-
08.07.2020
- → Feuilleton
Alles kann Gedicht sein
Die Lyrikerin Elke Erb erhält den Georg-Büchner-Preis 2020. »Ihre Wirkungen sind von ungeheurer Fortdauer, sie schreibt mit ungeheurer Intensität weiter«, sagte der Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Ernst Osterkamp, am Dienstag in Darmstadt. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis gilt als wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland. Die Verleihung ist für den 31. Oktober in Darmstadt geplant. »Für die unverdrossene Aufklärerin ist Poesie eine politische und höchst lebendige Erkenntnisform«, urteilte die Jury. »Elke Erb gelingt es wie keiner anderen, die Freiheit und Wendigkeit der Gedanken in der Sprache zu verwirklichen, indem sie sie herausfordert, auslockert, präzisiert, ja korrigiert.« Ihre Poesie stamme aus der Gegenwart und Zukunft, so Osterkamp. Erb greife auf das immense Reservoir ihrer Tagebücher zurück. »Alles kann Gedicht sein für sie, weil alles Welt und Sprache ist.« Erbs Werk umfasst Lyrik, Kurzprosa, prozessuale Texte und Übersetzungen. In der DDR unterstützte sie Oppositionelle wie Roland Jahn, nach dem Anschluss wurde sie mit zahlreichen Preisen geehrt. Die 82jährige lebt in Berlin und Wuischke (Sachsen). (dpa/jW)
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!