Gegründet 1947 Donnerstag, 2. Juli 2020, Nr. 152
Die junge Welt wird von 2327 GenossInnen herausgegeben
Aus: Ausgabe vom 06.06.2020, Seite 1 (Beilage) / Wochenendbeilage
Situation von Drogenkonsumenten

»Die gesellschaftliche Ausgrenzung wird noch mal deutlicher«

Ein Gespräch mit Urs Köthner. Über Drogenhilfe in Zeiten der Pandemie, die Regulierung von Cannabis und das Kiffverhalten in der CDU/CSU
Interview: Kristian Stemmler
121515033.jpg
Für die Integration von Drogenkonsumenten in die Gesellschaft: Die von Künstlern umgestaltete Werbefigur der Brauerei Reissdorf Kölsch am Kölner Neumarkt (18.6.2019)

Die Coronakrise hat auch die Drogenhilfe in den vergangenen Wochen in Atem gehalten. Sie arbeiten seit Jahrzehnten in diesem Bereich. Wie haben Sie in Ihrer Hamburger Einrichtung auf die Pandemie reagiert?

Es galt zunächst, die Einrichtung geöffnet zu halten und genau zu sehen, was die Mitarbeitenden brauchen, um unter den Bedingungen der Pandemie arbeiten zu können. Besonders am Anfang der Krise, aber auch jetzt noch, steht die Frage nach ausreichender und adäquater Schutzkleidung und Schutzmaßnahmen für die Mitarbeitenden im Mittelpunkt. Und auch diese Fragen: Wie viele Angebote können wir parallel anbieten? Was brauchen unsere Besucher gerade besonders? Da unsere Räumlichkeiten sehr klein sind, mussten wir wegen des Abstandsgebots mit Einlassbeschränkungen arbeiten. Wir haben regulär bis zu 14 Konsumplätze für illegalisierte Drogen, derzeit sind maximal vier Plätze parallel nutzbar. Der Bedarf an sogenannten Harm-reduction-Angeboten (Angebote zur Reduzierung der Gesundheitsgefährdung der Drogengebraucher, jW) ist gestiegen. Betroffen sind insbesondere die Angebote Ernährung, Hygiene, Konsumutensilien und Wundversorgung.

Wie hat sich die Krise auf die Lebensbedingungen Ihrer Klienten ausgewirkt?

Für viele ist die Möglichkeit weggebrochen, Geld zu verdienen, etwa durch Betteln, Flaschensammeln, den Verkauf einer Obdachlosenzeitschrift, Gelegenheitsjobs oder Prostitution. Es ist schwieriger geworden, das Geld fürs Notwendigste, auch die Drogen, zu beschaffen. Grundsätzlich stehen aber gesundheitliche Fragen und Ängste im Vordergrund. Die gesellschaftliche Ausgrenzung dieser eh schon marginalisierten Menschen wird noch mal deutlicher. Es geht ums tägliche Überleben, insbesondere wenn sie obdachlos sind.

Lassen sich die langfristigen Folgen der Pandemie für die Drogenhilfe abschätzen?

Die Einschränkungen haben die pädagogische Arbeit in unserer niedrigschwelligen Einrichtung vollkommen verändert. Unsere »fitteren« Besucher bleiben fern oder kommen seltener. Dadurch verändert sich die Zusammensetzung der von uns erreichten Nutzer. Es sind jetzt proportional mehr Menschen da, die unter desolaten Bedingungen leben und elementar auf unsere Grundversorgung angewiesen sind. Der Schwerpunkt liegt, zwangsläufig, auf akutem Bedarf, Kurzberatungen und Kriseninterventionen. Soziale Stabilisierung und längerfristige Beratungen sind derzeit kaum möglich. Neuzugänge können nicht adäquat »begrüßt« und auf Hausregeln hingewiesen werden. Die »offene Tür« und Face-to-Face-Kontakte sind Grundmerkmale akzeptierender, niedrigschwelliger Drogenarbeit, welche durch die Abstands- und Hygieneregeln stark beeinträchtigt werden.

Andererseits zeigt sich eine enorme Hilfsbereitschaft: zum Beispiel durch Caterer, die uns mit Essen beliefern, oder durch Spenden von Einkaufsgutscheinen und Atemschutzmasken. Darüber hinaus wurden wegen Corona im Bereich der Substitution sehr schnell die gesetzlichen Rahmenbedingungen gelockert, so dass jetzt deutlich mehr und leichter substituiert werden kann. Wir hoffen, das auch nach der Coronazeit erhalten zu können.

