Der Schwarze Kanal: »Verkommen«
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Aus: Ausgabe vom 07.05.2020, Seite 15 / Medien
Sportmedien

Spielzeit ohne Körbe

Cornonakrise: Basketball-Blätter müssen ihre Seiten füllen – und hoffen auf den Wiederbeginn der Liga
Von Oliver Rast
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Für den Liganeuling Hamburg Towers ist die Saison definitiv zu Ende – zehn von 17 Erstligisten spielen den Meister im Turnierformat aus (Hamburg, 4.5.2019)

Keine Spiele, keine Ergebnisse, kein Gerangel an der Spitze und im Tabellenkeller. Alles das, was den Sport ausmacht, fehlt coronabedingt. Auch im deutschen Basketball. Die Bundesligasaison ist seit dem 12. März unterbrochen, ein Wiederbeginn im modifizierten Turnierformat mit zehn von 17 Erstligisten soll bis Ende Juni über das Parkett gegangen sein (jW berichtete am 30. April).

Nur: Was bedeutet das hierzulande für die Fachmagazine des Basketballsports – wie BIG (Basketball in Deutschland) etwa? »Zuallererst einen Einbruch bei den Anzeigen«, sagte BIG-Geschäftsführer Kai Zimmermann am Dienstag im Gespräch mit jW. Die konkreten Folgen? Die aktuelle Monatsausgabe mit dem Aufmacher »Im Bann der Seuche« hat weniger Seiten, »statt der sonst 100 Seiten mussten wir den Umfang um ein Drittel runterfahren«, sagte Zimmermann. Kurzarbeit habe er bei der Bundesagentur für Arbeit für sein Redaktionsteam anmelden müssen. Dramatisch sei das noch nicht, »aktuell eher ein Massenphänomen«. Der BIG-Vorteil: »Wir sind den Turbulenzen großer Verlagshäuser nicht ausgesetzt«, so Zimmermann, »wir haben unsere eigene GmbH.« Das schaffe gewissermaßen Sicherheit in ökonomisch unsicheren Zeiten.

Über die Auflagenstärke und Kioskverkäufe in der Kriese möchte Zimmermann nicht reden – nur soviel: »Wir haben stabile Abozahlen im hohen vierstelligen Bereich.« BIG hat Konkurrenz – die heißt Basket und Five. Der Unterschied zu diesen Heften? Zimmermann: »Unser Fokus liegt beim deutschen Basketball.« Und nicht bei der NBA, der nordamerikanischen Basketballliga. Bei BIG komme nichts aus der Konserve, keine Zweit- und Drittverwertung von Beiträgen. »Wir recherchieren und produzieren unsere Inhalte selbst«, betonte der Geschäftsführer.

Zimmermann bleibt Branchenoptimist: »In zwei Monaten haben wir uns hoffentlich erholt.« Dann werde der Redaktionsalltag auch wieder normal laufen. »Ein Restart der Saison war für uns anfangs fast undenkbar«, räumt er ein. Der steht nun bevor, vielleicht noch im Mai. »Die zehn Teams starten bei null, alles kann passieren«, freut sich der BIG-Chef. Am Turnier­ende wird es erstmals einen »Corona-Meister« geben. Darüber wird dann ausführlich zu berichten sein. Nicht gleich im am 26. Mai erscheinenden Heft, aber im darauffolgenden.

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