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Mord in Berlin: Russland weist »haltlose Vorwürfe« zurück

Foto: Paul Zinken/dpa
Spurensicherung am Tatort im Kleinen Tiergarten (Berlin, 23.8.2019)

Berlin/Moskau. Russland hat nach der Mord-Anklage der Bundesanwaltschaft gegen einen seiner Staatsbürger eine Verwicklung der russischen Regierung in das Verbrechen vehement bestritten. Der russische Botschafter Sergej Netschajew sprach am Donnerstag in Berlin nach der Vorladung beim Auswärtigen Amt von haltlosen Vorwürfen gegen sein Land. »Wir halten die gegen die russischen Staatsstrukturen vorgebrachten Anschuldigungen für unbegründet und haltlos«, teilte der Diplomat bei Facebook mit. Es seien keine Fakten und Beweise vorgelegt worden, kritisierte er.

Zur deutschen Androhung weiterer Maßnahmen gegen Russland sagte Netschajew, dass sein Land darauf angemessen reagieren werde. Das alles diene nicht den positiven Entwicklungen der Beziehungen zwischen Deutschland und Russland. Der Diplomat wies in seiner Stellungnahme auch Vorwürfe mangelnder Kooperationsbereitschaft der russischen Behörden zurück. Er sagte, dass russische und deutsche Stellen in dem Fall inzwischen partnerschaftlich zusammenarbeiten würden. Zudem beantworte Russland die deutschen Anfragen.

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Die Ermittlungsbehörde in Karlsruhe erhob am Donnerstag beim Kammergericht Berlin Anklage gegen den mutmaßlichen Täter, der mehr als einen Monat vor der Tat von »staatlichen Stellen der Zentralregierung der Russischen Föderation« dazu beauftragt worden sein soll. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft.

Der Mord ereignete sich am 23. August 2019 im Kleinen Tiergarten in Berlin. Der Täter näherte sich seinem Opfer, einem 40 Jahre alten Tschetschenen mit georgischer Staatsangehörigkeit, von hinten und schoss ihm zunächst mit einer mit Schalldämpfer versehenen Pistole in den Oberkörper. Es folgten zwei Schüsse in den Kopf, das Opfer starb noch am Tatort. (dpa/jW)

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Erschienen am 19.06.2020, Inland

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