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Aus: Ausgabe vom 29.06.2020, Seite 4 / Inland
jW-Genossenschaft

Gegen alle Trends

In eigener Sache. Generalversammlung der LPG junge Welt eG unter Coronabedingungen: Positive Mitgliederentwicklung und Jahresbilanz
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Genossinnen und Genossen tagen unter strengen Hygieneauflagen im Kino »Babylon« in Berlin-Mitte (27.6.2020)

Zum 25. Gründungsjahr der jW-Genossenschaft sollte ursprünglich ein großes Fest steigen. Doch coronabedingt musste die geplante Jubiläumsfeier samt abendlichem Konzert leider ausfallen. So fand die alljährliche Generalversammlung der LPG junge Welt eG am Sonnabend unter strengen Hygieneauflagen im traditionsreichen Kino »Babylon« in Berlin-Mitte statt. 68 Genossinnen und Genossen waren gekommen, um sich über die Entwicklung der LPG (Linke Presse Verlags- Förderungs- und Beteiligungsgenossenschaft) im vergangenen Geschäftsjahr zu informieren, den Jahresabschluss festzustellen und einen neuen Aufsichtsrat zu wählen. Zudem galt es, ein Aktionsprogramm zur Stärkung der Genossenschaft zu verabschieden.

Simon Zeise, Vorsitzender des LPG-Vorstands, präsentierte in seinem Bericht Fakten zur Mitgliederentwicklung: So erhöhte sich deren Zahl 2019 von 2.135 auf 2.234 Genossinnen und Genossen, die 4.630 Anteile gezeichnet haben. Der positive Trend setzt sich im laufenden Jahr mit bislang 126 neu aufgenommenen Mitgliedern (mit 252 Anteilen) fort. Zudem erhöhten seit Jahresbeginn 153 Genossinnen und Genossen ihre Anteile – womit bereits jetzt mehr als doppelt so viele gezeichnet wurden wie im gesamten Geschäftsjahr 2019. Die Geldmittel der LPG, Haupteigentümerin des Verlags 8. Mai GmbH, in dem junge Welt und das Magazin für Gegenkultur Melodie und Rhythmus erscheinen, dienen der materiellen Absicherung der Geschäftstätigkeit. Sie sind eine Stütze für das Erscheinen der einzigen marxistischen Tageszeitung im Lande – der wichtigsten Rendite für die Genossenschaftsmitglieder.

Die entwickelt sich, wie Geschäftsführer Dietmar Koschmieder darlegte, politisch und ökonomisch ebenfalls erfreulich. Gegen alle Trends steige die Auflage – langsam zwar, aber kontinuierlich. Seit einigen Jahren arbeite der Verlag kostendeckend. So mussten auch 2019, anders als in der Vergangenheit, keine Überbrückungskredite der LPG beantragt werden. Die Verlagsbilanz weist, angesichts eines Umsatzrekords von 5,4 Millionen Euro, einen kleinen Überschuss also eine »schwarze Null« aus. Vor dem Hintergrund steigenden politischen Drucks infolge der anhaltenden Rechtsentwicklung, der Schwäche der Linken sowie der gegenwärtigen Verwerfungen in der Branche gebe es, so Koschmieder, jedoch keine Garantie dafür, dass diese positive Entwicklung in den kommenden Jahren anhalten werde. Der Trend zur Digitalisierung belaste die Printbranche weiterhin stark und gehe auch an jW nicht spurlos vorbei: Neben einem Verfall von Infrastruktur (zum Beispiel Kiosksterben) habe der Verlag mit enormen Preissteigerungen bei der Zustellung zu kämpfen. Um gegenzusteuern, muss jW künftig ihr digitales Angebot ausweiten und verbessern, sollen der Onlineauftritt optimiert und die Leser-Blatt-Bindung gestärkt werden. Dazu gibt es konkrete Planungen: Derzeit werde am Aufbau von zwei redaktionell angebundenen Teams für Social Media und Kommunikationsmanagement gearbeitet.

An der gedruckten Ausgabe, dem »Kulturgut Tageszeitung«, werde festgehalten, so Koschmieder. Nicht nur das: Der Verlag kämpfe weiter für den Erhalt und den Ausbau der Menge an Printabos und könne dabei entgegen allen Branchentrends bemerkenswerte Erfolge vorweisen. Um aber weiterhin kostendeckend arbeiten zu können, müsste laut Koschmieder die Zahl der verkauften jW-Printexemplare und Onlineabos in den nächsten Jahren von derzeit 19.500 auf 25.000 Einheiten steigen. Mit Blick auf eine erhöhte Reichweite lägen dabei die größten Herausforderungen und Chancen im Onlinebereich. Erfreulich: Zur Unterstützung dieser Vorhaben schenkte die LPG dem Verlag zum Jubiläum zwei hochwertige Beameranlagen für Redaktion und Ladengalerie im Wert von rund 25.000 Euro.

In der Diskussion wurden neben unmittelbar genossenschaftsbezogenen auch andere Fragen erörtert, u. a. zur künftigen Verwendung von umweltgerechtem Druckpapier. Der entsprechende Antrag eines Genossen wurde zwar für formal unzulässig erklärt, von der Sache her aber gebilligt. Der Vorstand wird das Thema bei der Generalversammlung im kommenden Jahr erneut auf die Tagesordnung setzen und berichten, welche Schritte bereits umgesetzt werden konnten. Ferner ging es um die Verwendung geschlechtergerechter Sprache, das Verhältnis zur Linkspartei sowie die Stärkung der landesweit aktiven Leserinitiativen.

Es wurden die laut Satzung erforderlichen Beschlüsse gefasst, also der Jahresabschluss 2019 festgestellt, Vorstand und Aufsichtsrat entlastet. Festgelegt wurde auch die Höhe des Auseinandersetzungsguthabens: Die zum 31.12.2019 ausgeschiedenen Mitglieder erhalten abzüglich der Verlustbeteiligung 374,83 Euro pro Anteil zurückbezahlt. Bei wenigen Gegenstimmen oder Enthaltungen wurden Claudia Kratofil, Eckehard Schlauß sowie Andreas Siegmund-Schultze in den Aufsichtsrat gewählt. Dessen langjähriges Mitglied Heinzjürgen Hagenmüller trat aus Altersgründen nicht noch einmal zur Wahl an. Der Genosse wurde mit herzlichem Dank für seine Arbeit und Applaus verabschiedet, er will der LPG jedoch weiterhin mit Rat und Tat zu Seite stehen. Als Nachrücker wurden Michael Mäde und Carsten Schulz gewählt.

Der einstimmig verabschiedete Aktionsplan sieht u. a. die Gewinnung des 2.500sten LPG-Mitglieds zum Gründungstag am 7. Oktober. vor. Im Oktober oder später soll dann auch das eingangs erwähnte Jubiläumsfest nachgeholt werden – allerdings nur in kleinerem Rahmen. Zum gleichen Zeitpunkt ist eine außerordentliche Versammlung der LPG geplant. (jW)

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