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Aus: Ausgabe vom 10.07.2020, Seite 1 / Ausland
Kolumbien

Waffenruhe abgelehnt

Kolumbiens Regierung schmettert Angebot von ELN-Guerilla ab. Parlamentarier fordern Friedensdialog
Von Frederic Schnatterer
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Kolumbiens Präsident Iván Duque (M.) am Ort des Anschlags auf eine Polizeischule (Bogotá, 22.1.2019)

Die kolumbianische Regierung hat ein Angebot der Nationalen Befreiungsarmee (ELN) für eine Waffenruhe während der Coronapandemie abgelehnt. Der Vorschlag der linken Guerillaorganisation sei nicht von einem »wahren Willen zum Frieden« getragen, erklärte der »Friedensbeauftragte« der Regierung, Miguel Caballos, am Mittwoch (Ortszeit) im Fernsehsender Caracol. Bereits am Dienstag hatte der rechte Staatschef Iván Duque erklärt: »Die ELN ist eine terroristische Gruppe. Kolumbien fordert, dass sie die Geiseln freilassen und ihre kriminellen Handlungen einstellen.«

Am Dienstag hatte die ELN eine mindestens 90tägige Waffenruhe angeboten, sollten sich auch die kolumbianischen Streitkräfte daran beteiligen. In einem Kommuniqué heißt es, dadurch könne der Kampf gegen die Pandemie im Land erleichtert werden. Zudem solle ein »Klima der Entspannung« geschaffen werden, um so auch eine Rückkehr zu den Friedensverhandlungen mit der Regierung zu ermöglichen. Mit dem Angebot folgte die ELN einem Appell von UN-Generalsekretär António Guterres, der zur Beilegung bewaffneter Konflikte während der Coronakrise aufgerufen hatte.

Duques Vorgänger Juan Manuel Santos hatte 2017 offizielle Friedensverhandlungen mit der ELN in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito begonnen, die später in die kubanische Hauptstadt Havanna verlegt wurden. Beendet wurden sie vom derzeitigen Präsidenten, nachdem am 17. Januar 2019 insgesamt 23 Personen bei einem Autobombenanschlag auf eine Polizeischule in der Hauptstadt Bogotá getötet worden waren, wofür er die ELN verantwortlich machte. Seitdem befindet sich die Verhandlungsdelegation der Guerilla in Havanna, da die kolumbianische Regierung bei Interpol einen internationalen Haftbefehl gegen sie erwirkt hat.

Die ELN betonte in der Vergangenheit immer wieder ihre Bereitschaft zur Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen. Am Mittwoch veröffentlichten zudem 14 oppositionelle Parlamentarier einen Aufruf zum Dialog. In einem Brief an Duque heißt es, es gehe darum, »eine Verhandlungslösung voranzubringen« und »den Konfrontationen ein Ende zu setzen«.

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