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Aus: Ausgabe vom 09.04.2020, Seite 1 / Kapital & Arbeit
Pandemie und Weltwirtschaft

Globale Rezession prognostiziert

Welthandelsorganisation und deutsche Institute rechnen mit drastischen Entwicklungen
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Der »Shutdown« in China löste weitreichende Unterbrechungen des internationalen Warenstroms aus (Hamburg, 8.11.2019)

Die Welthandelsorganisation (WTO) rechnet für dieses Jahr infolge der Coronakrise mit einem drastischen Rückgang um 13 bis 32 Prozent des globalen Handelsaufkommens. Dies sei die Spanne zwischen einem eher optimistischen und einem eher pessimistischen Szenario, teilte die WTO am Mittwoch in Genf mit. Neben dem Handelsgeschäft werden es demnach auch in der weltweiten Produktion »schmerzhafte Konsequenzen für Haushalte und Unternehmen« geben, »ganz abgesehen von dem menschlichen Leid, das diese Krankheit verursacht«, so WTO-Chef Roberto Azevêdo. Nur falls die »richtigen wirtschaftspolitischen Weichen« gestellt würden, sei eine schnelle und kräftige Erholung möglich.

Das als optimistisch deklarierte Szenario gehe davon aus, dass die Weltwirtschaft nach einem Einbruch bereits in der zweiten Jahreshälfte 2020 wieder Zuwächse verzeichnet, so die Prognose der WTO. Ein ökonomischer Aufschwung sei umso wahrscheinlicher, je mehr Unternehmen und Konsumenten die Krise als »genauso heftigen wie einmaligen Schock« ansehen würden, sagte Azevêdo. Doch seien die Unwägbarkeiten »generell gewaltig«.

Von einem »Schock« für die Ökonomie gehen auch deutsche Wirtschaftsinstitute aus. Im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums haben das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin, das kapitalnahe Ifo-Institut in München, das Kieler Institut für Weltwirtschaft sowie die Leibniz-Institute für Wirtschaftsforschung in Halle und in Essen eine Gemeinschaftsdiagnose erstellt. Das Gutachten wurde am Mittwoch veröffentlicht. Demnach steht der BRD eine »schwerwiegende« Rezession bevor. Das Bruttoinlandsprodukt als Kennziffer für volkswirtschaftliche Aktivität dürfte den Instituten zufolge in diesem Jahr um 4,2 Prozent schrumpfen. Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie werden laut jener Prognose zudem in der Spitze die offizielle Erwerbslosenquote auf 5,9 Prozent und die Zahl der Kurzarbeiter auf 2,4 Millionen ansteigen lassen. (dpa/jW)

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