karikatur und Comic sollten doch gern mal richtig draufhauen.

Männer Ihres und auch meines Alters haben den Begriff »schwul« immer mit großem Stolz getragen. Wundert es Sie nicht, dass nicht wenige Vertreterinnen und Vertreter der sogenannten Queerbewegung allein den Begriff heutzutage als reaktionäre Positionierung alter weißer Männer diffamieren?

Ich zucke mit den Schultern und bin weiter schwul. Hier im schunkelseligen Köln hab’ ich von den szeneinternen Streitigkeiten auch lange nichts mitgekriegt, das spielt sich ja eher in Berlin ab und auch da nur punktuell. Ich glaube, im Alltag kommen Schwule und Lesben ganz gut miteinander klar, das ist vor allem diese Politszene, die auf Krawall macht. Da geht’s dann oft um Fördergelder, also Futterneid. Und sicher bin ich als weißer Mann privilegiert, aber ich schaff’s einfach nicht, deshalb mit schlechtem Gewissen rumzulaufen. Ich versuche, im Leben niemandem auf die Füße zu treten, dazu brauche ich aber keine Political Correctness. Außerdem sind die Jungs von »Southpark« auch dagegen. Und »Southpark« ist Gott.

Könnte das Aufbegehren dieser Kreise nicht auch etwas damit zu tun haben, dass sie in einer durch und durch individualisierten Gesellschaft so gut wie nie um Existenzielles kämpfen mussten? Da kann man sich doch die eine oder andere Wohlstandsdebatte gut leisten.

Na, »Wohlstandsdebatte« wäre zu einfach. Ich finde gut, dass die Transfrauen und Transmänner sich zeigen und wahrgenommen werden wollen, das haben wir bisher einfach übersehen. Ich störe mich nur daran, als Feindbild zu dienen, nur weil ich einiges am Islam so kritisierenswert finde wie am Katholizismus auch, oder wenn ich nicht glaube, dass Woody Allen ein kleines Mädchen missbraucht haben soll, nur weil Mia Farrow das in die Welt gesetzt hat.

Spielen manche Personen, die sich selbst als politisch links klassifizieren würden, mittlerweile nicht sogar der AfD in die Hände?

In Zusammenhang mit meinem Wandbild hieß es von links: »Weg mit der diskriminierenden Scheiße« und von rechts: »Da siehst du, was deine Linksgrünversifften alles verbieten wollen!« Da fühl’ ich mich ausgewogen in der Mitte eigentlich ganz wohl.

Zu einem viel wichtigeren Thema: Sie feiern am 8. August Ihren 60. Geburtstag. Machen wir uns nichts vor, das ist kein Alter. Trotzdem: Wie schauen Sie auf Ihr bisheriges Leben zurück?

Ich mache mir aber was vor, das ist sehr wohl ein Alter! Ich hasse diese Trostsprüche. Sechzig Jahre sind sechzig verdammte Jahre, ich war immer genussvoll hypersexuell, das wird langsam schwierig. Nein, ich glaub’, ich hab einiges richtig gemacht und vieles falsch, aber daraus ergaben sich immer Comics, also alles gut.

Sie haben Auszeichnungen noch und nöcher erhalten, sicherlich Millionen Comics verkauft und es gibt sogar einen eigenen Film von Rosa von Praunheim über Sie, der den Titel »König des Comics« trägt. Gibt es da überhaupt noch etwas, was Ihnen fehlt zum großen Glück?

Großes Glück hatte ich oft im Leben, wäre fast dreist, sich was zu wünschen. Ich würde gern mal ernsthaft schreiben, also Kurzgeschichten oder sogar einen Roman, aber durch die Comics komme ich nicht dazu, das mal anzugehen. Ein Garten außerhalb der Kölner Innenstadt wär’ schön und ein Hund. Und ab und zu einen prallen haarigen Arsch vor der Nase. Was man sich so wünscht als alter schwuler Mann.

Ralf König …

… wurde 1960 im westfälischen Soest geboren. Mit schwulen Knollennasen war er zunächst ein Insidertip, mit dem Rowohlt-Titel »Der bewegte Mann« erreichte er ab 1987 ein großes Publikum. Seine Comics wurden in viele Sprachen übersetzt und zu Kinofilmen, Theaterstücken und Puppenspielen. Pünktlich zu seinem 60. Geburtstag erscheint beim Männerschwarm-Verlag »Roy & Al machen Männchen«, das zweite Album mit den gar nicht stubenreinen Kläffern Roy & Al. Ralf König lebt und zeichnet in Köln.

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