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Aus: Ausgabe vom 25.07.2020, Seite 1 / Inland
Opfer von Polizeigewalt in der BRD

Gedenken an Maria B.

Berlin: Ermittlungen gegen Polizisten eingestellt, tödlicher Schuss sei Notwehr gewesen
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Demonstration nach dem für Maria B. tödlichen Polizeieinsatz (Berlin, 1.2.2020)

Ein halbes Jahr ist es her, dass in Berlin-Friedrichshain die Antifaschistin Maria B. von einem Polizisten erschossen wurde. Wie nun bekannt wurde, hat die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen gegen die am Einsatz vom 28. Januar beteiligten Beamten eingestellt. Laut Behörde sei dies bereits im Februar geschehen, wie die Tageszeitung (Onlineausgabe) am Freitag berichtete. Grund für die Einstellung des Verfahrens gegen vier Polizisten ist demnach, dass diese in Notwehr gehandelt hätten. Der tödliche Schuss auf Maria B. sei gerechtfertigt gewesen. Dem Bericht zufolge können gegen die Einstellung des Verfahrens keine Rechtsmittel mehr eingelegt werden.

Damals hatte der Mitbewohner von B. die Polizei gerufen, weil die Frau ihn mit einem Messer bedroht habe. Sie soll sich anschließend in ihrem Zimmer eingeschlossen haben. Nachdem die Beamten die Tür zu ihrem Zimmer aufgebrochen hatten, soll Maria B. mit einem Messer auf die Polizisten zugelaufen sein. Einer der Beamten schoss auf die Frau und traf sie tödlich in den Oberkörper (siehe jW vom 28.1.).

Linke Aktivisten hatten für Freitag abend dazu aufgerufen, sich in Solidarität mit Maria B. und anderen von der Polizei Getöteten auf dem Boxhagener Platz im Ortsteil Friedrichshain zu versammeln. »Gemeinsam wollen wir der Opfer tödlicher Polizeigewalt gedenken«, heißt es im auf der Internetseite der Gruppe »Anarchist Black Cross Berlin« veröffentlichten Aufruf. Die Autoren weisen darin darauf hin, dass es viele Berufsgruppen gebe, die »regelmäßig mit Messern konfrontiert sind«. Genannt werden Sozialarbeiter, Pflegekräfte und Türsteher. Wer in diesen Berufen arbeite, sei »in der Lage, solche Situationen zu regeln, ohne dass Menschen dabei sterben müssen«. Eine für Maria B. vor Ort angebrachte Gedenktafel sei zudem mittlerweile zum vierten Mal entfernt worden, heißt es im Auruf. (jW)

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