Die Debatte über Drogenpolitik ist notgedrungen hinter die aktuelle Krisenbewältigung zurückgetreten, muss aber weiter geführt werden. Sie gehören zu denjenigen, die sich schon seit vielen Jahren für eine Regulierung des Drogenhandels hierzulande einsetzen. In dieser Frage gibt es offenbar Bewegung, zumindest bei der SPD. Was tut sich da?

Es gibt ein erfreuliches Positionspapier, das die SPD-Bundestagsfraktion im Februar beschlossen hat und das sich auf ein Konzept der Friedrich-Ebert-Stiftung von 2015 mit dem Titel »Von Repression zu Regulierung« bezieht. In diesem Konzept geht es prinzipiell um die Regulierung aller Drogen. Das aktuelle Positionspapier bezieht sich auf Cannabis als ersten Schritt. Dabei wird ein ähnliches Verfahren vorschlagen, wie es damals bei den Drogenkonsumräumen gewählt wurde. Da gab es eine Rechtsgrundlage im Bund, und den Ländern wurde freigestellt, ob sie Konsumräume zulassen. So war kein Bundesland gezwungen, das zu machen.

Wie darf man sich das vorstellen? Gibt es »Gras« dann im Regal bei Aldi, gleich neben Schnaps?

Auf keinen Fall. Es ist ein verbreiteter Irrtum, dass es Drogen im Supermarkt geben soll. Wir reden von Drogenfachgeschäften für Erwachsene. Wie das genau gestaltet wird, da gibt es unterschiedliche Konzepte. Auf jeden Fall haben Jugendliche da keinen Zugang.

Welche Argumente sprechen für eine Regulierung bei Cannabis?

Zum ersten: Der Handel findet sowieso statt, das können wir nicht verhindern. Derzeit läuft dieser unter verheerenden Umständen. Der Drogenmarkt kennt keinen Jugend- und Verbraucherschutz. Momentan geht die Gefahr davon aus, dass wir immer stärker hochgezüchtete Sorten mit einem sehr hohen THC-Gehalt auf dem Markt haben. Viel, viel mehr als früher. Die Gefahr, dass dadurch etwa Psychosen ausgelöst werden, ist deutlich erhöht. Die beiden Hauptwirkstoffe der Substanz sind THC und CBD. CBD ist medizinisch sehr wirksam, wirkt antidepressiv, antipsychotisch. Der illegale Markt ist an einem hohen THC-Gehalt interessiert, weil der Stoff dann teurer verkauft werden kann und man weniger produzieren muss. Das ist eine Folge des illegalen Marktes.

Und das würde durch eine kontrollierte Abgabe besser?

Ja, klar. Wir hätten einen regulierten Markt mit Qualitätskontrollen und Verbraucherschutz. Wir wüssten genau, was im Stoff drin ist. Man könnte unterschiedliche Sorten anbieten, zum Beispiel mit einem regulierten CBD-Anteil. Und wir könnten wirklichen Jugendschutz organisieren. Der Schwarzmarkt würde sicher nicht völlig verschwinden, aber zu einem großen Teil.

In vielen anderen Ländern ist die Drogenpolitik in dieser Frage bereits wesentlich weiter.

So ist es. Die weltweite Evidenz ist da. Es gibt keine wissenschaftlichen Unklarheiten mehr. Die Frage ist nur noch, wie man den Wandel hinbekommt. Kanada hat ja schon angekündigt, dass es nach Cannabis auch alle anderen Drogen freigeben wird. In den USA wird Cannabis in immer mehr Staaten legal abgegeben. Und die Prophezeiung, dass dadurch mehr Jugendliche konsumieren, hat sich nicht bewahrheitet. Alle Zahlen zeigen: Der Konsum von Jugendlichen geht eher zurück. Und was sehr spannend ist: In den US-Bundesstaaten, wo Cannabis freigegeben ist, geht die Verschreibung von Psychopharmaka um 50 Prozent zurück.

Von manchen wird kritisiert, dass hier eine Kommerzialisierung droht und Cannabis als Riesenmarkt entdeckt wird.

