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Aus: Ausgabe vom 29.07.2020, Seite 8 / Ansichten

Friedensbotschafter des Tages: Douglas Macgregor

Von Matthias István Köhler
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US-Fahne auf dem Dach der Botschaft in Berlin

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: Die Beziehungen zwischen den USA und der BRD sind angespannt. US-Präsident Donald Trump ist mit der Berliner Regierungsmannschaft nicht zufrieden, zu wenig Aufrüstung, zu wenig Kriegsengagement. Zur Strafe sollen nicht nur die US-Truppen aus der Bundesrepublik abgezogen werden, Trump will auch noch jemanden zum Botschafter in Berlin machen, der Bücher schreibt: Auf den Brechstangendiplomaten Richard Grenell soll der pensionierte Oberst Douglas Macgregor folgen.

Der hat im Laufe seines Lebens bereits den ein oder anderen Schmöker zu Militärstrategie, Umstrukturierung der US-Armee und sogar der Zusammenarbeit zwischen UdSSR und DDR verfasst. Nebenher hat er auch die Zeit gefunden, praktisch tätig zu werden. So im Golfkrieg 1991, wo er unter anderem eine große Panzerschlacht leitete. Oder 1999, da war er Planungschef des Oberbefehlshabers der NATO-Streitkräfte, Wesley Clark, beim völkerrechtswidrigen Angriff auf Jugoslawien. 78 Tage NATO-Bombenteppich und Tausende Tote brachten Macgregor vom Pentagon die Auszeichnung »Defense Superior Service Medal« ein.

Ob der vom Weißen Haus am Montag als »Experte für Streitkräfteplanung« Gepriesene für seine Zeit in der BRD bereits ein neues Buchprojekt im Auge hat, ist derweil noch nicht bekannt. Aber den deutschen Medien gilt Macgregor bereits als »Querdenker« und »scharfer Kritiker von US-Auslandseinsätzen«. Der Friedensbotschafter hatte sich unter anderem Anfang des Jahres dafür ausgesprochen, die US-Truppen vollständig aus Syrien und dem Irak abzuziehen – »Dieser Krieg ist vorbei. Wir haben ihn verloren.«

So darf reden und im Westen immer noch als anerkannter Militärexperte gelten, wer sich mit Kriegsverbrechen bereits um die Interessen des US-Imperialismus verdient gemacht hat.

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