Zum Inhalt der Seite

Niedersachsen: Gefahr durch Neonazi-Siedler

Hannover. Die »Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus für Demokratie« stellt zunehmendes Interesse von Faschisten an ländlichen Regionen als Rückzugsort in Niedersachsen fest. Nach Angaben des Projektleiters Ruben Obenhaus spielen die Höfe von »völkischen Siedlern« im Nordosten des Bundeslandes dabei eine große Rolle, wie die Deutsche Presseagentur am Montag berichtete. »Sie vernetzen sich dort, laden Rechtsextreme ein und Kinder aus rechtsextremen Familien«, sagte Obenhaus. Ihm zufolge werden dort etwa Camps für Jugendliche organisiert. Solche »Siedlungen« gibt es demnach in den Landkreisen Lüchow-Dannenberg, Uelzen, Lüneburg und Heidekreis.

Laut Mobiler Beratung nutzen Faschisten aus dem gesamten Bundesgebiet diese Ansiedlungen zum Netzwerken. »Das ist eine explosive Mischung«, warnte Obenhaus. In den Familien wachse eine neue Generation von Neonazis heran. Das Problem habe sich verschärft. Nach Einschätzung der Organisation sind unter den Siedlern Menschen mit hohen Bildungsabschlüssen, die strategisch vorgehen und Kontakte etwa zu Mitgliedern der faschistischen NPD pflegen. Schätzungen zufolge gebe es in Niedersachsen zwischen 60 und 80 solcher Familien auf dem Land. (dpa/jW)

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 20.05.2020, Seite 15, Antifaschismus

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!