Sicher, eine Freigabe bedeutet auch eine Kommerzialisierung. Aber ich möchte es nicht so haben wie in den USA. Ich war dort und habe mir die Läden angeguckt. Wie die Amerikaner so sind – wenn sie so etwas machen, dann machen sie es auch ganz, dann rollt das Merchandising. Du kriegst da alles: Gummibärchen mit Cannabis, Lollis mit Cannabis und so weiter. Da gab es dann auch die ersten Unfälle mit Kindern, als die zum Beispiel so einen Lolli in die Hand bekamen.

Aber die Amerikaner steigen so oder so in das Geschäft ein. Die Nummer zwei des Facebook-Konzerns hat vor kurzem von der Familie Bob Marleys die Rechte an dessen Namen gekauft und bringt jetzt eine Grassorte mit dem Namen Marley heraus, die er natürlich weltweit vermarkten will. Wenn in den USA Marihuana bundesweit freigegeben wird, dann werden sie auf den internationalen Markt drängen, wie sie das mit Coca-Cola gemacht haben. In dem Fall hat Deutschland sowieso keine Chance mehr. Deshalb sage ich: Jetzt können wir noch steuern und Regeln setzen, bevor wir etwas Ähnliches erleben, wie es mit Alkohol und Tabak passiert ist.

In Europa tut sich doch schon einiges, was die Regulierung angeht.

Richtig, es tut sich was. Einzelne Länder sind dabei, ihr Modell zu verändern. Luxemburg legalisiert jetzt zum Beispiel. Tschechien hat schon reguliert, es gibt dort Verkaufsstellen für Cannabis, die toleriert werden, ähnlich wie in den Niederlanden. Und auch die Briten stehen kurz davor. Auf europäischer Ebene müsste es jetzt dringend eine Konferenz stattfinden, denn solche Fragen lassen sich nur noch europäisch lösen. Die Verantwortlichen müssen sich entscheiden, wie man damit umgehen will. Als Verein »Akzept« haben wir der Drogenbeauftragten Daniela Ludwig, CSU, vorgeschlagen, eine solche Konferenz zur Cannabisfreigabe einzuberufen, um eine Bestandsaufnahme zu machen und zu schauen, wo die einzelnen Länder stehen.

1 int.jpg
Urs Köthner

Es gibt Wissenschaftler wie den Hamburger Psychiater Rainer Thomasius, die regelmäßig vor den Gefahren von Cannabis warnen. Ist an diesen Wortmeldungen nichts dran?

Es gibt keine ungefährlichen Drogen. Auch Cannabis hat ganz klar seine Risiken. Wie gesagt, aktuell sind die hochgezüchteten Sorten mit dem hohen THC-Gehalt die größte Gefahr. Aber das spielt eigentlich keine Rolle. Denn unabhängig davon, wie man diese Gefahren beurteilt: Der Handel findet ja statt, egal wie sehr die Repression hochgefahren wird – und der Markt boomt. Jetzt haben wir keinen Einfluss darauf, haben keinen Jugend- und Verbraucherschutz. Das hätten wir aber alles, wenn es zu einer Regulierung des Marktes käme.

Man muss Thomasius schon ernst nehmen, aber er verallgemeinert in einer unredlichen und unwissenschaftlichen Art seine klinischen Erfahrungen, bei denen er mit sehr schweren Verläufen konfrontiert ist. Man geht heute davon aus, dass maximal fünf bis zehn Prozent der Menschen, die konsumieren – und zwar egal, welche psychotrope Substanz –, Missbrauchs- und Abhängigkeitsmuster entwickeln. Das heißt im Umkehrschluss: 90 bis 95 Prozent sind in der Lage, damit umzugehen.

Die organischen Schäden sind bei Tabak und Alkohol bekanntlich erheblich schlimmer.

Hier muss ich auf eine Liste zu den kurz- und langfristigen Schäden psychotroper Substanzen des britischen Psychiaters und Pharmakologen David Nutt verweisen, die unter Wissenschaftlern als Standard gilt. Da sieht man: Alkohol und Tabak stehen ganz oben, und dann kommt Kokain. Cannabis liegt weit hinten. Nutt wurde übrigens von der britischen Regierung 2009 seines Amtes enthoben, weil die Studienergebnisse ihn schlussfolgern ließen, dass Cannabis, LSD und Ecstasy weniger schädigend für den Körper seien als Alkohol und Tabak.

