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Aus: Ausgabe vom 28.05.2020, Seite 15 / Medien
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Zentralorgan von Österreichs Partei der Arbeit heißt jetzt Zeitung der Arbeit und ist auch im Netz präsent
Von Dominik Maier, Linz
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Gute Tradition: Das Organ der PdA in Österreich wirbt für den Sturz der bürgerlichen Herrschaft

Die österreichische Partei der Arbeit (PdA) ging organisatorisch gestärkt aus ihrem vierten Parteitag am 21. Dezember 2019 hervor. Das spiegelt sich seitdem unter anderem auch in der Entwicklung ihres Zentralorgans wider. Die bisherige ArbeiterInnenzeitung (AZ) wurde nicht nur in Zeitung der Arbeit umbenannt, sonder ist inzwischen auch im Netz präsent.

Über die organisatorische Neuaufstellung hieß es auf dem Parteitag: »Das sind nur Voraussetzungen. Beschlüsse und Parteitagsdiskussionen sind eine Sache – die existentielle Realität und die positive, planmäßige Entwicklung der PdA in den beiden kommenden Jahren benötigt aber auch die konsequente Umsetzung unserer Beschlüsse und Vorhaben: Mit tatkräftiger Beteiligung der Mitglieder, der Organisationen und der Strukturen, mit Fleiß, Hingabe, Unbeirrbarkeit, Disziplin und Zuversicht.«

Politische Linie

Der Schriftsteller Tibor Zenker, der dies bei seiner abschließenden Rede auf dem Parteitag sagte, war zuvor zum neuen Parteivorsitzenden gewählt worden. Er löste damit Otto Bruckner ab, der die PdA seit ihrer Gründung 2013 leitete, ebenso wie bereits die Kommunistische Initiative, welche die Parteigründung vorbereitet hatte. Bruckner bleibt als nunmehr stellvertretender Vorsitzender aktiv und ist in der Redaktion der Zeitung der Arbeit (ZdA) tätig.

Inzwischen ist auch für die Öffentlichkeit sichtbar, dass es nicht bei Beschlüssen und Parteitagsdiskussionen bleibt, sondern dass es gelingt, durch die »tatkräftige Beteiligung der Mitglieder« die Verbindung zur politischen Praxis herzustellen. Inzwischen wurde nach etwas Vorlaufzeit innerhalb weniger Wochen die neue Onlinezeitung ins Leben gerufen. Seit Anfang März berichtet sie täglich aktualisiert zu vielfältigen Themen. Mit dem Anspruch, ausschließlich exklusive Beiträge zu veröffentlichen, nicht einmal von der Homepage der Partei werden Texte einfach kopiert.

»Ziel ist, dass man bei regelmäßiger Lektüre der ZdA umfassend informiert bleiben und dabei zugleich die politische Linie der Partei der Arbeit kennenlernen kann«, so Raffael Schöberl, der bis Anfang des Jahres Bundesvorsitzender der Kommunistischen Jugend Österreichs (KJÖ) war und sich inzwischen in der PdA für ihr neues Zentralorgan stark macht. Neben den Rubriken Politik, Internationales, Klassenkampf, Feuilleton, Kommentar und Partei der Arbeit gibt es auch regelmäßig Schwerpunkte, in denen zu ausgewählten Themen mehrere Beiträge erscheinen. Bisher waren das »Niedriglohnsektor«und »75 Jahre Befreiung«, für Ende Juni wird ein Schwerpunkt zum Thema »Wirtschaftskrise« vorbereitet.

Die Zeitung der Arbeit löst die AZ als Zentralorgan der Partei ab. Letztere war von 2015 bis 2020 mit einigen Ausgaben pro Jahr erschienen und wurde in hoher Auflage kostenlos verteilt, aber auch an Abonnenten verschickt. In den letzten Monaten hat sich die Aufmerksamkeit auf die Realisierung des Netzauftritts konzentriert, darauf will man sich jedoch keinesfalls beschränken. »Parallel zur Etablierung des neuen Onlineauftritts arbeiten wir an einem Konzept für die zukünftige Printversion unserer Zeitung«, so Schöberl, »und insgesamt haben wir die Redaktionsarbeit auf eine neue, kollektive und professionellere Arbeitsweise umgestellt.«

Kollektiver Organisator

Über das Verhältnis zwischen Medium und Partei äußerte sich der Parteivorsitzende Zenker gegenüber junge Welt: Die möglichen medialen Möglichkeiten »haben sich durch die technische Entwicklung vervielfacht und eine Zeitung muss heutzutage verschiedene, eben auch digitale Kanäle bespielen. Das ändert jedoch nichts daran, dass eine Zeitung, wie Lenin schon betont hat, ein unerlässlicher kollektiver Organisator für die Arbeiterklasse und ihre Partei ist«. Von der unmittelbaren Außenwirkung des neuen digitalen Auftritts abgesehen bringe die Redaktionsarbeit nämlich auch eine verstärkte Aktivierung und Organisierung der Mitgliedschaft sowie des Parteiumfelds mit sich.

Letztlich gehe es um »nichts Geringeres als den Sturz der bürgerlichen Herrschaft und des kapitalistischen und imperialistischen Systems, die Durchführung einer sozialistischen Revolution und den Aufbau einer neuen, einer sozialistischen Gesellschaft als Übergang zur klassenlossen Gesellschaft, zum Kommunismus«, wie Zenker in seinem Kommentar über den Start der ZdA online dort schrieb. »Wir stehen in vielerlei Hinsicht immer noch am Anfang, doch wissen wir, wohin wir wollen. Dies ist Voraussetzung jeder seriösen revolutionären Tätigkeit.«

Die Partei der Arbeit Österreichs versteht sich als marxistisch-leninistische Organisation. Sie war 2013 neu gegründet worden. Ihre Vorläuferin, die Kommunistische Initiative, hatte sich 2005 wegen tiefgreifender politischer und weltanschaulicher Meinungsunterschiede innerhalb der damaligen Kommunistischen Partei Österreichs von dieser getrennt.

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