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Aus: Ausgabe vom 01.08.2020, Seite 8 / Ansichten

Strategiefachblatt des Tages: Bild

Von Kristian Stemmler
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Grinst viel: Richard Grenell (Berlin, 8.11.2019)

Antreten zur Verlegung soll es bald für etwa 12.000 US-Soldaten heißen, die bislang in der Bundesrepublik Dienst verrichteten. Am Mittwoch wurden die Pläne für den Truppenabzug konkret, und die hiesige Presse war sich weithin einig bei der Ursachenforschung: US-Präsident Trump bestrafe die BRD, weil sie zuwenig für die Rüstung ausgebe, und lenke zugleich von inneren Problemen ab. Nur Bild weiß es besser. »Der Grund für die Verlegung der US-Soldaten: Truppenabzug nach SPD-Attacken«, enthüllte das Blatt mit der ohne Zweifel besonderen Nähe zum militärisch-industriell-geheimdienstlichen Komplex der USA am Freitag.

Weltexklusiv erfährt der Leser, dass in Wahrheit die SPD-Kovorsitzende Saskia Esken an den Abzugsplänen Schuld ist. Sie habe eine »unrühmliche Rolle« gespielt, poltert Bild. Gerade als Kriegsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) einen »guten Kompromiss« für den Kauf von 45 »F-18«-Jets verhandelt habe, sei ihr die SPD-Spitze in die Parade gefahren. Die habe nämlich den Abzug aller US-Atomwaffen gefordert und die Beschaffung der »F-18« abgelehnt, die diese Dinger tragen können. Das habe Trump und seinem Verteidigungsminister Mark Esper gar nicht gefallen, weiß Bild, und sie hätten sich gesagt: Also, wenn die Berliner Koalition »nicht einmal den Schutz der Amerikaner will«, dann ziehen wir unsere Truppen eben ab.

Als Kronzeuge für diese Sicht der Dinge hat das Blatt einen Bundeswehrgeneral a. D. ausgegraben, der erklärt: »Die Amerikaner wollen sich nicht ausnutzen lassen.« Auch Bild-Buddy Richard Grenell (Foto), gerade aus Berlin abberufen, darf noch mal was sagen: Die »zunehmenden Attacken auf US-Militärprogramme in Deutschland, insbesondere von Mitgliedern der Regierungskoalition«, hätten »amerikanische Strategen« beunruhigt. Erbarmungslose NATO-Gegner eben, diese Sozialdemokraten. Ist ja nichts Neues.

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Leserbriefe zu diesem Artikel:

  • Raimon Brete, Chemnitz: Chance nutzen Der US-Truppenabzug sorgt also für Ärger. Wieso? Ist er doch ein Schritt in Richtung »Frieden schaffen, ohne Waffen!«, und den sollten wir von ganzem Herzen begrüßen und aktiv unterstützen. Endlich be...

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