Trotz all der Repression und Sicherstellungen großer Mengen von Kokain scheinen die Behörden den Drogenhandel überhaupt nicht in den Griff zu kriegen. Oder täuscht der Eindruck?

Der täuscht nicht. Momentan haben wir ein Kokainproblem. Deutschland wird davon überschwemmt. Kokain ist so rein und so billig wie nie zuvor. Im Prinzip ist Reinheit gut, aber die Konsumenten wissen nicht immer, wie rein der Stoff ist. Dadurch entstehen Überdosierungen. Bei über 50 Prozent der Konsumvorgänge in unserem Konsumraum hier in Hamburg-Harburg geht es inzwischen um Kokain. Die Hälfte davon ist Crack, was ja ein Kokainderivat ist. Das ist schon viel. Dieselben Konsummuster zeigen sich auch in Frankfurt, Berlin oder Hannover.

Und im Internet kann man sich doch auch Drogen bestellen, oder?

Na klar. Im Darknet findet ein Riesendrogenhandel statt, da kriegst du alle Drogen. Das kriegen wir nicht in den Griff. Und auch das ist ein Argument für einen regulierten Drogenhandel. Dann gebe es weniger Gründe, im Internet zu kaufen. Es würde wohl eine Steuer auf die Substanzen geben, aber die darf nicht zu hoch sein, sonst blüht der Schwarzmarkt wieder. Es sollte eine zweckgebundene Steuer sein, deren Einnahmen zum Beispiel in einen Fonds gehen, aus dem Kosten für Gesundheitsbehandlung bezahlt werden. Das ist das Modell, das wir befürworten.

Zur Situation in Hamburg. Die Hansestadt war in den 90ern die erste Stadt, die Konsumräume, damals oft auch Fixerstuben genannt, zugelassen hat. Ihr »Abrigado« war der erste Konsumraum bundesweit. Momentan ist der Senat eher zögerlich, was Cannabis angeht. Worauf hoffen Sie?

Wir hoffen, dass Hamburg in der Frage vorangeht und ein Modellprojekt beantragt. Es gibt ja schon Städte und Bundesländer, die einen Antrag formulieren, etwa Berlin, Bremen oder NRW. In Hamburg hat die Bürgerschaft das bisher abgelehnt. Aber nach der Wahl im Februar hat sich die Situation verbessert. Wir haben sehr starke Grüne, die sich das Vorhaben lange auf ihre Fahnen geschrieben haben. Wir haben eine Bundes-SPD, die der SPD in Hamburg den Rücken freihält. Jetzt können doch bitte endlich alle einmal an einem Strang ziehen. Als ersten Schritt fordern wir, dass der Besitz von Cannabiskleinmengen von einer Straftat zu einer Ordnungswidrigkeit heruntergestuft wird. Das kann der Hamburger Justizsenator im Grunde sofort umsetzen.

In den vergangenen Jahren klagten viele Träger der Drogenhilfe in Hamburg über eine Deckelung der Zuwendungen. Hat sich da etwas verbessert?

Im Jahr 2010 ist alles gedeckelt worden. Das ist aber seit 2018 aufgehoben, seitdem hat es mehr Geld für die Hamburger Drogenhilfe gegeben. Es gab einmalige Zuschüsse, um etwas auszugleichen, und auch eine fünfprozentige Erhöhung des Etats, um Tarifsteigerungen zahlen zu können. Das ist erst mal sehr gut, es ist wirklich investiert worden in die Hamburger Drogenhilfe. Leider noch nicht so viel, dass die aktuellen Tariferhöhungen ausgeglichen werden können.

Musste Personal in den vergangenen Jahren abgebaut werden?

Da muss man unterscheiden. Bei vielen Trägern ist das passiert, aber kleinere haben dafür immer wieder Zuschüsse bekommen. »Freiraum« gehört zu den wenigen glücklichen Trägern. Da will ich mich gar nicht beklagen.

Weil Sie mit Klienten umgehen, denen es besonders schlecht geht, die besonders verelendet sind?

