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Aus: Ausgabe vom 27.07.2020, Seite 10 / Feuilleton
Reden ist Silber

Person. Frau. Mann. Kamera. TV

Von Gerhard Henschel
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Und schon wieder hat Donald Trump die Welt in Staunen versetzt. Er ist einem Demenztest unterzogen worden, und wird seither nicht müde, in Interviews mit seinem guten Abschneiden zu prahlen. Er habe sich beispielsweise fünf Begriffe einprägen müssen: »Person. Frau. Mann. Kamera. TV.« Gut 20 Minuten später sei er aufgefordert worden, die Begriffe zu wiederholen, und zwar in der richtigen Reihenfolge. Daraufhin habe er gesagt: »Person. Frau. Mann. Kamera. TV.« Und die Ärzte hätten gesagt: »Das ist verblüffend. Wie haben Sie das gemacht?« Worauf er erwidert habe: »Ich kann das, weil ich, na ja, ein gutes Gedächtnis habe, weil ich geistig präsent bin.« Niemand, so die Ärzte laut Trump, schaffe es, sich die korrekte Reihenfolge zu merken, und das sei auch wirklich nicht leicht; doch für ihn, Donald Trump, sei es leicht gewesen.

Es fehlt nicht mehr viel, und er wird damit angeben, dass er schon allein aufs Töpfchen gehen kann. Wie es tatsächlich um Trumps kognitive Fähigkeiten bestellt ist, lässt sich daraus ersehen, dass er glaubt, das Coronavirus werde verschwinden, wenn er lange genug die Augen schließe, sich die Ohren zuhalte und »Lalala« singe. Sein Fall erinnert an den des Bundespräsidenten Heinrich Lübke, der in seiner zweiten Amtszeit an einer fortschreitenden Zerebralsklerose litt und durch peinliche Aussetzer auffiel. Nur hatte Lübke gottlob keinen Zugang zu einem Atomwaffenarsenal, und anders als Trump konnte er auch keine paramilitärischen Kampfverbände gegen Demonstranten einsetzen.

Von vielen US-amerikanischen Präsidenten sind berühmte Zitate überliefert: »Je härter der Konflikt, desto größer der Triumph« (George Washington); »Die Regierung des Volkes, durch das Volk und für das Volk, möge nicht von der Erde verschwinden« (Abraham Lincoln); »Die Menschen sind nicht die Gefangenen des Schicksals, sondern die Gefangenen ihres eigenen Geistes« (Franklin D. Roosevelt); »Wenn du die Hitze nicht erträgst, verschwinde aus der Küche« (Harry S. Truman); »Ich bin ein Berliner« (John F. Kennedy); »Ich werde morgen mittag von der Präsidentschaft zurücktreten« (Richard Nixon); »Herr Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer nieder!« (Ronald Reagan); »Präsident zu sein, ist wie einen Friedhof zu betreiben: Man hat viele Menschen unter sich, aber keiner hört zu« (William »Bill« Clinton); »Ich weiß, dass Menschen und Fische friedlich koexistieren können« (George W. Bush); »Wir sind die Veränderung, nach der wir suchen« (Barack Obama) … und nun also: »Person. Frau. Mann. Kamera. TV« (Donald Trump). Wow.

Unverzichtbar!

»Besonders in der Schule lernt man wenig über die tatsächlichen historischen und aktuellen Zusammenhänge, umso wichtiger ist die junge Welt mit ihrem Beitrag zur Aufklärung.« – Saskia Bär, Studentin

Eine prinzipienfeste, radikal kritische Tageszeitung ist durch nichts zu ersetzen für all diejenigen, die dem real existierenden Kapitalismus und Faschisten etwas entgegensetzen wollen.

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