Kontra Klimakiller, Protest-Abo!
Gegründet 1947 Sa. / So., 26. / 27. September 2020, Nr. 226
Die junge Welt wird von 2356 GenossInnen herausgegeben
Kontra Klimakiller, Protest-Abo! Kontra Klimakiller, Protest-Abo!
Kontra Klimakiller, Protest-Abo!
Aus: Ausgabe vom 16.07.2020, Seite 9 / Kapital & Arbeit
Schaukampf

Conte schont die Oligarchen

Staatsbank soll Mehrheit an Italiens Autobahnbetreiber Autostrade übernehmen
Autobahnbruecke_in_G_58382164.jpg
Morandi-Autobahnbrücke bei Genua. Der Einsturz am 14. August 2018 kostete 40 Menschen das Leben

Die italienische Milliardärsfamilie Benetton kann aufatmen. Ebenso die Führung des deutschen Allianz-Konzerns. Denn ein bisher angeblich drohender Entzug der Mautlizenz für den Autobahnbetreiber Autostrade per l’Italia (ASPI), ist vom Tisch. Italiens Regierung unter Leitung des parteilosen Mailänder Influencers Giuseppe Conte hat ihren Job gemacht: Die Mehrheitseigentümer von ASPI, die Holding Atlantia, erklärte in der Nacht zum Mittwoch die Bereitschaft zum Rückzug. Die Mehrheit an ASPI soll nun die Staatsbank Cassa Depositi e Prestiti (CDP) übernehmen, wie die Regierung am Mittwoch nach einer sechsstündigen Nachtsitzung des Kabinetts mitteilte. Damit können sich die Atlantia-Anteilseigner ihrer Verantwortung entledigen, schwere finanzielle Verluste vermeiden und womöglich noch eine Entschädigung einstreichen.

Seit zwei Jahren wird in Italiens Führungsschicht über einen Entzug der Lizenz für ASPI gestritten. Auslöser war der Einsturz einer Autobahnbrücke bei Genua, bei dem 43 Menschen ums Leben kamen. Die Regierung warf dem Betreiber Versäumnisse bei der Instandhaltung des 3.000 Kilometer langen Mautstraßennetzes vor und gab ihm eine Mitschuld an dem Unglück. Die Benettons sind mit 30 Prozent größter Aktionär von Atlantia, die Allianz ist mit dem französische Atomkraftwerksbetreiber EdF und dem niederländischen Fonds DIF mit sieben Prozent dabei. Lautstark wurde von Lobbyisten vor milliardenschweren Schadenersatzforderungen des Betreibers an den Staat gewarnt. Das hat offenbar gewirkt.

Nun soll die CDP einsteigen und der Mautbetreiber nach Angaben der Regierung dann an die Börse gebracht werden. ASPI sei bereit, 3,4 Milliarden Euro Entschädigung zu bezahlen, Abstriche bei den Mauttarifen zu machen und auf Rechtsmittel zu verzichten. Bei einem Entzug der Konzession hätte dem Autobahnbetreiber die Pleite gedroht. Ohne die Mautgebühren hätte Autostrade die milliardenschweren Anleihen nicht mehr bedienen können, über die sich das Unternehmen hauptsächlich finanziert. Die Aktie, die zunächst abgestürzt war, sprang am Mittwoch um mehr als 21 Prozent nach oben. (Reuters/jW)

Wann, wenn nicht jetzt?

Die letzten Tage, um das stark vergünstigte und zeitlich begrenzte Aktionsabo der Tageszeitung junge Welt zu bestellen, sind angebrochen: Bis Montag, 28. September gibt es das Protest-Abo, um die junge Welt drei Monate lang stark vergünstigt für 62 € zu lesen!
 
Eine gute Gelegenheit, um die Tageszeitung gegen Kapitalismus kennenzulernen. Auf zum Endspurt!

Mehr aus: Kapital & Arbeit

Letzte Chance: drei Monate junge Welt  für 62 €. Nur noch bis 28. September bestellbar!