Das kann man so sagen. »Freiraum« war jahrelang kein beliebter Träger, wir galten als unbequem. Aber in der Behörde und im Bezirk wissen sie, dass wir unverzichtbar sind. Es gibt eine neue Drucksache aus dem Jahr 2018, zur Förderung der niedrigschwelligen Arbeit, insbesondere der Drogenkonsumräume. Da sind wir diesmal auch bedacht worden. Für 2019 haben wir 94.000 Euro mehr bekommen, für 2020 noch mal 120.000 mehr für Personalmittel.

Sie wollen Ihre Einrichtung jetzt ausbauen. Ist das richtig?

Im Prinzip schon, aber nicht an diesem Standort, denn der ist illegal. Wir stehen mitten im Landschaftsschutzgebiet. Die Einrichtung hätte 1994 gar nicht gebaut werden dürfen. Hier stand nur eine Baracke des Gartenbauamtes. Eine halbe zweite Etage ist 2013 gebaut worden, nach ganz langem Ringen mit dem Baudezernenten. Diesmal hat er einen Ausbau ausgeschlossen. Jetzt wird ein neuer Standort geprüft, an dem wir größer bauen können. Momentan haben wir zusätzliche Büroräume, da ich wesentlich mehr Mitarbeiter habe, aber nicht genug Arbeitsplätze vor Ort.

Noch mal zurück zum Thema Cannabis. Wie wird sich das Thema aus Ihrer Sicht weiterentwickeln?

Einzelne Bundesländer und Städte müssen mit Modellprojekten vorangehen. Für Bundesmodellprojekte sehe ich noch keine Umsetzungschance wegen der ablehnenden Haltung bei CDU und CSU. Aber wir haben ja sehr bald Wahlen, und auch bei der CDU mehren sich die Stimmen für eine Regulierung. Übrigens wird auch in der Union kräftig gekifft. Und eines kann man nur immer wieder betonen: Es geht nicht um Legalisierung, sondern um Regulierung. Es geht nicht um Drogen im Supermarkt, sondern um kontrollierten Zugang für Erwachsene.

Urs Köthner arbeitet seit 1995 als Sozialarbeiter und Suchttherapeut in der ambulanten Drogenhilfe und war in Bochum, Frankfurt am Main und Köln tätig. Seit 2007 engagiert er sich im Bundesvorstand des Vereins »Akzept«. Zudem ist er seit 2015 Geschäftsführer des Vereins »Freiraum Hamburg«, der bundesweit die Einrichtung von Konsumräumen vorantrieb und heute die Einrichtung »Abrigado« in Hamburg-Harburg betreibt.

Die junge Welt ist anders.

Marxistisch, überregional, genossenschaftlich. Und günstig: wochentags für 1,80 € und am Wochenende 2,20 € am Kiosk.

Debatte

  • Beitrag von Dr. rer. nat. Harald Wenk aus Hagen ( 6. Juni 2020 um 17:26 Uhr)
    »Die Gefahr, dass dadurch etwa Psychosen ausgelöst werden, ist deutlich erhöht. Die beiden Hauptwirkstoffe der Substanz sind THC und CBD. CBD ist medizinisch sehr wirksam, wirkt antidepressiv, antipsychotisch.«

    Schon Nietzsche forderte »etwas von der tiefen Ruhe Asiens« für Europa, den Westen und wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass selbst die asiatischen Drogen sehr viel besser sind und schlafender (Morphium, ein früher zumindest verschreibungspflichtig legales Opiumderivat, kommt vom griechischen Schlafgott Morpheus, dann uch) machen.

    Die Psychiatrie als Fortsetzung des Gefängnisses mit wortwörtlich anderen Mitteln ist wie auch sonst so hierzulande: Fair ist foul, foul ist fair, Hamlet, Shakespeare, stellt die Realität auf den Kopf (statt die Leute tantrisch Kopfstand machen zu lassen).

    Aus Asien kommt auch das ewig wahre Wissen, dass den Betroffenen ihre eigene Bewusstheit per Psychopharmakaschädigung geklaut wird.

Ähnliche:

  • Gegen Kleindealer agieren die Behörden mit harter Hand (Foto ein...
    25.02.2017

    »Prohibition ist gescheitert«

    Gespräch mit Urs Köthner. Über Drogen als Schmiermittel des Kapitalismus, die Wirtschaftsinteressen hinter deren Illegalisierung und Repression gegen Konsumenten

Regio:

Mehr aus: Wochenendbeilage

Gibt es noch konsequent linken Journalismus? Klar, für 1,80 € am Kiosk.