Der Schwarze Kanal: »Sender Jerewan««
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Aus: Ausgabe vom 04.04.2020, Seite 7 / Ausland
Geschichtsstreit

Aus den Augen, aus dem Sinn

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Prag. In Prag ist am Freitag das Denkmal für die Befreiung der tschechischen Hauptstadt vom Faschismus durch die Rote Armee der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg entfernt worden. Der Bronzeguss, der den sowjetischen Marschall Iwan Stepanowitsch Konew darstellt, ist mit einem Kran vom Sockel genommen worden und soll nun im geplanten »Gedenkmuseum des 20. Jahrhunderts« Platz finden, wie die Stadtverwaltung mitteilte.

Das russische Außenministerium hatte im September 2019 empört auf den Beschluss der Kommune reagiert. Damals wurde davor gewarnt, dass die Entscheidung einen »dunklen Schatten« auf die russisch-tschechischen Beziehungen werfen könnte. Für den konservativen Bürgermeister des zuständigen Prager Gemeindebezirks, Ondrej Kolar, hat sich der Streit mit dem Abbau offenbar erledigt: Damit seien »die letzten Töne in dieser Etüde« gespielt. Die 1980 errichtete Statue erinnerte an die Befreiung Prags am 9. Mai 1945 durch die 1. Ukrainische Front der Roten Armee unter Führung Konews. (dpa/jW)